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Zugeständnis an Feuerwehr Hillmicke
Gemeinderat streitet über Investitionsstrategie

So könnte das neue Schwimmbad aussehen, das an der Gesamtschule Wenden nach dem Vorbild eben jenes Projekts der Stadt Werdohl gebaut werden soll. Erneut sorgte das Vorhaben für Dissonanzen im Gemeinderat.
  • So könnte das neue Schwimmbad aussehen, das an der Gesamtschule Wenden nach dem Vorbild eben jenes Projekts der Stadt Werdohl gebaut werden soll. Erneut sorgte das Vorhaben für Dissonanzen im Gemeinderat.
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hobö Wenden. Dass die Gemeinde Wenden vor enormen Investitionen steht, ist inzwischen keine Neuigkeit mehr. Neu ist aber, dass es bezüglich der „dicksten Brocken“ nun einen Zeitplan gibt. Den beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung – nach einer durchaus emotional geführten Debatte. Hier diente ein Antrag der CDU als Zündfunke.
Zeitplan für die Investitionen
Der Gemeinderat hatte in seiner Sitzung am 3. Februar dieses Jahres beschlossen, die interfraktionelle Steuerungsgruppe „Investitionsstrategie“ unter Moderation des ehemaligen Landrats Frank Beckehoff einzurichten. Diese Steuerungsgruppe hat sich zu zwei Sitzungen zusammengefunden und darin einen Zeitplan für die Investitionen bis zum Haushaltsjahr 2029 erarbeitet.

hobö Wenden. Dass die Gemeinde Wenden vor enormen Investitionen steht, ist inzwischen keine Neuigkeit mehr. Neu ist aber, dass es bezüglich der „dicksten Brocken“ nun einen Zeitplan gibt. Den beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung – nach einer durchaus emotional geführten Debatte. Hier diente ein Antrag der CDU als Zündfunke.

Zeitplan für die Investitionen

Der Gemeinderat hatte in seiner Sitzung am 3. Februar dieses Jahres beschlossen, die interfraktionelle Steuerungsgruppe „Investitionsstrategie“ unter Moderation des ehemaligen Landrats Frank Beckehoff einzurichten. Diese Steuerungsgruppe hat sich zu zwei Sitzungen zusammengefunden und darin einen Zeitplan für die Investitionen bis zum Haushaltsjahr 2029 erarbeitet. Die Maßnahme „Gesamtschule“ wird dabei aber zunächst ausgeklammert, weil hier zum einen keine klare Beschlusslage vorliegt und zum anderen die Prüfung der Fördermöglichkeiten im Rahmen der Regionale 2025 weitere Zeit in Anspruch nehmen wird.

Gesamtinvestitionssumme bis zu 141 Millionen Euro

Übrig in dem Zeitplan bleiben aber noch die vier Grundschulen in Gerlingen, Hünsborn, Rothemühle und Wenden, die Feuerwehrgerätehäuser in Gerlingen (Um- und Anbau) sowie in Hillmicke und Hünsborn (Neubau) und natürlich der Neubau des Schwimmbads. Allein für diese Projekte rechnet die Gemeindeverwaltung vorsichtig mit Investitionen von insgesamt 18 bis 28 Millionen Euro. Der Umbau der Gesamtschule könnte den Schätzungen zufolge zusätzlich zwischen 32 und 40 Millionen Euro verschlingen. Zusammen mit anderen Maßnahmen rechnet man im Rathaus mit einer Gesamtinvestitionssumme zwischen 109 und 141 Millionen Euro in den Jahren 2021 bis 2029. Umgerechnet auf die rund 20.000 Einwohner der Gemeinde sind dies immerhin 7000 Euro pro Bürger nur an Investitionen.

„Angesichts dieser Summen wackeln mir die Knie“

Der Arbeitskreis erarbeitete für die vorgenannten Maßnahmen folgenden Zeitplan inklusive der Planungen: Schwimmbad (2021 bis 2025), Grundschule Rothemühle (2021 bis 2024), Grundschule Wenden (2022 bis 2025), Grundschule Gerlingen (2022), Grundschule Hünsborn (2021 bis 2023), Feuerwehrhaus Hillmicke (2022 bis 2027), Feuerwehrhaus Hünsborn (2023 bis 2026), Feuerwehrhaus Gerlingen (2021 bis 2024). „Angesichts dieser Summen wackeln mir die Knie“, gestand Bernd Arns (CDU) im Gemeinderat, ehe er einen mehrteiligen Antrag „seiner“ Fraktion vortrug. Hinsichtlich des Schwimmbads sollten nur die Investitionen für 2022 beschlossen werden. Die folgenden Investitionen könnten erst dann beschlossen werden, wenn der Arbeitskreis Schwimmbad nähere Angaben zu Herstellungs- und Betriebskosten des Schwimmbads erarbeitet habe.

UWG-Fraktionsvorsitzender Thorsten Scheen erklärte auch im Namen der SPD- und Grünen-Fraktion, dass es „erwartbar war, dass es zum Schwimmbad ein Störfeuer jetzt und in den nächsten Jahren gibt“. Bekanntlich haben die drei Fraktionen mit ihrer Mehrheit im Rat und gegen die Stimmen von CDU sowie Bürgermeister Bernd Clemens (CDU) den Neubau des Schwimmbads beschlossen.

Feuerwehrgerätehaus Hillmicke um ein Jahr vorgezogen

„Die enormen Investitionen haben mit dem Investitionsstau der Vorjahre zu tun, als die CDU noch die Mehrheit im Rat hatte“, betonte Scheen. Die Investitionsstrategie sei ohnehin kein starres Konzept, vielmehr müsse dieses jedes Jahr neu evaluiert werden. Mit 18 Stimmen lehnten die drei Fraktionen den Antrag ab, für den lediglich die 15 CDU-Ratsmitglieder und Bürgermeister Clemens stimmten.

Anders sah dies beim CDU-Antrag aus, den Bau des Feuerwehrgerätehauses Hillmicke um ein Jahr vorzuziehen, sodass es im Jahr 2026 bezogen werden kann. Hier lenkten SPD, UWG und Grüne ein, um den Kameraden der Feuerwehr ein positives Signal zu geben und letztlich auch dem entsprechenden Beschluss aus dem Dezember 2017 nachzukommen. Einstimmig beschloss der Rat folgerichtig, dass neue Feuerwehrhaus in Hillmicke statt 2027 bereits 2026 fertigzustellen. Ebenfalls einstimmig folgte der Rat dem ergänzenden CDU-Antrag, dass die Verwaltung den Fortgang der Investitionen jährlich dokumentiert und zusammen mit dem Halbjahresbericht des Kämmerers dem Rat vorlegt. Zusammen mit den beiden Ergänzungen wurden der Zeitplan und die Investitionsstrategie zustimmend zur Kenntnis genommen – allerdings bei Gegenstimmen von CDU und Bürgermeister Clemens.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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