„Gut, dass es Leute wie euch gibt“

Stellten sich zum gemeinsamen Foto: Mitglieder des „Event-Teams“ mit gelben Plakaten, die auf den nächsten Kunibertusmarkt am 16. und 17. November hinweisen, sowie die geladenen Spendenempfänger.  Foto: yve
  • Stellten sich zum gemeinsamen Foto: Mitglieder des „Event-Teams“ mit gelben Plakaten, die auf den nächsten Kunibertusmarkt am 16. und 17. November hinweisen, sowie die geladenen Spendenempfänger. Foto: yve
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yve   Die Spendenübergabe am Montagabend im Feuerwehrhaus in Hünsborn war wahrlich ein freudiger Anlass, die teils emotionalen Redebeiträge der Empfänger lösten jedoch auch Betroffenheit aus. Sie unterstrichen deutlich, dass die Finanzspritzen des „Event-Teams“ der Pfarrjugend Hünsborn genau zur richtigen Zeit kommen. Insgesamt wurde die stolze Summe in Höhe von 6000 Euro verteilt, die das rührige Organisationsteam unter anderem bei regelmäßigen Veranstaltungen wie der Tannenbaumaktion, dem Kinderkarneval oder dem Kunibertusmarkt erwirtschaftet.

Das „Event-Team“ ist vor Jahren aus dem damaligen Disco-Team der Pfarrjugend entstanden. Zurzeit besteht es aus über 30 ehrenamtlichen Mitgliedern aus Hünsborn, Wenden und Ottfingen. Neben der Ausrichtung auch von außerplanmäßigen Aktionen sorgen die Mitglieder für das leibliche Wohl beim Pfarrfest in Hünsborn und unterstützen andere Vereine im Gastronomiebereich auf deren Veranstaltungen. Genauso verhält es sich aber auch andersherum – also ein ständiges Geben und Nehmen zum Wohle der Gemeinschaft.

Am Montag allerdings stand einzig der karitative Zweck im Vordergrund. Markus Koch vom „Event-Team“ begrüßte die Gäste und betonte, dass in diesem Jahr bei der Suche nach den Spendenempfängern der Hauptaugenmerk auf Institutionen und Vereine aus der Region gelegt worden sei, die sich verstärkt um das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen bemühen.

Anders im Fall der Kirchengemeinde Alchen. Hier wurde mit 500 Euro spontan Hilfe geleistet. Hintergrund ist das tragische Unglück, das Anfang September beim Backesfest über den kleinen Freudenberger Ort hereinbrach. Zwei Menschen starben in Folge einer Fettexplosion, zahlreiche andere wurden verletzt. „Das hat Alchen und die Umgebung geschockt“, sagte Friedhelm Röcher von der Kirchengemeinde, der mit Lino Müller nach Hünsborn gekommen war, um die Spende entgegenzunehmen. Röcher berichtete, dass auf Anregung der Bevölkerung ein Spendenkonto eingerichtet worden sei. „Die Menschen hatten den Wunsch, etwas zu tun.“ Dorthin flössen auch die 500 Euro, die Verteilung erfolge dann, wenn finanzielle Hilfe benötigt werde. Der seelische Schaden allerdings sei mit Geld nicht wieder gut zu machen.

Ebenfalls 500 Euro nahm Michael Hermann, Leiter des Malteser-Hilfsdienstes Bad Laasphe, für ein ganz besonderes Projekt mit nach Hause. „Herzenswunsch-Krankenwagen“ heißt dieses und wurde entwickelt, um todkranken Menschen am Ende ihres Lebenswegs einen letzten großen Wunsch zu erfüllen. Dazu stellen die Malteser aus Bad Laasphe einen Krankenwagen mit Rettungssanitätern zur Verfügung. Die Schwerkranken werden dann zu einem Ort gefahren, an den sie ohne Hilfe nicht mehr reisen könnten. Die Wünsche seien ganz unterschiedlich erzählte Hermann. Ob der Besuch auf dem Bauernhof, um noch einmal Milchkühe zu sehen, eine Wochenendfahrt nach Oostkapelle, wo ein erkrankter Mann früher regelmäßig den Urlaub mit seinem Freund verbracht hat, oder die Fahrt mit einem Kind in den Heidepark nach Soltau. Der Leiter des Malteser-Hilfsdienstes Bad Laasphe verdeutlichte die Wichtigkeit, dass gewisse Beträge für die Umsetzung der Wünsche vorhanden sein müssten. „Wir können das Geld nicht erst sammeln.“ Denn oft dränge die Zeit. „In der Regel handeln wir binnen drei Tagen.“

Weitere 500 Euro kamen dem Hünsborner Familienzentrum „Arche Noah“ zu Gute. Leiterin Anne Jahn informierte die Anwesenden, dass das Geld für die lang ersehnte Fahrstrecke verwendet wird, über die die Kleinen in naher Zukunft mit Bobbycar und Co. „düsen“ können.

Als „Dauergast“ weilte Christian Pilz von der Elterninitiative für krebskranke Kinder Siegen unter den Spendenempfängern. Die Elterninitiative wurde 1988 von betroffenen Eltern mit dem Ziel gegründet, den Krankenhausaufenthalt für die betroffenen Kinder so angenehm wie möglich zu gestalten, neue Therapiemöglichkeiten zu fördern und die Familie als Ganzes zu unterstützen. Christian Pilz erinnerte im Feuerwehrhaus auch an Ben. Durch Spendenaufrufe – unter anderem bei der Aktuellen Stunde – konnte dem kleinen Jungen eine teure Immuntherapie bezahlt werden. „Ben ist im August gestorben“, so Pilz. Er habe aber nach der Diagnose „sechs Wochen Lebenszeit“ noch ein Jahr lang gelebt. „Es ist wichtig, den Eltern Hoffnung zu geben“, betonte Pilz. Er kritisierte scharf, dass Eltern erkrankter Kindern vom Staat viel zu wenig unterstützt werden. „Gut, dass es Leute wie euch gibt“, sagte er an das „Event-Team“ gerichtet. „Ohne Geld können wir keine Hilfe leisten.“

1000 Euro nahm Reinhard Geuecke, Leiter des Olper Josefshauses, heilpädagogisches Heim für Kinder und Jugendliche, entgegen. Mit dem Betrag sollen Nachhilfestunden und ein Teil der Pilgerreise im Jahr 2020 finanziert werden – „dafür ganz herzlichen Dank“, so Geuecke.

Martha Lehmann vom Kinder- und Jugendhospiz „Balthasar“, das 1000 Euro erhielt, berichtete zunächst über die Einrichtung und stellte die Wichtigkeit heraus, auch Eltern und Geschwister der lebensverkürzend erkrankten Kindern zu unterstützen. Und eben dafür sei das Geld bestimmt. „Bei uns werden die Familien als Ganzes gesehen.“ Und ferienbedingt seien derzeit besonders viele Geschwisterkinder im Haus.

Für die Messdiener Hünsborn waren Dominik Arns und Britta Quast vertreten. Die Gruppe organisiert nicht nur Aktionen und Ausflüge für Messdiener, sondern richtet auch den Jugendtreff für alle Jugendlichen des Ortes aus. Dafür gab es einen Zuschuss in Höhe von 500 Euro.

Über 500 Euro freute sich auch Petra Rasche, Leiterin des Kindergartens „Unterm Regenbogen“. „Uns fehlt noch Geld für eine neue Garderobe.“ Mit dem Betrag könne nun die bisherige ersetzt werden, die mittlerweile 20 Jahre alt sei.

Nicht vertreten war die Kinderklinik Siegen, die ebenfalls mit 500 Euro bedacht wurde.

Markus Koch nutzte abschließend die Gelegenheit, sich bei allen Mitstreitern des „Event-Teams“ zu bedanken. „Ihr nehmt viele Stunden Arbeit auf euch, um anderen zu helfen. Und das alles ehrenamtlich. Dafür nochmal Danke.“

Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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