Sparstrumpf prall gefüllt
Gebühren für Wimpelketten?

hobö Wenden. Lediglich 50 Minuten dauerte die öffentliche Sitzung des Wendener Gemeinderats am späten Mittwochnachmittag. Ein Grund für den verhältnismäßig schnellen Verlauf waren die detaillierten Vorberatungen vieler Punkte in den Fachausschüssen (die SZ berichtete) sowie die ohnehin lediglich 14 Punkte aufweisende Tagesordnung.

• Ein zuvor nicht behandeltes Thema stellte der wirtschaftliche Gesamtabschluss der Gemeinde Wenden für das Haushaltsjahr 2017 dar. Einstimmig bestätigte der Rat den Bilanzgewinn von rund 1,118 Mill. Euro, der in den ohnehin mit mehr als 17 Mill. Euro prall gefüllten „Sparstrumpf“ der Kommune fließt.

• In der Ratssitzung im März informierte Bürgermeister Bernd Clemens bereits mündlich darüber, dass es „hinsichtlich eines Bestatttungswalds sehr gute Gespräche mit dem Kirchenvorstand gegeben hat“ (die SZ berichtete). Im Rahmen der Haushaltsberatungen hatte Fraktionsvorsitzender Stephan Niederschlag im Februar bekanntlich namens der SPD erfolgreich den Antrag gestellt, die Verwaltung möge prüfen, ob und wo in der Gemeinde zukünftig – neben den bisherigen Bestattungsformen – ein Bestattungswald angelegt werden könne. Am Mittwoch reichte die Gemeindeverwaltung schriftliche Informationen nach. Da die Friedhöfe in der Gemeinde Wenden ausschließlich in der Trägerschaft der Katholischen Kirche stünden, habe Bürgermeister Clemens Gespräche über die Einrichtung eines Bestattungswaldes mit Kirchenvorständen sowie Pfarrer Michael Kleineidam geführt. Es stellte sich nach Angaben der Gemeinde heraus, dass sich die St.-Severinus-Kirchengemeinde Wenden bereits in Planungen befindet, einen Teil des Friedhofes in Schönau (ca. 15 Eichen) als Bestattungswald/Waldfriedhof künftig nutzen zu wollen. In der nächsten Sitzung des Kirchenvorstandes solle die neue Friedhofssatzung sowie eine erweiterte Friedhofsgebührensatzung verabschiedet werden. Anschließend müssten die Satzungen noch vom Bistum Paderborn und der Bezirksregierung Arnsberg genehmigt werden, heißt es seitens der Gemeinde. Ein genaues Datum, wann die Genehmigungen vorliegen dürften, habe der Kirchenvorstand noch sagen können, teilt die Verwaltung in der Sitzungsvorlage mit.

• Allgemeine Verwunderung spürte man im Ratssaal beim Punkt „Fragen von Ratsmitgliedern“. CDU-Ratsherr Dietmar Häner aus Wenden fragte, warum der St.-Severinus-Schützenbruderschaft Wenden seitens der Gemeinde plötzlich Gebühren für das Aufhängen der grün-weißen Wimpelketten über die Straßen des Orts in Rechnung gestellt würden. „Da bin ich unvorbereitet“, räumte Bürgermeister Bernd Clemens – ebenfalls sichtlich überrascht – ein. Der Verwaltungschef kündigte an, sich diesbezüglich kundig zu machen und monierte einhergehend, solche fachbezogenen Fragen doch im Vorfeld einer solchen Sitzung mit den Sachbearbeitern im Rathaus zu klären. Zu allen Vorgängen im Hause könne er ad hoc in einer Ratssitzung nicht Stellung beziehen. An dem Gemurmel im Ratssaal war zu merken, dass eine solche Gebühr zumindest nicht auf allzu große Gegenliebe stoßen dürfte (wir berichten noch).

• CDU-Ratsherr Wolfgang Solbach aus Wenden fragte im Anschluss, ob die Gemeinde künftig das Parkverhalten im Bereich der ehemaligen Gaststätte „Zur alten Schmiede“ und der einstigen AOK-Geschäftsstelle überprüfen könne. Größere Fahrzeuge versperrten dorten häufig den Gehweg. Dies sicherte Bürgermeister Clemens zu und berichtete in diesem Zusammenhang, dass die Kommune keinen Anlass sehe, das zeitlich unbeschränkte Parkangebot auf dem Parkplatz an der Schönauer Straße im Wendebachtal zu ändern. Dort stünden zwar – wie vor einiger Zeit bemängelt – zahlreiche Fahrzeuge der Deutschen Post, doch es stünden weiterhin freie Parkplätze zur Verfügung.

• Heinz Zimmermann, UWG-Ratsherr aus Heid, wollte unterdessen wissen, warum der Wohnmobilstellplatz unterhalb des Rathauses geschlossen sei. Den habe die Kommune schließen müssen, erklärte Bürgermeister Clemens, weil der Schotterrasen nicht richtig angewachsen sei, der aber für die Stabilität des Untergrunds wichtig sei. Inzwischen sei man dieses Problem intensiv angegangen, „daher wollen wir den Platz bald eröffnen“. Bekanntlich hat die Gemeinde nach entsprechendem Beschluss des Gemeinderats vier Wohnmobilstellplätze mit einem Investitionsvolumen von rund 60 000 Euro angelegt. Es wurden unter anderem Ver- und Entsorgungsstationen sowie Stromversorgungssäulen angebracht. Stellv. Bürgermeisterin Astrid König-Ostermann (SPD) bat diesbezüglich darum, die offizielle Inbetriebnahme auch öffentlich zu machen.

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