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"Hünsborner Farmtrial“ auf dem Flugplatz begeisterte Schäfer und Zuschauer
Fleißige Border-Collies und brave Schafe

"Hünsborner Farmtrial“ auf dem Flugplatz begeisterte Schäfer und Zuschauer.
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mom ■ Über eine rundum gelungene Veranstaltung konnte sich die Arbeitsgemeinschaft Border-Collie Deutschland (ABCD) am Sonntagnachmittag freuen. Zwei Tage lang hatten Schäfer, Schafe und Hütehunde den Hünsborner Flugplatz ganz für sich und kämpften in einem sportlichen Hüte-Wettkampf, genannt Farmtrial, um die Platzierungen. Steffen Schlabach, der den Hünsborner Flugplatz mit seiner Heidschnucken-Herde beweidet, hatte gemeinsam mit Guido Blinten aus Netphen, Ausbildungswart der ABCD , die Idee, einen solchen Farmtrial einmal in der Region anzubieten.

mom  Über eine rundum gelungene Veranstaltung konnte sich die Arbeitsgemeinschaft Border-Collie Deutschland (ABCD) am Sonntagnachmittag freuen. Zwei Tage lang hatten Schäfer, Schafe und Hütehunde den Hünsborner Flugplatz ganz für sich und kämpften in einem sportlichen Hüte-Wettkampf, genannt Farmtrial, um die Platzierungen. Steffen Schlabach, der den Hünsborner Flugplatz mit seiner Heidschnucken-Herde beweidet, hatte gemeinsam mit Guido Blinten aus Netphen, Ausbildungswart der ABCD , die Idee, einen solchen Farmtrial einmal in der Region anzubieten.

Border-Collie als Arbeitshund

Der Border-Collie hat seinen Ursprung an der Grenze zwischen England und Schottland (Englisch Grenze = Border), wo er über Jahrhunderte als Arbeitshund der Schafhalter für seine speziellen Aufgaben gezüchtet wurde. In den vergangenen 20 Jahren ist der Border-Collie als sportlicher Familienhund auch in Deutschland immer beliebter geworden, die Zucht geht hier meist in Richtung Schönheit, während für die Arbeit an Schafen der Spruch „Brains before Beauty“ (Hirn vor Schönheit) galt. Die Arbeitsgemeinschaft hat sich nun die Erhaltung der faszinierenden Arbeitseigenschaften des Border-Collies zum Ziel gesetzt, nur Hunde die erfolgreich in den Hütetrials vorgestellt werden gehen in die Zucht. In Hünsborn standen am Wochenende vor allem Geselligkeit und Spaß im Vordergrund, denn dieser Farmtrial war ein Dankeschön an die ehrenamtlichen Helfer der ABCD bei der Europameisterschaft im August in Schleswig-Holstein. Und so ging auch nicht – wie beim Trial üblich – jeder Schäfer einzeln mit seinem Hund an den Start, sondern es wurden Zweierteams gebildet. Jeweils ein Hund der höchsten Wettkampfklasse 3 und ein Anfängerhund der Klasse 1 teilten sich die Aufgaben auf dem weitläufigen Gelände, und die gemeinsame Teamleistung wurde dann bewertet. Samstag und Sonntag traten jeweils zehn Teams an. Aus der Heidschnucken-Herde von Steffen Schlabach wurden für jeden Lauf zehn Tiere bereitgestellt, natürlich im ständigen Wechsel, denn das Wohl der Schafe steht hier an oberster Stelle.

Szenen aus dem Arbeitsalltag

Die Aufgaben für die Hüte-Teams waren umfangreich. Martin Schulte von der ABCD erklärte den zahlreichen interessierten Zuschauern, was Hund und Mensch taten. Die Aufgaben sind nachgestellte Szenen aus dem Arbeitsalltag der Hütehunde. So galt es, zunächst die Schafe in ein paar hundert Meter Entfernung abzuholen und durch verschiedene Tore in einen gekennzeichneten Bereich zu treiben. Diese Aufgabe muss der Hund alleine nur auf Zuruf oder Pfiffe seines Hundeführers – hier Handler (Englisch) genannt – bewältigen. Dementsprechend gehorsam muss der Hütehund auf die Anweisungen reagieren, sonst sind die Schafe schnell mal falsch herum durchs Tor getrieben oder rennen gleich ganz weg. Daneben galt es, eine „Straße“ und eine Brücke zu überqueren, die Schafe in einen Pferch zu treiben, dort die Hälfte der Tiere auszusortieren und auf einen Anhänger zu verladen. Da der Border-Collie seinen Ursprung in Großbritannien hat, verwenden die Schäfer der ABCD traditionell englische Kommandos um ihren Tieren zu sagen, was zu tun ist. So schallten „Come Bye“ (links), „Away to me“ (recht) und „Lie Down“ (hinlegen) übers Fluggelände. Andere benutzen eine spezielle Hütepfeife, mit denen ein geschickter Handler ziemlich viele verschiedene Kommandos pfeifen kann. Neben dem Gehorsam wird vom Border-Collie aber auch ein eigenständiges Handeln verlangt, dann nämlich, wenn plötzlich ein Schaf oder gar die ganze Herde ausbricht. Dann muss der Hund ohne zu zögern vorlaufen, Ruhe in die Tiere bringen und sie dorthin zurückbringen, wo sie sein sollen.

Andere Arbeitsweise 

Fasziniert schauten die Besucher des Farmtrials zu – darunter auch Schäfer, die mit Altdeutschen Hütehunden arbeiten, sowie interessierte Hundebesitzer. Sie waren das ein oder andere Mal erstaunt über die Arbeitsweise der Border-Collies. Denn die unterscheidet sich sehr vom Hüten mit den heimischen Rassen. Der Border-Collie ist ein so genannter Koppel-Gebrauchshund, der überwiegend den Schäfer beim zusammentreiben, separieren und einpferchen unterstützt, während die Altdeutschen zum Beispiel durch das Furche laufen (an der Seite der grasenden Herde auf und ab laufen) auch die weidende Herde zusammenhalten. Der Border-Collie hält in der Regel einen großen Abstand zu den Schafen. Durch geduckte Haltung, langsames Vorangehen und Anstarren dirigiert der Hund die Herdentiere, hält sie zusammen und verhindert, dass sie in eine bestimmte Richtung davonlaufen. Im Zusammenspiel mit seinem Hundeführer ist ein ruhiges Arbeiten mit den Schafen das Ziel. Die Hünsborner Heidschnucken waren sehr kooperativ und ließen sich brav von den Hunden leiten, grundsätzlich kann aber auch ein normalerweise auf Abstand arbeitender Border-Collie bei einem angreifenden Schafbock durchaus durchgreifen. Schließlich wurde noch ein Lauf außer Konkurrenz für das Publikum fachkundig moderiert. Hier zeigten die Prüfungsrichter Viola Hebeler und Stefan Link, dass sie selbst auch hervorragende Handler sind.

Viola Hebeler und Guido Blinten belegten 1. Platz

Am Ende des zweiten Tages gab es eine Siegerehrung, bei der zunächst den Organisatoren sowie den fleißigen Helfern und ganz besonders den Mitgliedern des Luftsportvereins Hünsborn, die sich um das leibliche Wohl bestens gekümmert hatten, gedankt wurde. Den ersten Platz belegte das Team Viola Hebeler mit „Dean“ und Guido Blinten mit „Tweed“, die von den zu erreichenden 150 Punkten stolze 138 für sich verbuchen konnten.

Autor:

Monika Münker aus Siegen

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