SZ

Kandidaten für Kommunalwahl nominiert
Grüne peilen 14 Prozent an

Die Kandidatinnen und Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für die Wahl des Wendener Gemeinderats, die die ersten neun Plätze auf der Reserveliste einnehmen (v. r.): Vorsitzender Elmar Holterhof, Tanja Beckmann-Scholl, Michael Bieker, Biliana Kellenter, Marina Bünting, Jonathan Bischoff, Hiltrud Ochel, Michèl Krebsbach und Christian Stracke. Als Maskottchen gesellte sich noch der „Grüne Bär“ hinzu.  Foto: privat
  • Die Kandidatinnen und Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für die Wahl des Wendener Gemeinderats, die die ersten neun Plätze auf der Reserveliste einnehmen (v. r.): Vorsitzender Elmar Holterhof, Tanja Beckmann-Scholl, Michael Bieker, Biliana Kellenter, Marina Bünting, Jonathan Bischoff, Hiltrud Ochel, Michèl Krebsbach und Christian Stracke. Als Maskottchen gesellte sich noch der „Grüne Bär“ hinzu. Foto: privat
  • hochgeladen von Holger Böhler (Redakteur)

sz/hobö Wenden. „Wir wollen die gute Oppositionspolitik in der Gemeinde Wenden auch in der nächsten Wahlperiode fortsetzen. Dafür brauchen wir ein gutes Wahlergebnis“, erklärt Elmar Holterhof, Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Wendener Land nach der Versammlung, in der die Partei am Dienstagabend ihre Kandidaten für die Gemeinderatswahl am 13. September nominierte.

Als Ziel peile er das Wahlergebnis der Europawahlen im vergangenen Jahr mit knapp 14 Prozent an. Das wären immerhin 4 Prozentpunkte mehr als bei der bis dato letzten Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014, als die Grünen 10 Prozent der Stimmen und somit drei der insgesamt 34 Sitze im Gemeinderat erhielten. Ebenso möchte Holterhof die Mehrheit der CDU brechen.

sz/hobö Wenden. „Wir wollen die gute Oppositionspolitik in der Gemeinde Wenden auch in der nächsten Wahlperiode fortsetzen. Dafür brauchen wir ein gutes Wahlergebnis“, erklärt Elmar Holterhof, Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Wendener Land nach der Versammlung, in der die Partei am Dienstagabend ihre Kandidaten für die Gemeinderatswahl am 13. September nominierte.

Als Ziel peile er das Wahlergebnis der Europawahlen im vergangenen Jahr mit knapp 14 Prozent an. Das wären immerhin 4 Prozentpunkte mehr als bei der bis dato letzten Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014, als die Grünen 10 Prozent der Stimmen und somit drei der insgesamt 34 Sitze im Gemeinderat erhielten. Ebenso möchte Holterhof die Mehrheit der CDU brechen.

Die Grünen waren am Dienstagabend im Verwaltungstrakt der Gesamtschule Wenden zusammengekommen, um die Direktkandidaten für die Wahlbezirke sowie die Vertreter auf der Reserveliste für die Wahl des Gemeinderates festzulegen.

Elmar Holterhof betonte hier: „Wir haben in den letzten sechs Jahren eine gute Oppositionsarbeit gemacht und dabei sicher auch einiges erreicht. Viele unserer Themen und Schwerpunkte sind umgesetzt worden, andere aber auch leider in den Hintergrund geraten. So wurde an dem Klimaschutzkonzept in den letzten drei Jahren, nachdem der Vertrag der Klimaschutzmanagerin Aylin Ulbrich auslief, kaum gearbeitet. Dies merkte man unter anderem auch an den Energiesteigerungen in den gemeindeeigenen Immobilien. Ziel war es, dass der Energieverbrauch alle fünf Jahre um 10 Prozent gesenkt wird. Tatsächlich ist im Zeitraum von 2014 bis 2018 der Stromverbrauch um 13,5 Prozent und der Gasverbrauch um 17,4 Prozent gestiegen. Da gibt es noch viel zu tun.“

Weiter sagte Holterhof: „Erst durch unsere eindringliche Forderung, wieder einen Klimakümmerer einzustellen, wurde leider nur eine halbe Stelle eingerichtet. Wir sind der Meinung, das Arten- und Klimaschutz die wichtigsten Herausforderungen in unserer Zukunft sind. Leider sehen das die anderen Fraktionen nicht immer so.“

Leider sei es den Grünen nicht gelungen, „die Grundschulstandorte zu sichern“, so der Vorsitzende der Partei sowie der Gemeinderatsfraktion. „Wir waren die einzige Fraktion, die vor vier Jahren die Schließung der Grundschule Ottfingen abgelehnt hat – und das aus gutem Grund.“ Jetzt habe sich die Kritik der Grünen bestätigt – „und wir haben zu wenig Platz, so dass wir wieder bauen müssen“.

Ferner hob der Grünen-Politiker hervor: „Wir haben gerne die Bemühungen der Zukunftswerkstatt Ottfingen mit den drei Projekten ,Kultur-Werkstatt Wendener Land’, ,Dorfladen’ und Kindergarten ,Ottfinger Dorfnest’ begleitet und unterstützt.“

Die Ausweisung von Gewerbeflächen in dem Wald über dem Sportplatz in Hünsborn „konnten wir mit den Waldgenossen verhindern“, verkündete Holterhof in der Parteiversammlung. „Leider konnten wir nicht verhindert, dass nach dem Willen aller anderen Fraktionen, 50 000 Quadratmeter Wald im Industriegebiet Ost in Hünsborn für die Vergrößerung des Gewerbegebiets umgewandelt und gerodet werden soll.“

Holterhof zählte neben den vorgenannten weitere Schwerpunkte der letzten sechs Jahre auf: Hallenbad Wenden, Sanierung der Gesamtschule Wenden, möglicher Autobahnanschluss Hünsborn, keine Erhöhung von Grundsteuern, Heimat-Preis, Programm zur Förderung von Vermietung und Schaffung kleiner Wohnungen, Vergnügungssteuern, Fairtrade-Gemeinde mit der Förderung von regionalen Produkten, Resolution für Abschaffung der KAG-Anliegerbeiträge, politische Teilhabe der Schülerinnen und Schüler in der Gemeinde.

Als Ziele für die nächsten fünf Jahre nannte der Hünsborner Politiker unter anderem „die zwei Zukunftsthemen Klimaschutz /Naturschutz“. Der Klimawandel sei auch hier angekommen. Die Schäden in der Natur, insbesondere durch den fehlenden Regen, seien enorm. Hier bestehe Handlungsbedarf. Der Ausbau von Solaranlagen und Windkraft auf der einen Seite und Einsparung von Energie auf der anderen Seite sei alternativlos. Auch müssten vermehrt Maßnahmen zum Schutz von Insekten und Vögeln umgesetzt werden.

„Eine gute Ausstattung der Schulen, wozu das Hallenbad gehört, ist uns wichtig. Aber bevor in der Gemeinde investiert wird, fordern wir eine bautechnische Untersuchung, ob es sich lohnt, zu investieren, oder ob es günstiger ist, neu zu bauen. So haben wir erreicht, dass das Hallenbad, anders als der Bürgermeister es wollte, zuerst einer umfangreichen Untersuchung unterzogen wird.“ Hinsichtlich der Grundschule in Wenden und der Gesamtschule „ist es ähnlich gelagert“.

Ein weiterer Schwerpunkt sei der Erhalt der Infrastruktur der Dörfer mit Schulen, Geschäften, Apotheken, Bankinstituten und Kindergärten sowie insbesondere der Erhalt der medizinischen Versorgung. „So finden wir den Ottfinger Weg, einen Dorfladen auf die Beine zustellen gegebenenfalls auch für andere Ortschaften überlegenswert“, so Holterhof.

Auch habe man gerade in der Corona-Krise gemerkt, wie wichtig eine gute ärztliche Versorgung sei. Zurzeit sei diese in Wenden noch gegeben, das könne sich aber schnell ändern. „Daher müssen wir in Zukunft einerseits eine Willkommenskultur für Ärzte/innen schaffen und Bewerber seitens der Gemeinde unterstützten und andererseits mit einem Ärztehaus bzw. Medizinischen Versorgungszentrum einen neuen Ansatz, der woanders schon vielversprechend funktioniert, verfolgen“, schreibt Elmar Holterhof in einer Pressemitteilung.

Erfreut zeigt sich Holterhof, dass die Grünen in der Gemeinden Wenden „die meisten Wahlkreise mit ortsansässigen guten Bewerbern“ besetzt hätten.. Darüber hinaus sei die Partei „besonders stolz“, die ersten acht Listenplätze abwechselnd mit Männern und Frauen besetzt zu haben. Holterhof: „Da können andere Parteien nur von träumen. Wir wollen mit bewährten und neuen Kandidaten/innen in den Wahlkampf ziehen.“

Auf Rückfrage der SZ bekräftigte Elmar Holterhof, dass die Grünen in der Gemeinde Wenden keinen Bürgermeister-Kandidaten aufstellen würden, was sie bei der jüngsten Wahl im September 2015 ebenfalls nicht taten. Zuvor war Elmar Holterhof dreimal in Folge (1999, 2004, 2009) Bürgermeister-Kandidat der Grünen gewesen, hatte aber – wie andere Kandidaten aus anderen Parteien – gegen den seinerzeitigen Amtsinhaber, Peter Brüser, jeweils keine Chance. „Wir wollen uns auf die Ratsarbeit konzentrieren“, fügte Holterhof einen weiteren Grund an.

In geheimer Wahl wurden die 17 Direktkandidaten für die Wahl des Wendener Gemeinderats einstimmig nominiert: .

1. Wenden-Nord-West/Möllmicke-Nord-Ost: Dietmar Sawatzki;

2. Wenden-Süd-West: Biliana Kellenter;

3. Wenden-Ost: Lisa Piroth;

4. Möllmicke: Jonathan Bischoff;

5. Gerlingen-Süd: Tanja Beckmann-Scholl;

6. Gerlingen-Nord-Ost: Ralf Melcher;

7. Hillmicke/Wendenerhütte/Büchen/Huppen/ Schwarzbruch: Christian Stracke;

8. Hünsborn-West: Michael Bieker;

9. Hünsborn-Süd-Ost: Maria Bieker;

10. Hünsborn-Nord-Ost: Elmar Holterhof;

11. Altenhof: Jörg Gros;

12. Schönau-Ost/Altenwenden: Christian Rademacher;

13. Schönau-West/Elben/Scheiderwald: Michèl Krebsbach;

14. Rothemühle/Rothenborn/Heid/Trömbach/Bebbingen: Folkhard Hoffmann;

15. Römershagen/Döingen/Dörnscheid/Vahlberg/Brün/Hoffnung: Dr. Otto Schumann;

16. Ottfingen-Süd: Hiltrud Ochel;

17. Ottfingen-Nord: Marina Bünting.

Die Reserveliste der Grünen: 1. Elmar Holterhof; 2. Marina Bünting; 3. Michael Bieker; 4. Hiltrud Ochel; 5. Michèl Krebsbach; 6. Tanja Beckmann-Scholl; 7. Christian Stracke; 8. Biliana Kellenter; 9. Jonathan Bischoff; 10. Dr. Otto Schumann; 11. Folkhard Hoffmann.

Bei der Wahl 2014 erhielten die Grünen drei Sitze, die entsprechend der Reihenfolge von der Reserveliste in den Gemeinderat zogen.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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