SZ

Neue Defibrillatoren in Wenden
Interessante Diskussion zu Corona-Regeln

Bei der Vorstellung von neuen und nun gültig zertifizierten Defibrillatoren für Wenden und Hünsborn ergab sich eine Diskussion zwischen Stefan Spieren, Reinhard Schönauer und Dirk Godon (v. l.) zu technischen Hilfsmitteln im Kampf gegen Corona.
  • Bei der Vorstellung von neuen und nun gültig zertifizierten Defibrillatoren für Wenden und Hünsborn ergab sich eine Diskussion zwischen Stefan Spieren, Reinhard Schönauer und Dirk Godon (v. l.) zu technischen Hilfsmitteln im Kampf gegen Corona.
  • Foto: hobö
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

hobö Wenden. Eigentlich hatte Reinhard Schönauer die SZ eingeladen, um die Installation neuer Defibrillatoren vorzustellen, dabei keimte aber auch eine interessante Diskussion über die neuen Corona-Regeln auf. Im Fokus dabei stand der Einsatz von Lüftungstechnik, um dem Coronavirus entgegenzutreten.Wie die SZ in den vergangenen Wochen mehrfach berichtete, sind in der Gemeinde Wenden zahlreiche „Automatische Externe Defibrillatoren“ (AED) angeschafft und installiert worden, die gar nicht zertifiziert sind und entfernt werden müssen respektive entfernt worden sind. Das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg hat diesbezüglich mitgeteilt, dass der niederländische Hersteller „Defiteq International B. V.

hobö Wenden. Eigentlich hatte Reinhard Schönauer die SZ eingeladen, um die Installation neuer Defibrillatoren vorzustellen, dabei keimte aber auch eine interessante Diskussion über die neuen Corona-Regeln auf. Im Fokus dabei stand der Einsatz von Lüftungstechnik, um dem Coronavirus entgegenzutreten.Wie die SZ in den vergangenen Wochen mehrfach berichtete, sind in der Gemeinde Wenden zahlreiche „Automatische Externe Defibrillatoren“ (AED) angeschafft und installiert worden, die gar nicht zertifiziert sind und entfernt werden müssen respektive entfernt worden sind. Das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg hat diesbezüglich mitgeteilt, dass der niederländische Hersteller „Defiteq International B. V.“ Defibrillatoren der Marke Telefunken (AED-Modell FA1 und HR1) seit Juli 2016 „ohne gültiges CE-Zeichen unrechtmäßig auf dem EU-Markt in Verkehr bringt“.

Vertrieb trifft keine Schuld

Zwei dieser Geräte hatten die Eheleute Veronika und Reinhard Schönauer angeschafft und sie öffentlich zugänglich an das Haus ihrer Firma Schönauer Personalservice an der Hauptstraße in Wenden sowie an ihr Privathaus in Hünsborn anbringen lassen. Nun sind die neuen, tatsächlich zertifizierten Geräte da. Geliefert wurden diese erneut von der Firma Gomed aus Freudenberg, die auch die in die Kritik geratenen, nicht zugelassenen Geräte im Jahr 2017 lieferte. „Den Vertrieb trifft aber keine Schuld“, ist sich Schönauer sicher. Die AED hätten ja eine Zertifizierung gehabt, die aber nicht gültig war. Das habe die ausliefernde Firma nicht wissen können. Wie berichtet, hat Reinhard Schönauer Strafanzeige gegen der Hersteller der nun entfernten AED gestellt. „Ich fühle mich betrogen – und wir reden hier nicht über ein Plüschtier, sondern ein Lebensrettungssystem“.

Keimtötende Luftreiniger 

Apropos Lebensrettungssystem: Schönauer hat, ebenfalls bei Gomed, keimtötende Luftreiniger geordert und sie in den Büroräumen seiner Firma aufgestellt. Der Unternehmer ärgert sich, dass der Sommer nicht genutzt worden sei, die Bevölkerung, Unternehmen und Behörden auf technische Hilfsmittel im Kampf gegen die Corona-Pandemie hinzuweisen.„Wir erlauben uns den Luxus, Freiheitsrechte einzuschränken und Betriebe in den Bankrott zu treiben, lassen aber die Technik außen vor“, echauffiert sich Reinhard Schönauer. Eine 100-prozentige Sicherheit gebe es nicht, aber er habe NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bei einem Treffen im Sommer schon den Tipp gegeben, mit solchen Luftreinigern die Corona-Übertragung in öffentlichen Gebäuden über Aerosole gegen Null reduzieren zu können. Aber die Technik bleibe in der Diskussion offenbar weiter außen vor, weil man vermutlich die Anschaffung nicht finanzieren wolle oder sie schlichtweg verschlafen habe. Förderprogramme für derlei Technik seien erst im Oktober diskutiert worden. Dabei sei die Technik jetzt vonnöten. Viele Gastronomen hätten Luftreiniger angeschafft, die Keime und Viren abtöteten, was aber von der Politik nicht geschätzt, eher mit dem „Lockdown“ bestraft werde. „Dabei sind die so durchlüfteten Räume die sichersten im öffentlichen Raum“, versichert Schönauer, der sich seit Monaten intensiv mit dem Thema befasst. Die Entscheider hätten im Sommer „leider nicht dazugelernt“.

Rücksichtnahme und Verantwortung sind wichtig

Facharzt Stefan Spieren aus Hünsborn appelliert, die Dinge eher positiv darzustellen. Schließlich könne man sich freuen, dass so viele Maßnahmen zum Schutz vor Corona zur Verfügung stünden. Das Einfachste sei, auf viele Vergnügen zu verzichten, und das Wichtigste sei, Rücksichtnahme und Verantwortung zu übernehmen. Wenn jeder nur zwei oder drei der bekannten Schutzmaßnahmen einhalte, „würde das schon reichen“. Am besten wäre natürlich, die AHA-Regeln einzuhalten und zugleich Technik gegen Corona einzusetzen.Das Stoßlüften, erklärte derweil Dirk Godon von Gomed, bringe im Grunde nicht viel, da sich herausgestellt habe, dass das Corona-Virus im sommerlichen Klima erheblich schneller zerfalle als im Winter. Temperatur, Sonnenlicht und Luftfeuchtigkeit seien entscheidende Faktoren, die Lebenszeit von Viren zu verkürzen. In anderen Ländern, insbesondere in asiatischen, werde UV-Licht als das Nonplusultra angesehen und eingesetzt, um Viren abzutöten. In Deutschland hinke man diesbezüglich weit hinterher. Es gebe gute Luftreiniger, die Keime und Viren zuverlässig abtöteten und zudem ein gutes Klima schüfen. Und solche Geräte, so Reinhard Schönauer, müssten steuerbefreit werden. Stattdessen aber halte man an Maßnahmen fest, die längst überholt seien.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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