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Viola Zimmermann aus Heid engagiert sich für Streunerkatzen
Im Kampf gegen Katzenkolonien

So süß sie auch sind, zu viele Kitten in freier Wildbahn bedeuten viel Leid und Ärger.
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  • So süß sie auch sind, zu viele Kitten in freier Wildbahn bedeuten viel Leid und Ärger.
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mari Heid. Vor Corona war Viola Zimmermann aus Heid auf den großen Opernbühnen im In- und Ausland zu Hause. Seit Anfang November vergangenen Jahres die Opern- und Theaterhäuser Pandemie-bedingt geschlossen wurden, unterstützt die Diplom-Gesangspädagogin und Opern- und Konzertsängerin den Pfötchenclub des Tierheims Olpe bei der Kastration von Wildkatzen. Dabei hat sie schlimme Erfahrungen gemacht. „Viele Katzen sind krank. Das Elend wird immer größer. Ich hoffe sehr, dass im Kreis Olpe wie auch in vielen Nachbarkommunen endlich die Kastrationspflicht für Katzen eingeführt wird.“
Mehr als 2 Millionen StreunerkatzenViola Zimmermann weiß, wovon sie spricht. „Es muss etwas passieren. Eine Katze wirft im Jahr zwei- bis drei Mal durchschnittlich zwölf Kitten.

mari Heid. Vor Corona war Viola Zimmermann aus Heid auf den großen Opernbühnen im In- und Ausland zu Hause. Seit Anfang November vergangenen Jahres die Opern- und Theaterhäuser Pandemie-bedingt geschlossen wurden, unterstützt die Diplom-Gesangspädagogin und Opern- und Konzertsängerin den Pfötchenclub des Tierheims Olpe bei der Kastration von Wildkatzen. Dabei hat sie schlimme Erfahrungen gemacht. „Viele Katzen sind krank. Das Elend wird immer größer. Ich hoffe sehr, dass im Kreis Olpe wie auch in vielen Nachbarkommunen endlich die Kastrationspflicht für Katzen eingeführt wird.“

Mehr als 2 Millionen Streunerkatzen

Viola Zimmermann weiß, wovon sie spricht. „Es muss etwas passieren. Eine Katze wirft im Jahr zwei- bis drei Mal durchschnittlich zwölf Kitten. Sie sind bereits im Alter von einem halben Jahr geschlechtsreif und vermehren sich wie auch ihre Mütter ständig weiter.“ Im vierten Jahr sind es dann mehr als 2000 Samtpfoten. Inzwischen leben in Deutschland weit mehr als zwei Millionen Streunerkatzen. Die engagierte Tierschützerin hat früher in Köln gelebt und dort den Katzenschutz unterstützt und bei Fangaktionen geholfen. Von der Kölner Organisation hat sie selbst zwei Katzen adoptiert. Sie heißen Pamina und Mimi. Pamina leidet an Epilepsie und braucht alle acht Stunden ein Medikament. Deshalb nimmt Viola Zimmermann beide Katzen zu ihren Auftritten im Bundesgebiet mit. Ebenso nimmt sie, wenn es zeitlich passt, kranke Katzen in Pflege auf, um sie wieder aufzupäppeln.

Quarantäne ist aufwendig

Derzeit ist sie in Drolshagen aktiv, wo sie eine ganze Katzenkolonie in der Nähe des Friedhofs entdeckt hat. Dort hat sie Lebendfallen aufgestellt, die sie mit Unterstützung einiger Anwohner stündlich kontrolliert, damit die Tiere nicht in Panik verfallen und sich in den Käfigen verletzen. Ihr erster Fang war ein Kater, der an Katzen-Aids litt und in einem schlimmen Zustand war. Inzwischen geht es ihm durch die tierärztliche Behandlung wieder besser und er konnte sogar vermittelt werden, da er in der Pflegestelle relativ zahm wurde. Was Viola Zimmermann immer besonders mitnimmt, ist der Zustand vieler Katzen. „Sie haben die Katzenseuche, Katzen-aids, Flöhe, Würmer und Giardien. Manche haben durch Inzucht Fehlbildungen wie Gaumenspalten, andere haben schlimme Verletzungen wie Bisswunden oder ein fehlendes Auge. Es gibt so viele schlimme Schicksale.“ Die Behandlung in den Pflegestellen ist stets mit großem Aufwand verbunden. Die Katzen müssen wochenlang in Quarantäne gehalten werden. Das bedeutet neben der Fütterung und Medikamentengabe das tägliche Auskochen der Näpfe, das Waschen der Decken und das Desinfizieren des Raumes.

Viola Zimmermann hat derzeit selbst zwei Kater in Pflege, die sie von ihren Katzen getrennt halten muss. Im vergangenen Jahr gelang es dem Pfötchenclub, außerhalb der Kittenzeit 113 Katzenbabys, zwölf Katzen und 14 Kater einzufangen. „Von den erwachsenen Katzen sind sechs infolge von Krankheiten und Verletzungen gestorben und von den Kitten ebenfalls sechs. Die anderen wurden kastriert“, so Viola Zimmermann. Weitere Kastrationen von frei lebenden Katzen nahmen im gesamten Kreisgebiet der Tierschutzverein und die Katzenhilfe vor. Die älteren Tiere werden dort, wo sie eingefangen wurden, wieder ausgesetzt, da sie nicht an Menschen gewöhnt sind. Bei den Kitten gelingt es oft, sie zu zähmen und in gute Hände zu vermitteln. Nach Ansicht von Viola Zimmermann sollten jedoch nicht nur Wildkatzen, sondern auch Hauskatzen, die Freigänger sind, kastriert werden. „Wir machen die Besitzer immer wieder darauf aufmerksam. Doch einigen ist es egal. Es gibt leider heute noch nach wie vor absurde Menschen, die die Kitten ertränken, erschlagen oder irgendwo aussetzen, sodass sie verhungern.“

Ich hoffe sehr, dass endlich die Kastrationspflicht für Katzen eingeführt wird.
Viola Zimmermann
Diplom-Gesangspädagogin

Froh ist Viola Zimmermann über manche Unterstützung aus der Bevölkerung. „Wir bekommen oft über die sozialen Netzwerke Hilferufe und wissen so, wo sich Katzenkolonien gebildet haben.“ Doch insgesamt würden es die drei Organisation im Kreis nicht schaffen, die Katzenpopulation einzudämmen. Die engagierte Tierschützerin hofft deshalb, dass der Kreistag endlich die Kastrationspflicht auf den Weg bringt.

So süß sie auch sind, zu viele Kitten in freier Wildbahn bedeuten viel Leid und Ärger.
Viola Zimmermann mit ihrer Katze Pamina, die an Epilepsie leidet, unterstützt den Pfötchenclub beim Einfangen von Wildkatzen, um diese zu kastrieren.
Autor:

Marianne Möller

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