Karnevalisten reißen die Gewalt an sich / Rathaussturm legt Verwaltung lahm
„Herrscher von Wende und Albe“ entmachtet

Die „Roten Funken“ des Karnevalsvereins Schönau/Altenwenden bildeten sozusagen die Sperrspitze bei der Eroberung des Wendener Rathauses. Mit Trillerpfeifen bewaffnet, sorgten sie für mächtig Lärm vor den Verwaltungsstuben. Foto: hobö
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  • Die „Roten Funken“ des Karnevalsvereins Schönau/Altenwenden bildeten sozusagen die Sperrspitze bei der Eroberung des Wendener Rathauses. Mit Trillerpfeifen bewaffnet, sorgten sie für mächtig Lärm vor den Verwaltungsstuben. Foto: hobö
  • hochgeladen von Holger Böhler (Redakteur)

hobö  Einen besonderen Geburtstag feierte am Donnerstag Bernd Jung aus Schönau. Denn wer kann schon von sich behaupten, dass man ein ganzes Rathaus zu seinem Ehrentag geschenkt bekommt. Doch Bernd Jung kann das, denn er ist in dieser Session Prinz des Karnevalsvereins Schönau/Altenwenden und übernahm an seinem  51. Geburtstag zusammen mit seiner Ehefrau, Prinzessin Iris I., die Amtgeschäfte in den Wendener Verwaltungsstuben.

Vorangegangen war ein kurzer, aber intensiver Angriff. Pünktlich um 11.11 Uhr versammelten sich bunt verkleidete, schunkelnde und laut lärmende Narren und vor allem Närrinnen auf dem Rathausvorplatz und forderten Bürgermeister Bernd Clemens zur Kapitulation auf. Michael Koch, Elferratspräsident des Karnevalsvereins erklärte dem „Herrscher von Wende und Albe“, dass er keine Chance habe, sich dem jecken Treiben zu widersetzen. Der aber sträubte sich zunächst. Nach kurzer Beratung mit den Damen des Hauses aber ließ er den symbolischen Schlüssel zu Prinzessin Iris I. und Kinderprinzessin Nia I. herab. Diese führten unter lautem Gejole das Narrenvolk sodann ins Rathaus.

Dort begrüßte Bernd Clemens das närrische Volk und insbesondere die Karnevalisten aus Schönau und Altenwenden. „Wenn in ihm kein Karnevalsblut fließt, wo denn dann?, fragte der Bürgermeister mit Blick auf Prinz Bernd. Schließlich habe er an Altweiber Geburtstag, und schon sein Vater Friedhelm sei vor 50 Jahren Prinz im Schönauer Karneval gewesen. Anstelle des sonst typischen „Schönau helau“ stimmte die feiernde Gesellschaft sodann ein donnerndes „Happy Birthday“ an.

Als äußeres Zeichen der Machtübernahme überreichte Bernd Clemens traditionsgemäß zu dem Rathausschlüssel auch eine Urkunde. Neu war  allerdings, dass ein zweiter Schlüssel den Besitzer wechselte. Denn Clemens übergab auch den Schlüssel für das Wendener Hallenbad. „Ich bin gespannt, was nun daraus wird“, spielte der Bürgermeister auf die aktuellen, diffizilen Diskussionen über die Zukunft des Schwimmbades an. Jetzt aber gelte es erstmal, zu feiern und fröhlich zu sein.

Rüdiger Lazar, der Vorsitzende des Karnevalsvereins Schönau/Altenwenden, dankte derweil für den freundlichen Empfang, wobei er dem Bürgermeister humorvoll mit auf den Weg gab: „Du hattest eh keine Chance.“ Ein Lob ging an die Damen des Rathauses, die wieder einmal den Rathaussturm perfekt vorbereitet hatten. Diesmal verwandelten sie das Treppenhaus in ein Theater und mischten sich als Pantomimen unter das feiernde Volk.

Mit einem dreifach donnernden „Schönau helau“ endete der offizielle Teil, fortan galt das Miteinander der Leichtigkeit des Seins. Hier herrschte offenbar eine gewissen Dringlichkeit, zumal Prinz Bernd I. zwischenzeitlich schon gemutmaßt hatte, er werde der erste Prinz sein, der beim Rathaussturm verdurste...

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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