Konzert mit nachhaltigem Wert

MGV »1859« und »Feinblech« konzertierten mit Kinder- und Jugendchor in der Pfarrkirche

rudi Wenden. Gute Tradition ist es mittlerweile für Sänger und Bürger, dass der Wendener Männergesangverein »1859« gegen Ende des Jahres konzertiert. Ebenso hat sich in den Köpfen der Bürger verankert, dass dieses Ereignis stets von höchster Anmut und Qualität gezeichnet ist. Am Sonntagnachmittag war es wieder soweit: Die Gewölbe der örtlichen St.-Severinus-Pfarrkirche boten den Akteuren ein hervorragendes Podium, ihre Stücke in voller Pracht erklingen zu lassen.

Hätte Raimund Viedenz, Vorsitzender des MGV »1859« Wenden, das Publikum nicht im Vorfeld ersucht, den verdienten Applaus erst am Ende eines jeden Blocks zu spenden, hätte der Zeitplan wohl mit Leichtigkeit die Zwei-Stunden-Marke erreicht. Wie bereits in den vergangenen Jahren zeigten sich die Zuhörer hingerissen von den Vorträgen der Sänger als auch der Musiker. Abermals setzten die Aktiven nicht nur auf das eigene Können, sondern hatte sich weitere Ensembles »ins Boot« geholt, die musikalische Klasse versprachen – wenn auch auf ganz andere Art. Mit dem Bläserensemble »Feinblech« gab sich eine Abordnung des Gerlinger Musikvereins ein Stelldichein, die zur Elite ihres Fachs zählt.

Längst haben sich die Musiker um Rupert Wurm den Ruf eingespielt, ihrem Namen alle Ehre zu machen. Auch am Sonntag ließen die Vorträge keinen anderen Schluss zu: Was geboten wurde, war buchstäblich »feinstes Blech«; brillant und feierlich von der ersten bis zur letzten Minute. Das Werk »Trumpet-Tune« läutete den festlichen Reigen ein und setzte mit schillernden Fanfaren Akzente. Der »Evening-Song« schöpfte das Klangvermögen der Blechbläser voll aus und begeisterte mit einem ansehnlichen Trompeten-Solo. Vor allem das »Menuett und Freudenfest« aus Händels Feuerwerksmusik sowie »Shalom Alechem« nach Johann Nijs faszinierten jedoch nachdrücklich. Händels Komposition stellte dabei einen wahren Klassiker der barocken Epoche dar; an imposanten sowie verspielt-verschnörkelten Passagen kaum zu überbieten: Ein wahrhaft schillerndes Kompositum der Blechbläserkunst.

Das »Israelische Volksfest« nach Johann Nijs hingegen verkörperte mit seinen zuweilen turbulenten, temperamentvollen Passagen ein mitreißendes Finale des ersten Programmteils, das die Gäste in ein intensives Wechselbad der Gefühle tauchte: Das melancholisch-traurige Leitmotiv des Stücks, abwechselnd von Posaune bzw. Trompete aufgegriffen, wandelte sich zeitweilig in eine flotte Polka-Sequenz, bevor sie wieder »moderato« die Herzen des Publikums eroberte.

Tosender Applaus begleitete die Musiker – und belohnte auch die Sänger des MGV Wenden, die das Konzert eröffnet hatten. In beispielhafter Weise demonstrierten die Mannen um Chorleiter Thomas Bröcher während des gesamten Konzertes, wie ergreifend Chorgesang sein kann. In einzigartiger Klangkraft und -farbe brachten sie festliche Choräle, klassische Kirchenwerke und schwungvolle Spirituals zum Vortrag. Dabei verliehen die Musiker den Werken durch einfühlsame Interpretationen neuen Charakter und drückten ihnen einen »wendschen« Stempel auf – der bezüglich des MGV von einem wahren »Gütesiegel« zeugt. Eine hervorragende Intonation zog sich wie ein roter Faden durch das Konzert.

Nicht nur mit Blick auf den gesamten Chorkörper, sondern auch auf die solistischen Beiträge. So glänzten Gerd Weingarten und Reinhard Weingarten bei »Rock-a My Soul«, Berthram Bäcker mit einem Bariton-Solo bei »Letzte Rose«. Beim Klassiker »Jerusalem«, der immer wieder einen Höhepunkt des Konzertes darstellt, trat abermals Baritonist Gerd Weingarten in Aktion und demonstrierte die Klasse des MGV.

Der letzte Chor im Bunde der Akteure senkte den Altersdurchschnitt rapide. Unter der Leitung von Christiane Schrage präsentierten sich die jüngsten Sängerinnen und Sänger der Möllmicker Chöre »Einigkeit«. Trotz ihres zarten Alters bewiesen sich die Aktiven des »Kinder- und Jugendchores« jedoch meisterhaft: Die bravouröse Umsetzung der Werke, die Hingabe, mit denen sie vorgetragen wurden – durchweg hob sich das Können vom vermeintlich Kindlichen und Unerfahrenen ab. Jeder Ton, jedes Lied saß und wurde dem Publikum mit einer derartigen Exzellenz dargeboten, dass mancher Gast kaum glauben konnte, tatsächlich einen Kinder- und Jugendchor vor sich zu sehen.

Man hatte also alles richtig gemacht: Es war ein Konzert mit nachhaltigem Wert, das nicht zuletzt dank der auditiven Möglichkeiten der St.-Severinus-Kirche einen wahren »Hochgenuss« darstellte. Nachhaltig bewies der MGV, dass er meisterliche Leistungen erbringt. Damit wirft das Konzert ein gutes Omen voraus. Ab sofort konzentrieren sich die Sänger auf den Erwerb ihres siebten Meisterchortitels, der im Mai kommenden Jahres in Angriff genommen werden soll.

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