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Marschroute für Umgestaltung festgelegt
Gesamtschule Wenden soll Lernhaus-Schule werden

Die Gesamtschule Wenden soll zu einer Lernhaus-Schule umgebaut werden, in der alle Jahrgangsstufen räumlich konzentriert werden, und neben den Klassenzimmern noch zusätzliche Differenzierungsräume erhalten.
  • Die Gesamtschule Wenden soll zu einer Lernhaus-Schule umgebaut werden, in der alle Jahrgangsstufen räumlich konzentriert werden, und neben den Klassenzimmern noch zusätzliche Differenzierungsräume erhalten.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

hobö Wenden. "Es geht um die bestmögliche Lösung für die Kinder", eröffnete am Dienstagabend Vorsitzende Catrin Stockhecke-Meister (SPD) eine richtungsweisende Debatte im Ausschuss für Bildung und Soziales der Gemeinde Wenden. In der Aula der Gesamtschule Wenden ging es um nicht weniger als die Zukunft eben jener Bildungseinrichtung. Als die Gesamtschule 2013 in Betrieb ging, löste sie in den folgenden sechs Jahren die Haupt- sowie die Realschule nach und nach ab. Die völlig neu konzipierte Schulform zog aber in einen Bau, der den modernen pädagogischen Anforderungen und den Besonderheiten einer gebundenen Ganztagsschule nicht entspricht.

hobö Wenden. "Es geht um die bestmögliche Lösung für die Kinder", eröffnete am Dienstagabend Vorsitzende Catrin Stockhecke-Meister (SPD) eine richtungsweisende Debatte im Ausschuss für Bildung und Soziales der Gemeinde Wenden. In der Aula der Gesamtschule Wenden ging es um nicht weniger als die Zukunft eben jener Bildungseinrichtung. Als die Gesamtschule 2013 in Betrieb ging, löste sie in den folgenden sechs Jahren die Haupt- sowie die Realschule nach und nach ab. Die völlig neu konzipierte Schulform zog aber in einen Bau, der den modernen pädagogischen Anforderungen und den Besonderheiten einer gebundenen Ganztagsschule nicht entspricht. Daher beantragte die CDU-Fraktion bereits 2018 eine Planung, wie man in dem 1976 erstellten einstigen Schulzentrum beste räumliche Voraussetzungen für eine modernes pädagogisches Lehren und Lernen schafft. Seither gab es Konzepterstellungen, Arbeitskreissitzungen, Debatten in den politischen Gremien – aber eine entscheidende Weichenstellung blieb bislang aus. Der Fachausschuss empfahl am Dienstagabend eine Marschroute, die nun den Zug endgültig in Fahrt bringen soll.

UWG will günstigere Alternative

Wie berichtet, hat die Gemeinde Wenden das Büro Hausmann Architekten aus Aachen beauftragt, ein Umbaukonzept für die Gesamtschule zu erarbeiten. Hieran waren Vertreter von Politik und Verwaltung, der Gesamtschule sowie Eltern und Schüler beteiligt. Dieses soll nun auch die Grundlage aller weiterer Planungen sein. Der Antrag der UWG, der vereinfacht gesagt einen Exit aus der aktuellen Umbauplanung und die Erstellung eines neuen, am Ende kostengünstigeren Konzepts zum Ziel hat, fand im Ausschuss nur Befürworter in der eigenen Fraktion. Hingegen folgten CDU, SPD und Grüne dem Antrag der CDU-Fraktion, der auch von der Verwaltung im Vorfeld der Sitzung favorisiert worden war. Die UWG stimmte dagegen.

Demnach wird die Gemeindeverwaltung beauftragt, das Hausmann-Konzept auf Möglichkeiten zur Kostenoptimierung zu untersuchen. Diese Ergebnisse sind in eine Planung für eine Lernhaus-Schule zu integrieren. Ferner ist ein Schulbauprojektsteuerer zu beauftragen, der den Prozess fachlich unterstützt und koordiniert. Der Untersuchungs- und Planungsprozess wird vom Arbeitskreis "Bildungslandschaft" und der Gesamtschule selbst begleitet. Die Planungsergebnisse, so der Beschluss weiter, sind dem Rat bis September 2022 vorzustellen.

Gesamtschule wird Lernhaus-Schule

Eine Lernhaus-Schule soll es also werden. Aber was heißt das? Selbst der zur Ausschusssitzung geladene Andreas Kremer, für den Kreis Olpe zuständiger Dezernent für Sekundarschulen der Bezirksregierung Arnsberg, räumte ein, diesen Begriff nicht zu kennen. Ohnehin würden in der Umbaudiskussion für die Gesamtschule Wenden Begriffe wie "Flurschule", "Clusterschule" und "Klassenraum+"  benutzt, "die ich so nicht kenne und bei uns im Hause Verwirrung stiften würden". Einleitend machte Kremer klar, dass eine gebundene Ganztagsschule ganz andere räumliche Voraussetzungen benötige als eine Haupt- oder Realschule. Dies beginne bei der verpflichtenden 60-Minuten-Pause zur Mittagszeit. 

Als gravierender Unterschied zu anderen Schulformen komme bei der Gesamtschule noch das differenzierte Wahlsystem der Schüler hinzu. Ein Lehrerraum-Prinzip sei aus Sicht der Bezirksregierung nicht vorstellbar, "denn wir wollen keinen Wanderzirkus der Schüler". Ein normales Lehrerzimmer mit einem halben Quadratmeter Platz für jeden Lehrer sei für eine  Ganztagsschule viel zu wenig. "Die Anforderungen für den Umbau eines bestehenden Gebäudes sind also hoch", so Kremer.

Anforderungen an modernes Lernen erfüllen

Denn das Ziel müsse sein, die einzelnen Jahrgänge räumlich zu konzentrieren und dort auch Räume für differenzierten Unterricht zu schaffen. Als Faustformel könne beispielhaft genannt werden: bei einer Fünfzügigkeit fünf bis sechs Klassenräume à 50 bis 60 Quadratmeter plus drei Differenzierungs- bzw. Schutzräume. "Dann hätten Sie schon viele Anforderungen an modernes Lernen erfüllt", erklärte Kremer dem Ausschuss. Das wichtigste Erfordernis sei, den Schülern Platz für eigenverantwortliches Lernen allein, in Gruppen und in Klassen zu schaffen. Die räumliche Konzentration der einzelnen Jahrgänge helfe im Übrigen auch, wenn mal ein Lehrer fehle.

Eine räumliche Konzentration sieht auch das Hausmann-Konzept vor. Christian Stock erläuterte namens der CDU, dass man dafür gerne den Begriff Lernhaus-Schule einführen möchte, um das Konzept besser erklären und damit die Akzeptanz erhöhen zu können. "Hier geht es um die Wendener Lernhaus-Schule." Die Leiterin der Gesamtschule Wenden, Julia Cruz Fernandez, meinte am Dienstagabend: "Wie Sie das am Ende nennen, ist uns egal, aber wir brauchen schnellstmöglich mehr Öffnung, Transparenz und Flexibilität. Es ist Zeit, uns in gute Fahrwasser zu bringen, bitte geben Sie Gas."

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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