Hilfe für Afghanistan wird konkreter

Verein aus Wenden schaffte medizinische Geräte und Krankenfahrzeuge nach Herat

job Wenden. Die Unterstützung des Verein Afghanistan-Hilfe Wenden für die Menschen in der westlich gelegenen Region um Herat und den Ort Kahdestan nimmt immer konkretere Züge an. Nachdem Ende Oktober zwei Notarztwagen, gespendet vom Kreis Olpe, und zahlreiche medizinische Geräte und notwendige Bedarfsgüter mit einem riesigen Sattelschlepper in das von jahrelangen Kriegen gebeutelte Land geliefert werden konnten, sind diese Geräte nunmehr im Krankenhaus von Herat in Funktion gesetzt und dienen den dort lebenden kranken und verletzten Menschen zur Wiederherstellung und Erhaltung der Gesundheit.

Die Wendener Hilfsorganisation, ins Leben gerufen von dem in Wenden wirkenden Facharzt für Innere Medizin, Masaod Roohani, arbeitet schon seit beinahe zwei Jahren daran, die katastrophale Lage der in Afghanistan lebenden Menschen zu verbessern (die SZ berichtete). In zahlreichen Projekten ––kleinen und größeren Veranstaltungen bis zu Fußballturnieren der Schulen – konnte bis jetzt schon eine beachtliche Summe an Geldern gesammelt werden, um einige der Ziele zu verwirklichen, die sich der Verein gesetzt hat.

Nunmehr ist durch die umfangreiche Ausrüstung mit den so sehr benötigten Geräten erneut ein großer Schritt für die Hilfe der dortigen Bevölkerung gemacht worden. So kamen bei einer Spendenaktion des Berufskollegs Siegen allein 12000e zusammen. Ebenso gab es eine größere Summe von 9350e bei mehreren Aktionen des Lions-Club Olpe-Drolshagen.

Dr. Roohani hatte nach seiner ersten Reise in sein Heimatland kurz nach dem Sturz des Taliban-Regimes Filme und Dias über die Not und die Hilfsbedürftigkeit in Afghanistan aufgenommen und in einer Veranstaltung vorgeführt. Schon kurz darauf wurde die »Afghanistan Hilfe e.V. Wenden« gegründet. Sie trägt den Untertitel »Deutsch-Afghanistanische Gesellschaft für interkulturellen Dialog und humanitäre Hilfe« und versteht sich als überparteilich und überkonfessionell.

Mit den ersten Geldern wurde in dem Ort Kahdestan ein von den Einwohnern zur Verfügung gestelltes Gebäude zu einem Gesundheitszentrum hergerichtet. Dort werden täglich 170 bis 200 Kinder, Frauen und Männer durch ein zehnköpfiges Team behandelt und mit kostenlosen Medikamenten versorgt. Das Gesundheitszentrum ist Anlaufstelle für rund 25000 Menschen dieses ländlichen Gebietes. In diesem Gesundheitszentrum arbeiten unter anderem ein Arzt, ein Arztassistent, eine Hebamme, ein Apotheker, eine Impfassistentin und eine Gesundheitsberaterin.

Um aber noch mehr medizinische Hilfe wirken zu lassen, wurde dann die Unterstützung des einzigen Krankenhauses in der Stadt Herat in Angriff genommen. In Herat hat übrigens die Bundesrepublik Deutschland vor wenigen Tagen eine der drei diplomatischen Einrichtungen in Afghanistan in Dienst genommen. Neben den beiden Notarztwagen konnten zwei Röntgengeräte, zwei EKG-Geräte, ein Sono-Gerät, ein Sauerstoffkonzentrator, ein Lungenfunktionsgerät und andere benötigte Kleingeräte gesammelt und nach Herat transportiert werden. Für den nicht gerade einfachen und viele Tage währenden Transport und auch für die Sammlung der Ladung stellte sich die Firma SiBO in Gerlingen mit Unternehmer Bernd Hesse an der Spitze zur Verfügung.

Dr. Roohani empfing den Transport in Herat, überprüfte die Geräte und setzte sie in Funktion. Zugleich wurden Kollegen eingearbeitet, die nun damit ihre medizinische Versorgung an den Kranken weiterführen. Die Aktion wurde in der afghanischen Öffentlichkeit sehr begrüßt und in den Medien und Lokalfernsehen ausgestrahlt. Dabei war auch der Gouverneur der Stadt Herat, Ismail Khan, der als der heimliche Machthaber im westlichen Afghanistan gilt.

Das Gesundheitszentrum in der Ortschaft Kahdestan, das zurzeit noch in provisorischen Räumen arbeitet, soll in Kürze in ein neu zu errichtendes Gebäude einziehen. Für diesen Bau, der etwa 20000 bis 30000e kosten wird, ist der Hilfsverein für Afghanistan auf weitere Spendengelder angewiesen. Die erste dieser Spenden kam kürzlich beim Adventskonzert in der Wendener Pfarrkirche zustande, wo die Besucher über 700e für die Afghanistan Hilfe in das Kollektenkörbchen legten.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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