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Türkischer Kulturverein stellt sich und Bemühungen um Gemeindezentrum vor
„Ihr seid Wendsche“

Mavus Aydin und ihr Schwager Cengiz Aydin stellten dem Sport- und Kulturausschuss den Türkischen Kulturverein Wenden sowie dessen Bestrebungen, ein neues Gemeindezentrum zu wollen, vor.
  • Mavus Aydin und ihr Schwager Cengiz Aydin stellten dem Sport- und Kulturausschuss den Türkischen Kulturverein Wenden sowie dessen Bestrebungen, ein neues Gemeindezentrum zu wollen, vor.
  • Foto: Holger Böhler
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

hobö Wenden. Unmittelbar nachdem Bürgermeister Bernd Clemens im Juli vergangenen Jahres den Wendener Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung darüber informiert hatte, dass der Bau einer Moschee in Wenden geplant sei, entbrannten viele Debatten über das Für und Wider der Einrichtung – insbesondere über den anvisierten Standort Wendebachstraße 2 im Ortskern von Wenden. Prägend für die mannigfaltigen Argumente pro und kontra war ein hohes Maß an Unwissenheit über die Planungen sowie die handelnden Personen und den Türkischen Kulturverein Wenden als Vorhabenträger. Daher lud der Sport- und Kulturausschuss der Kommune zu seiner Sitzung am Donnerstagabend den Verein zu einer Vorstellung ein.

hobö Wenden. Unmittelbar nachdem Bürgermeister Bernd Clemens im Juli vergangenen Jahres den Wendener Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung darüber informiert hatte, dass der Bau einer Moschee in Wenden geplant sei, entbrannten viele Debatten über das Für und Wider der Einrichtung – insbesondere über den anvisierten Standort Wendebachstraße 2 im Ortskern von Wenden. Prägend für die mannigfaltigen Argumente pro und kontra war ein hohes Maß an Unwissenheit über die Planungen sowie die handelnden Personen und den Türkischen Kulturverein Wenden als Vorhabenträger. Daher lud der Sport- und Kulturausschuss der Kommune zu seiner Sitzung am Donnerstagabend den Verein zu einer Vorstellung ein.

Verein will weiterhin neues Gemeindezentrum

Bekanntlich hat der Gemeinderat mit dem Aufstellungsbeschluss für ein Bebauungsplanverfahren für Teile des Ortskerns im Grunde eine befristete Veränderungssperre erwirkt, woraufhin der Türkische Kulturverein von seinem Vorhaben an der Wendebachstraße abrückte und einhergehend vom Kaufvertrag für die Immobilie zurücktrat. Gleichwohl möchte der Verein am Ziel, ein neues Gemeindezentrum zu errichten, festhalten. Das machten Mavus Aydin und ihr Schwager Cengiz Aydin in der Sitzung am Donnerstagabend klar.

„Unsere Türen sind für alle offen“

Mavus Aydin ist für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins zuständig. Die stellv. Leiterin der Hauptschule Kreuztal-Eichen ist vor elf Jahren in die Gemeinde Wenden gezogen und bezeichnet sich mit einem Augenzwinkern als „türkischstämmige Siegerländerin, die jetzt im Sauerland wohnt“. Der Türkische Kulturverein Wenden sei 2006 gegründet worden und habe seinerzeit 20 Mitglieder gezählt. Bereits 2015 sei die Zahl auf 70 angestiegen, nunmehr seien es 110 zahlende Mitglieder. „Unsere Türen sind für alle offen“, daher kämen zahlreiche Nichtmitglieder zur jetzigen Begegnungsstätte an der Hauptstraße 91 in Wenden. Diese sei aber viel zu klein. Daher habe die Mitgliederversammlung beschlossen, ein neues Gemeindezentrum zu erstellen. Neben Gebetsräumen soll dieses Räumlichkeiten für soziale Zwecke bieten. „Unser Ziel ist eine internationale Begegnungsstätte“, so Mavus Aydin. Man wolle dort unter anderem Deutsch-, Computer-, Tanz- und viele weitere Kurse anbieten, ebenso einen Kinder- und Jugendtreff mit Betreuung.

Teilnahme am öffentlichen Leben

„Wir überschreiten schon lange unsere Raumkapazitäten und brauchen Hilfe. Wir wünschen uns einen würdigen Rahmen für uns und unsere Gäste.“ Wie beengt die Verhältnisse derzeit sind, zeigte Cengiz Aydin, Manager des Projekts Gemeindezentrum, mithilfe einiger Fotos. Der derzeitige Gebetsraum biete maximal zwölf Personen Platz. Die Integrationsfeste im Wendebachtal sowie die Aktivitäten auf der „Wendschen Kärmetze“ zeigten, dass der Verein am öffentlichen Leben teilnehme.
Seine Schwägerin Mavus Aydin erklärte, dass „wir uns als Teil der Gemeinde Wenden sehen und das auch zeigen wollen. Die Bürgerbegegnungsstätte könnte ein Zeichen für gelebte Toleranz und gutes Zusammenleben sein. Wir sind bereit, unseren Teil dafür zu leisten.“ Die Unterstützung im Rathaus sei gut, aber man benötige nicht nur bei der Suche nach einem Standort breitere Unterstützung.

Politik steht Ansinnen positiv gegenüber

Ulrich Heinrich (UWG) dankte für die „sehr gute“ Vorstellung und merkte an, dass diese besser viel früher hätte passieren sollen. CDU-Fraktionschef Martin Solbach betonte, er könne verstehen, „dass Sie sich alleingelassen fühlen, aber wir sind bemüht, eine Lösung für Sie zu finden. Wir arbeiten im Hintergrund daran. Sie gehören zu unserer Gesellschaft, Sie sind Bürger der Gemeinde Wenden.“
UWG-Fraktionsvorsitzender Thorsten Scheen erklärte: „Ihre Mitglieder müssen sich nicht integrieren, sie sind integriert. Ich kenne viele seit meiner Kindheit. Ihr seid Wendsche.“ Dennoch sei die Suche nach einem Standort nicht einfach. Um hier erfolgreich zu sein, sei „absolute Transparenz erforderlich, die am Anfang der Diskussion nicht so gegeben war“.

Finanzierung aus Mitgliedsbeiträgen

Diesbezüglich ergänzte Mavus Aydin, dass sich der Verein und das Projekt rein aus Mitgliedsbeiträgen finanzierten. Der Türkische Kulturverein gehöre zwar zum Dachverband Ditib (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion), das aber nur deshalb, weil der den Imam stelle. In Deutschland dürften keine Imame ausgebildet werden, obwohl „ich liebend gerne einen hier ausgebildeten Imam hätte“. Vom Ditib-Verband in Köln fließe aber nicht ein Cent für die Unterhaltung des Gemeindezentrums nach Wenden, versicherte Mavus Aydin.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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