Das Musikkorps der Bundeswehr spielt zugunsten der ALS-Forschung
Für Thorsten Voß geht ein Traum in Erfüllung

Bei Oberfeldwebel Alexander Reuber, Michael Sauer, Vorsitzender „Seemannskapelle“, Thorsten Voß und Oberstleutnant Christoph Scheibling (v. l.) herrscht Vorfreude. Foto: yve
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  • Bei Oberfeldwebel Alexander Reuber, Michael Sauer, Vorsitzender „Seemannskapelle“, Thorsten Voß und Oberstleutnant Christoph Scheibling (v. l.) herrscht Vorfreude. Foto: yve
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yve  Thorsten Voß ist im Jahr 2018 an der unheilbaren Nervenerkrankung ALS erkrankt. In der Region ist der 48-Jährige mittlerweile bekannt. Der Mann aus Rothemühle hat eine beeindruckende Mission angetreten. Er kämpft unermüdlich dafür, dass gegen ALS gekämpft wird. Im vergangenen Jahr gründete Thorsten Voß die Initiative „Sternenlicht“, um mit Spenden die gemeinnützige Charcot-Stiftung um Prof. Dr. Albert Ludolph zu unterstützen, die einen wichtigen Beitrag zur Förderung der medizinischen Forschung auf dem Gebiet der ALS leistet.

Mit tatkräftiger Unterstützung des Musikvereins Hillmicke („Seemannskapelle“) ist es Thorsten Voß nun gelungen, dass das renommierte Musikkorps der Bundeswehr aus Siegburg am Mittwoch, 29. April, ab 19.30 Uhr ein Benefizkonzert unter dem Motto „Sternenlicht“ zugunsten der Stiftung in der Stadthalle in Attendorn spielt.  Am Dienstag  kamen Mitglieder des Musikvereins Hillmicke und Verantwortliche des Musikkorps im Gasthof Valpertz in Hillmicke zusammen, um die Einzelheiten vorzustellen.

„Das war ein Traum von mir“, resümierte Thorsten Voß, Vizedirigent und ehemaliger Tanzmusikleiter der „Seemannskapelle“, sichtlich gerührt. Dabei standen die Vorzeichen nicht unbedingt gut, ein derart großes Vorhaben in die Tat umzusetzen. Im Herbst habe der 48-Jährige den Wunsch geäußert, mit den Siegburgern ein Konzert ausrichten zu wollen, erzählte Michael Sauer, Vorsitzender des Musikvereins. Doch auch insbesondere die 70-Jahr-Feier im Mai – ebenfalls zugunsten der Stiftung – stelle die „Seemannskapelle“ vor eine große Herausforderung.

„Doch da haben wir die Rechnung ohne den Verein gemacht.“ Sauer erinnerte sich, dass sich sofort ein 25 Personen starkes Organisationsteam gebildet habe, um Thorsten Voß dabei zu helfen, dass sein großer Wunsch in Erfüllung geht.

Die Weichen waren also gestellt. Bei einem Konzert in Olpe traf Voß dann Alexander Reuber vom Musikkorps und erzählte ihm von seinen Plänen. Die Worte des Oberfeldwebels „Da seid ihr aber spät dran“ sollten aber nicht etwa eine Absage bedeuten, sondern vielmehr einen weiteren Schritt in konkrete Planungen.

„Alexander kam zu mir ins Büro, und ich wusste, es brennt“, so der Leiter des Musikkorps, Oberstleutnant Christoph Scheibling beim Pressegespräch. Für ihn habe festgestanden, das Konzert auf jeden Fall spielen zu wollen.

Doch wann, war die große Frage, denn freie Termine gab es für 2020 nicht. Schließlich war es Zufall – oder, so Scheibling, „auch Schicksal“, dass das Musikkorps bereits Ende April in den Kreis Olpe kommen kann. Kurzfristig war ein Auftritt von Veranstalterseite abgesagt worden.

„Ich bin so froh, dass wir jetzt alles unter Dach und Fach haben“, hielt Thorsten Voß fest. Oberstleutnant Scheibling erklärte, dass seine Musiker mit unisono Nicken die volle Bereitschaft – „da sind wir dabei“ – unterstrichen hätten. „Und wenn wir etwas machen, dann auch richtig.“ So habe das Musikkorps ein außergewöhnliches Programm vorbereitet. Mit Blick auf die Abfolge blieb Thorsten Voß nur zu sagen: „Ich bin geplättet, es ist perfekt.“

Das Musikkorps, gegründet vor mehr als 60 Jahren, gilt als richtungsweisender Maßstab für die Blasmusikszene in Deutschland und hat im In- und Ausland für wohltätige Zwecke bereits 10 Mill. Euro eingespielt. Mit nach Attendorn bringen die Siegburger Saxophonist Thorsten Skringers, bekannt unter anderem als Mitglied der „TV Total“-Showband „Heavytones“. Unzählige Zusammenarbeiten mit Stars wie Lionel Ritchie, Jamie Cullom, Herbert Grönemeyer, David Garrett oder „Culcha Candela“ sowie mannigfaltige CD-Produktionen und Filmmusik-Aufnahmen halten den unverwechselbaren Sound von Skringers fest. „Er kommt extra für das Benefizkonzert aus München“, so Christoph Scheibling.

Die Stimme des großen Saxophonisten war bereits  am Dienstag  im Gasthof Valpertz zu vernehmen. Via Sprachnachricht ließ er Thorsten Voß und den Musikverein Hillmicke wissen – „ich freue mich schon sehr“. Zum Einsatz kommt Skringers bei den Stücken „Against all Odds“, „Generation Golf“ und „You Raise me up“, bei dem auch Gesangssolistin Manuela Markewitz für einen garantiert unvergesslichen Auftritt sorgt.

Zu Beginn des facettenreichen Programms erklingt der berühmte Marsch „Salve Imperator“ von Julius Fucik in der Attendorner Stadthalle. Gespannt sein darf das Publikum auch auf andere Werke, die hochkarätige Blasmusik mit militärmusikalischem Glanz erlebbar machen.

Das Publikum und einen Menschen glücklich zu machen, sei der besondere Auftrag an diesem Abend, so Scheibling. Und natürlich das Aufmerksammachen auf die Thematik und die Erforschung von ALS. Thorsten Voß ist sich jedenfalls sicher: „Die Erfolge sind absehbar. Zwar nicht heute und auch nicht morgen, aber in der Zukunft. Auch wenn ich persönlich nicht mehr davon profitiere, hoffe ich, dass es Erkrankten irgendwann besser geht.“

„Es ist bewundernswert, wie Sie mit Ihrer Krankheit umgehen und welche Haltung Sie bewahren“, betonte der Leiter des Musikkorps der Bundeswehr. Gleiches gelte auch für seine Frau Bianca.

Welch enorme Bedeutung das Benefizkonzert für Thorsten Voß hat, untermauerte sein berührender Rückblick auf einen Lebensabschnitt. „Für mich schließt sich ein Kreis.“ So sei vor 25 Jahren sein Ziel gewesen, ebenfalls Berufsmusiker zu werden. „Es hat auch zunächst alles geklappt.“ Doch schon damals nach der Grundausbildung habe ihn mit der Erkrankung von gleich zwei Familienmitgliedern ein Schicksalsschlag ereilt. „Ich bin wieder nach Hause gegangen, um zu helfen.“ Damals sei sein Traum nicht in Erfüllung gegangen. „Doch jetzt mit diesem Konzert schließt sich der Kreis wieder.“

Karten für das Benefizkonzert „Sternenlicht“ gibt es ab sofort u. a. auf www.tickets.attendorn.de, bei allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie bei den Musikern der „Seemannskapelle“.

Bei Oberfeldwebel Alexander Reuber, Michael Sauer, Vorsitzender „Seemannskapelle“, Thorsten Voß und Oberstleutnant Christoph Scheibling (v. l.) herrscht Vorfreude. Foto: yve
Das Musikkorps der Bundeswehr ist ein Garant für hochkarätige Blasmusik mit militärmusikalischem Glanz.  Foto: privat
Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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