Gemeinde kauft Alte Schule zurück

Auch ehemaliges Lehrerwohnhaus in kommunalem Besitz / Nutzungskonzept erarbeiten

hobö Wenden. Man könnte von einem Schnäppchen sprechen: Für deutlich unter 200000e hat die Gemeinde Wenden die Alte Schule sowie das angrenzende ehemalige Lehrerhaus an der Hauptstraße erworben. Im November 1998 hatte die Kommune die beiden Gebäude sowie das dazugehörige Grundstück für rund 2Mill.DM an eine private GmbH verkauft, um auf diesem Wege den benachbarten Neubau für die Lidl-Lebensmittelkette zu ermöglichen.

Wie Bürgermeister Peter Brüser gestern Morgen der SZ erklärte, war die GmbH in die Turbulenzen der Berliner Bankgesellschaft geraten und musste ein Insolvenzverfahren einleiten. Nach langwierigen Verhandlungen konnte die Gemeinde Wenden nun die beiden prägenden Gebäude aus der Insolvenzmasse kaufen. Ende Dezember jedenfalls wurde der notarielle Kaufvertrag unterschrieben. Bereits im Mai des vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat einen dementsprechenden Handlungsauftrag an die Gemeindeverwaltung beschlossen.

Nach Ansicht von Bürgermeister Brüser handelt es sich bei den beiden Gebäuden um »wertvolle Bausubstanz«. Zwar seien sie sicherlich nicht in bestem Zustand, aber sanierungsfähig allemal. Während das Lehrerwohnhaus vermietet ist, steht die Alte Schule seit nunmehr vielen Jahren leer.

Das Lehrerwohnhaus soll nach dem Willen der Kommune weiterhin für Wohnzwecke genutzt werden. Die ehemalige Volksschule indes soll für gewerbliche sowie soziale und kulturelle Zwecke genutzt und dementsprechend umgebaut werden. Über ein detailliertes Nutzungskonzept entscheidet noch der Gemeinderat.

Mit dem Kauf der Immobilien verfolgt die Kommune gleich mehrere Ziele. Zum einen will man den Bürgern und Vereinen dort Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, und zum anderen kann man auf diesem Wege einer ungewollten Nutzung anderer Investoren einen Riegel vorschieben. Überdies will man einem Verfall der in die Denkmalliste eingetragenen Fassaden vorbeugen.

Das Baudenkmal in Wenden ist nach Aussage des Landschaftsverbandes nicht nur von großer Bedeutung für die Geschichte Wendens und darüber hinaus für die Schulgeschichte des gesamten Sauerlandes, sondern auch für die Architekturhistorie der Region. Beide Baukörper, so die Fachleute der Behörde, »zeigen die Verschmelzung von Architekturformen der ,neuen Sachlichkeit’ mit der regionaltypischen Architektur der Zeit um 1800«.

Fertiggestellt wurde die Schule um 1930. Fortan diente sie als Volksschule und im Zweiten Weltkrieg auch als Lazarett. Im Sommer 1976 wurden die letzten Unterrichtsstunden in dem Gebäude gehalten, bevor Katholische Grundschule Wenden in die Räumlichkeiten auf dem Wendener Westerberg umzog.

In der Folgezeit lagerte die Gemeindeverwaltung Wenden bis zur Fertigstellung des neuen Rathauses einige Abteilungen in die Alte Schule aus. Später nutzte auch die Musikschule der Gemeinde Wenden die Klassenräume für Unterricht und kleinere Konzerte. Auch die DRK-Ortsgruppe Wenden war viele Jahre in der Alten Schule beheimatet. Seit dem Verkauf stand das Gebäude leer.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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