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Radverkehrskonzept der Gemeinde Wenden
Gerlingen ist für Radfahrer ein Graus

Das Schild am Ende der Bruchstraße, das zudem linksseitig auf einem privaten Parkplatz steht, verdeutlicht die Komplexität der Radverkehrslenkung.
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  • Das Schild am Ende der Bruchstraße, das zudem linksseitig auf einem privaten Parkplatz steht, verdeutlicht die Komplexität der Radverkehrslenkung.
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  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

hobö Gerlingen. Radfahren wird auch in der Gemeinde Wenden immer beliebter. Daher hat die Kommune ein Radverkehrskonzept erarbeitet, das kürzlich vom Gemeinderat einstimmig als „Handlungsgrundlage für die zukünftige Entwicklung des Radverkehrs“ verabschiedet wurde. Wie die SZ bereits ausführlich berichtete, stellt das Konzept auf 68 Seiten die aktuelle Situation dar und zeigt zudem ausgewählte Einzelmaßnahmen auf, die Grundlage für die Optimierung und den Ausbau des vorhandenen Radwegenetzes sein sollen. Fortlaufend beleuchtet die SZ einzelne Kapitel des Konzepts, da die Zahl der Radfahrer im Wendener Land stetig steigt und damit das Radverkehrsnetz täglich an Bedeutung hinzugewinnt. Das Konzept soll also als Entscheidungsgrundlage für Politik und Verwaltung dienen.

hobö Gerlingen. Radfahren wird auch in der Gemeinde Wenden immer beliebter. Daher hat die Kommune ein Radverkehrskonzept erarbeitet, das kürzlich vom Gemeinderat einstimmig als „Handlungsgrundlage für die zukünftige Entwicklung des Radverkehrs“ verabschiedet wurde. Wie die SZ bereits ausführlich berichtete, stellt das Konzept auf 68 Seiten die aktuelle Situation dar und zeigt zudem ausgewählte Einzelmaßnahmen auf, die Grundlage für die Optimierung und den Ausbau des vorhandenen Radwegenetzes sein sollen. Fortlaufend beleuchtet die SZ einzelne Kapitel des Konzepts, da die Zahl der Radfahrer im Wendener Land stetig steigt und damit das Radverkehrsnetz täglich an Bedeutung hinzugewinnt. Das Konzept soll also als Entscheidungsgrundlage für Politik und Verwaltung dienen. Das Ziel ist „ein sicheres, komfortables und möglichst zusammenhängendes Netz mit direkten Wegen“. Problem dabei: Die Schwierigkeiten aufzuzeigen, erscheint simpel, Lösungen herbeizuführen indes erheblich schwieriger.

Sorgenkind und Problemstelle

Das zeigt sich insbesondere an der zweifellos größten „Problemstelle“: Gerlingen. Hier warten gleich an mehreren Punkten mehr als nur unbefriedigende Zustände auf die „Drahtesel“-Nutzer. So stellt die von rund 20 000 Fahrzeugen pro Tag genutzte Koblenzer Straße (L 512) in Gerlingen nicht nur aus Sicht der Gemeindeverwaltung ein „Sorgenkind“ dar. Die meisten Radfahrer müssen diese Straße entweder überqueren oder sie gleichzeitig mit den Kraftfahrzeugen nutzen. Aus Richtung Wenden kommend landet der Radweg-Benutzer auf dem „Netto´-Parkplatz“. Von hier aus steuert das Gros der Zweiradfahrer direkt auf die Koblenzer Straße zu. Wer in Richtung Norden möchte, fährt entweder über die Koblenzer Straße oder unerlaubterweise über den dortigen Bürgersteig. Wer sich auskennt, erkennt wenig später die Fortführung des Radwegs und überquert die Koblenzer Straße hin zum St.-Antonius-Weg. Von hier wird der Radweg zwischen Bigge und dem Gewerbegebiet „Auf’m Ohl“ in Richtung Olpe geführt. Weniger Ortskundige erkennen diese „Anbindung“ vermutlich nicht, fahren womöglich auf der Koblenzer Straße durch den kompletten Ortskern und finden dann bestenfalls die Abbiegemöglichkeit ins Gewerbegebiet „Auf’m Ohl“ und die dortige Anbindung ans Radverkehrsnetz.

Ein Risiko für Leib und Leben

Ansonsten landet man im weiteren Verlauf der L 512 auf der Autobahnanschlussstelle, wo wegen der mehrstreifigen Verkehrsführung das Radfahren wahrlich zum Risiko für Leib und Leben wird. Es fehlen übrigens an der gesamten Ortsdurchfahrt Schilder, die den fließenden motorisierten Verkehr auf die vielfach kreuzenden Radfahrer aufmerksam machen. Wer derweil vom „Netto“-Parkplatz in den Süden fahren möchte, befährt – zumeist in unzulässiger Weise – den linksseitigen Bürgersteig, passiert die dortige Tankstelle, um sodann an der Kreuzung der Koblenzer Straße mit der Kreuztaler Straße die Fußgängerampeln zum Überqueren der beiden Landstraßen zu nutzen. Um dann in Richtung Wendenerhütte zu gelangen, steuern manche Ortskundige über die Bahnhofstraße die Hillmicker Straße an, um dann über Grundstücke im Industriegebiet „Auf der Mark“ und die Brücke über das Biggetal zum Radwegeanschluss an der Koblenzer Straße zu gelangen. Klingt kompliziert – und ist es auch. Andere fahren von besagter Landstraßen-Kreuzung entlang der L 512 bis zur Radwege-Fortführung – zumeist unerlaubt über den Bürgersteig.

Besonders für Kinder große Gefahren

All die komplizierten Streckenführungen „drohen“ natürlich in umgekehrte Richtung genau so. Und auch die Anbindung an den Radweg nach Elben finden nur jene umgehend, die sich auskennen oder sich im Vorfeld mit der Routenführung auseinandergesetzt haben. Kurzum: Gerlingen ist für Radfahrer ein Graus und birgt – insbesondere natürlich für Kinder – große Gefahren. Aus touristischer Sicht sind die Zustände auch kein Ruhmesblatt. Immerhin ist die Radwegeverbindung Olpe-Wendenerhütte Bestandteil des Ruhr-Sieg-Radwegs Wegen der Amazon-Ansiedlung wird derzeit eine Verkehrsflussanalyse für die Ortsdurchfahrt von Gerlingen erstellt. Sie soll nach Auskunft aus dem Wendener Rathaus in einer Sondersitzung des Gemeinderats im April vorgestellt werden. Ein genauer Termin steht aber noch nicht fest. Ob sich daraus Problemlösungen für den Radverkehr ableiten lassen, darf allerdings angezweifelt werden.

Dringender Handlungsbedarf

Was tun also? Im Radverkehrskonzept steht bislang einzig diese Empfehlung: „Im gesamten Bereich der Koblenzer Straße (L 512) sollte gemeinsam mit dem Baulastträger, Straßen NRW, eine gemeinsame Lösung für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden gefunden werden.“ Alle anderen Ideen scheinen – wegen Topographie, Biggefluss sowie der vielen privaten Grundstücke entlang der beschrieben Problemzonen – kaum umsetzbar. In den Beratungen zum Radverkehrskonzept im Umweltausschuss der Gemeinde Wenden forderte Grünen-Fraktionschef Elmar Holterhof dennoch, das Problem Gerlingen „als erstes anzugehen“. Hier bestünde dringender Handlungsbedarf. Widerworte gab es keine, aber auch keine Lösungsvorschläge. Letztere werden nun händeringend gesucht.

Radwegenetz in Wenden soll noch besser werden
Das Schild am Ende der Bruchstraße, das zudem linksseitig auf einem privaten Parkplatz steht, verdeutlicht die Komplexität der Radverkehrslenkung.
Vor allem für Radfahrer gilt es in Gerlingen, die Vorfahrt anderer zu beachten.
Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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