„Die Hälfte der Anlieger ist für den Gewerbepark“
Gewerbepark statt Ruinen

Die Wohnhäuser an der Wildenburger Straße liegen nur den viel zitierten Steinwurf von einigen Hallen der Industriebrache Apparatebau Rothemühle entfernt. Rechts sind übrigens die Halle 2 und im Hintergrund das Verwaltungsgebäude zu sehen, die die Gemeinde gerne für den Neubau von Gewerbehallen abreißen würde.
  • Die Wohnhäuser an der Wildenburger Straße liegen nur den viel zitierten Steinwurf von einigen Hallen der Industriebrache Apparatebau Rothemühle entfernt. Rechts sind übrigens die Halle 2 und im Hintergrund das Verwaltungsgebäude zu sehen, die die Gemeinde gerne für den Neubau von Gewerbehallen abreißen würde.
  • Foto: Foto: hobö
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hobö Rothemühle. „Ich ärgere mich maßlos.“ Klaus Schmidt, Anlieger der Wildenburger Straße in Rothemühle, lässt im Gespräch mit der SZ seinem Unmut freien Lauf. Dieser fußt auf Aussagen von Nachbar Kunibert Solbach, der in der Öffentlichkeit den Eindruck erweckt habe, die Anwohner der Straße seien allesamt gegen die Realisierung des „Gewerbeparks Rothemühle“ (die SZ berichtete).
Bekanntlich wird seit Wochen intensiv über die Zukunft der Industriebranche Apparatebau Rothemühle diskutiert – im Rathaus, in politischen Gremien, in der Bevölkerung und insbesondere in der direkten Nachbarschaft des insgesamt fast elf Hektar großen Geländes.

Rat entscheidet über Konzept

Der vor einer Woche mehrheitlich gefasste Beschluss des Gemeinderats, eine Konzeptvergabe einzuleiten, hat die Debatten nicht abflauen lassen (vergl. gesonderten Bericht). Mit dem Prozess der Konzeptvergabe soll sozusagen ein Wettbewerb gestartet werden, an dessen Ende der Rat im November eine Entscheidung treffen möchte, welches Konzept ausgewählt wird und wie es dann mit den von der Gemeinde Wenden im Jahr 2018 gekauften Immobilien und Freiflächen weitergeht. Zurzeit gibt es im Grunde zwei Konzepte: die von der Gemeindeverwaltung favorisierte Umsetzung des ISEK (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) sowie den „Gewerbepark Rothemühle“, den die beiden potenziellen Investoren Stefan Müller aus Brün und Alexander Czenkusch aus Elben errichten möchten.

Anwohner sind nicht gegen Gewerbepark

Vor der Sondersitzung des Gemeinderats am 19. Juni hatte Kunibert Solbach in Pressegesprächen und mit der Schaltung einer Homepage zum Ausdruck gebracht, die Anwohner der Wildenburger Straße seien gegen den „Gewerbepark Rothemühle“. „Das stimmt aber nicht“, erklärt Klaus Schmidt. Der 53-jährige Polizist beteuert vielmehr: „Ich unterstütze das Projekt von Müller und Czenkusch.“ Und im Gespräch mit anderen Nachbarn habe sich herausgestellt, dass die Hälfte der Anwohner der Wildenburger Straße so wie er denken würden.
Er selbst habe vor 26 Jahren direkt gegenüber der Halle 2 von Apparatebau Rothemühle gebaut. Damals sei noch im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet worden. Eine weitere gewerbliche Nutzung der Immobilien sei doch zu begrüßen. Es wäre doch schön, wenn nach mehr als drei Jahren Stillstand nun wieder Leben einziehen würde. „Das ist mir lieber, als auf eine Industrieruine zu gucken“, die vermutlich bei längerer Wartezeit vor sich hin gammeln und von „Vandalen“ heimgesucht würde.
In früheren Jahren sei der Werksverkehr immer über das Firmengelände abgewickelt worden. Bei den Plänen, die hinter ISEK stünden, könnte es durchaus sein, dass die südlich gelegenen Hallen künftig über die Wildenburger Straße erschlossen würden. Schwerlastverkehr könne die schmale und dafür nicht ausgelegte Straße nicht vertragen.

Schnelle Verwirklichung hilft Gewerbetreibenden

Das Konzept von Stefan Müller und Alexander Czenkusch sei in sich schlüssig und würde künftigen Verkehr auch wieder über das Werkgelände führen, erläutert Klaus Schmidt. Das wäre für alle Anwohner der Wildenburger Straße doch viel besser.
Und am Ende wäre mit einer schnellstmöglichen Verwirklichung des Gewerbeparks vielen Gewerbetreibenden geholfen, während das von der Gemeindeverwaltung favorisierte ISEK noch viele Jahre Stillstand bedeuten würde.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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