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Großes Verkehrsaufkommen in Gerlingen
Kreisel kein Thema mehr

Typische Situationen auf der Koblenzer Straße. Die  Schaltung der Fußgängerampel soll für den Verkehrsfluss optimiert werden.
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  • Typische Situationen auf der Koblenzer Straße. Die Schaltung der Fußgängerampel soll für den Verkehrsfluss optimiert werden.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

hobö Gerlingen. Die Ortschaft Gerlingen leidet unter dem großen Verkehrsaufkommen auf der Ortsdurchfahrt. Rund 20 000 Fahrzeuge verkehren täglich auf der Koblenzer Straße (L 512), die den Ort durchschneidet. Mit der für Frühjahr 2022 anvisierten Inbetriebnahme des Amazon-Verteilzentrums im Industriegebiet „Auf der Mark“ kommen bis zu 4200 Fahrzeugbewegungen am Tag hinzu. Nicht alle werden über die Landesstraße 512 innerorts abgewickelt, aber ein Großteil von ihnen sicherlich.

Diese Entwicklung hat nun die jahrelang brachliegende Diskussion um eine Entlastung wieder befeuert. Der Gemeinderat beschloss am 3. Februar, eine Verkehrsflussanalyse für die Ortsdurchfahrt Gerlingen in Auftrag zu geben.

hobö Gerlingen. Die Ortschaft Gerlingen leidet unter dem großen Verkehrsaufkommen auf der Ortsdurchfahrt. Rund 20 000 Fahrzeuge verkehren täglich auf der Koblenzer Straße (L 512), die den Ort durchschneidet. Mit der für Frühjahr 2022 anvisierten Inbetriebnahme des Amazon-Verteilzentrums im Industriegebiet „Auf der Mark“ kommen bis zu 4200 Fahrzeugbewegungen am Tag hinzu. Nicht alle werden über die Landesstraße 512 innerorts abgewickelt, aber ein Großteil von ihnen sicherlich.

Diese Entwicklung hat nun die jahrelang brachliegende Diskussion um eine Entlastung wieder befeuert. Der Gemeinderat beschloss am 3. Februar, eine Verkehrsflussanalyse für die Ortsdurchfahrt Gerlingen in Auftrag zu geben. Die Ergebnisse derselben liegen nun vor und werden dem Gemeinderat in einer Sondersitzung am Mittwoch, 28. April, vorgestellt (vergl. nebenstehende Meldung). Vorweg: Die sensationelle Lösung zeigt die in drei Abschnitte unterteilte Untersuchung nicht auf. Es bleibt dabei: Einzig eine Ortsumgehung kann die Verkehrsbelastung in Gerlingen abmildern.

Kreisverkehre bedeuten "keine Optimierung"

Gleichwohl stecken auf den insgesamt 61 Seiten der dreiteiligen Analyse interessante Aussagen des beauftragten Ingenieurbüros IVV Aachen/Berlin. Dazu gehört die Ansicht, dass ein Umbau der Kreuzungen „Gerlingermühle“ (Abzweig nach Wenden/L 714)) und Koblenzer Straße/Elbener Straße (Ortsmitte) in Kreisverkehre keine Optimierung des Verkehrsflusses erzeugen würden. Die Gemeindeverwaltung empfiehlt dem Rat jedenfalls den Beschluss, die Kreisverkehre nicht weiter zu verfolgen. Hier würden zahlreiche „Rückstauwellen“ innerhalb der Ortsdurchfahrt zu erheblichen Problemen innerhalb der Kreisverkehre führen und die Situation nicht verbessern, so die Meinung der Analysten.

Eine Absage erteilen die Gutachter auch der sogenannten „Amazon-Ampelanlage“ am Abzweig L 512/Ludwig-Erhard-Straße in das Gewerbegebiet „Auf der Mark“. Diese Ampelanlage möchte der US-Onlineversandriese sogar bezahlen, ohne Zweifel auch mit dem Gedanken, dass die „eigenen“ Transporter schneller aus dem Industriegebiet auf die L 512 gelangen. Insbesondere die Rückstausituation von der „Gerlingermühle“ in Richtung „Auf der Mark“ trägt aber laut

Rückstau bleibt problematisch

Untersuchung dazu bei, dass eine weitere Ampelanlage Ludwig-Erhard-Straße/L 512 nicht den gewünschten Effekt erzielen würde. Erst wenn dieser Rückstau entschärft werden kann, möchte die Gemeinde Wenden erneut über die Ampel nachdenken. Denkbar wäre aber ein Probebetrieb, um die Effekte einer „Amazon-Ampel“ nachzuweisen – allerdings erst nach Corona, um die tatsächlichen Verkehrsstärken abbilden zu können.

Die Verkehrsflussanalyse nennt weitere „kleinere Optimierungspotentiale im Bestand“. Hier wird vor allem der Umbau der Bushaltestelle im Bereich des „Netto“-Marktes von einem Buskap zur Busbucht oder gar die komplette Verlagerung der Haltestelle vorgeschlagen. Da dieser Gedanke nicht neu ist, hat die Wendener Gemeindeverwaltung bereits Abstimmungsgespräche mit dem Landesbetrieb Straßen NRW als „Besitzer“ der Koblenzer Straße und dem Zweckverband Westfalen-Süd als zuständige Einrichtung für den Busverkehr eingeleitet.

Eine weitere Optimierung des Verkehrsflusses wird in der aktuellen Ampelschaltung gesehen. Eine abgestimmte Grünphase könnte Rückstaus vermeiden. In diesem Zusammenhang ist auch die Fußgänger-Bedarfsampel vor der Volksbank ins Blickfeld geraten. Die Untersuchung hat gezeigt, dass die Ampel wesentlich früher eine neue Fußgängerfreigabe schaltet als angenommen. Dies führt laut Gemeindeverwaltung zu „zeitweise sehr kurzen Grünzeiten für die Kfz“.

Umgehungsstraße bleibt wichtiges Thema

Zusammenfassend schlägt Bürgermeister Bernd Clemens folgende Erarbeitungsschritte vor:
nach der Umsetzung der vorgeschlagenen (kleineren) Maßnahmen und der hiermit erhofften Verringerung der Rückstaulängen, soll die Ampelsituation im Bereich L 512/Ludwig-Erhard-Straße neu beraten und ein Probebetrieb durchgeführt werden; parallel soll „weiterhin an einer Entlastung der Ortschaft durch eine Umgehungsstraße gearbeitet werden“.

Hier soll die Erschließung des anvisierten interkommunalen Gewerbegebietes „Ruttenberg“ berücksichtigt werden (die SZ berichtete mehrfach). In der Sondersitzung des Gemeinderates steht außerdem ein Antrag des CDU-Ortsverbands Gerlingen/Elben auf der Tagesordnung, der sich ebenfalls mit der Verkehrsproblematik in Gerlingen beschäftigt (vergl. nebenstehende Meldung.)

Typische Situationen auf der Koblenzer Straße. Die  Schaltung der Fußgängerampel soll für den Verkehrsfluss optimiert werden.
Der abbiegende Verkehr in Richtung Wenden sorgt nahezu immer für Rückstaus. Einen Kreisverkehr halten die Analysten aber nicht für die Lösung. Ebenso wenig wie für die Kreuzung mit der Elbener Straße.
Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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