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Rehbock mit Armbrust oder Bogen erlegt
"Fleckchen" wird Opfer von brutalen Wilderern

Jagdpächter Sebastian Alfes hat fotografisch die Auffindesituation des gewilderten Rehbocks dokumentiert. Da das Gras unter dem Körper trocken war, kann er die Wilderei auf die Zeit vor dem Regen am Samstagvormittag eingrenzen.
  • Jagdpächter Sebastian Alfes hat fotografisch die Auffindesituation des gewilderten Rehbocks dokumentiert. Da das Gras unter dem Körper trocken war, kann er die Wilderei auf die Zeit vor dem Regen am Samstagvormittag eingrenzen.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

win Gerlingen. Am Morgen des 1. Mai war Sebastian Alfes unterwegs, um sein Jagdrevier zu inspizieren. Zwischen Elben und Gerlingen grenzt seine Jagd, Wenden-Nord, an die von Michael Sommer, und es war rund 40 Meter weit außerhalb von Alfes’ Revier, wo der Wendener Jäger etwas auf der Wiese liegen sah. Beim Näherkommen erkannte Alfes, dass auf der Wiese der Körper eines Rehbocks lag – erschossen und liegengelassen.
Er rief den befreundeten Jagdpächter Michael Sommer an, und beide waren sich rasch einig, dass sie einen klassischen Fall von Wilderei entdeckt hatten.

win Gerlingen. Am Morgen des 1. Mai war Sebastian Alfes unterwegs, um sein Jagdrevier zu inspizieren. Zwischen Elben und Gerlingen grenzt seine Jagd, Wenden-Nord, an die von Michael Sommer, und es war rund 40 Meter weit außerhalb von Alfes’ Revier, wo der Wendener Jäger etwas auf der Wiese liegen sah. Beim Näherkommen erkannte Alfes, dass auf der Wiese der Körper eines Rehbocks lag – erschossen und liegengelassen.
Er rief den befreundeten Jagdpächter Michael Sommer an, und beide waren sich rasch einig, dass sie einen klassischen Fall von Wilderei entdeckt hatten. Denn der Rehbock wies eine Schussverletzung auf, allerdings keine, die von einer in Deutschland zugelassenen Jagdwaffe abgeschossen worden war: Vielmehr identifizierten die beiden erfahrenen Waidmänner die Schussverletzung eindeutig als von einem Pfeil oder Bolzen verursacht.

"Fleckchen" muss aus Lust am Töten sterben

Michael Sommer ist außer sich vor Empörung, dass der bei Spaziergängern als „Fleckchen“ bekannte Rehbock aus reiner Lust am Töten oder dem gedankenlosen Ausprobieren einer Waffe sterben musste und der oder die Täter ihren Frevel nicht einmal dazu benutzt haben, sich illegal einen Rehbraten zu verschaffen. Auffällige Färbungen im Fell des Kopfbereichs hatten dem Tier diesen Spitznamen bereitet.
Nun ist in Deutschland die Jagd mit Pfeil und Bogen oder Armbrust nicht erlaubt – in anderen Ländern schon. Aber die Wunde des tödlich getroffenen Tiers zeigt deutlich, dass hier keine „Jagdspitze“ eingesetzt wurde, die für das waidgerechte Erlegen ausgelegt ist, sondern eine sogenannte „Feldspitze“, die für Übungsschüsse gedacht ist, die dem Tier also unter Umständen schlimmste Schmerzen und langes Leiden hätte zufügen können. Der Schuss sei jedoch mit hoher Präzision erfolgt, sodass Sommer davon ausgeht, dass es ein erfahrener Schütze bzw. eine Schützin war, der oder die mit Bogen oder Armbrust auf das Tier angelegt hat.

Polizei Olpe nimmt Hinweise entgegen

Unrechtsbewusstsein scheint indes vorhanden gewesen zu sein, denn das Geschoss wurde aus dem Tierkörper gezogen und mitgenommen.
Vor einiger Zeit hat Michael Sommer in direkter Nähe zum Fundort des gewilderten Rehs bereits zwei Pfeile gefunden, einen mit einer Feldspitze, den anderen mit einer Spitze aus Gummi, beide von recht minderer Qualität. „Ich gehe deshalb davon aus, dass als Waffe vermutlich ein Amateurgerät oder ein älteres Modell verwendet wurde.“
Hinweise auf den oder die Täter nimmt die Polizei in Olpe unter Tel. (0 27 61) 9 26 90, Internet olpe.polizei.nrw, entgegen. Michael Sommer hat eine Belohnung von 500 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Überführung des Täters oder der Täterin führen.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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