160 Rettungskräfte wegen Hochwasser im Einsatz
"Land unter" im Wendener Land

Die Bachstraße stand stundenlang unter Wasser. Hinter der linken Häuserreihe verläuft der Großmickebach. Die Keller zu dieser Seite liefen bis zur Decke voll.
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  • Die Bachstraße stand stundenlang unter Wasser. Hinter der linken Häuserreihe verläuft der Großmickebach. Die Keller zu dieser Seite liefen bis zur Decke voll.
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hobö Wenden. Das kräftige Gewitter am Freitagnachmittag hat insbesondere in der Gemeinde Wenden großen Schaden angerichtet. Gleich in mehreren Ortschaften traten Bäche über die Ufer, das Wasser drang in mehrere Keller ein. Besonders dramatisch entwickelte sich die Situation am Großmickebach in Ottfingen. Dort liefen in mehreren Häusern die Keller bis zur Oberdecke voll. Selbst auf der höher als jene Keller liegenden  Bachstraße steckten zahlreiche Autos fest. Dort stand das Wasser teils hüfthoch.

Ab 16.30 Uhr ging es Schlag auf Schlag

Vereinzelt gingen um 16 Uhr die ersten Anrufe ein. Bürger meldeten vollgelaufene Keller. Um 16.30 Uhr, als sich das Gewitter eigentlich so langsam abschwächte,  ging es dann "Schlag auf Schlag", wie es Christopher Quast, der Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Wenden, umschreibt.
 

Zügig Einsatzleitstelle eingerichtet

Da die Feuerwehr-Verantwortlichen bereits ahnten, dass hier Dramatisches passiert, wurde schnellstmöglich eine Einsatzleitstelle im Feuerwehrgerätehaus in Wenden eingerichtet. Von dort aus koordinierte man die Einsätze - und rief selbst um Hilfe. Denn neben der gesamten Gemeinde-Feuerwehr Wenden wurde Verstärkung aus Olpe und Drolshagen angefordert. Auch das Technische Hilfswerk (THW) eilte mit Einheiten aus Attendorn, Olpe und Siegen ins Wendener Land. Der Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes kam ebenso zum Einsatz wie mehrere Streifenwagen-Besatzungen der Olper Polizei. 

In kurzer Zeit 35 Einsätze zu bewältigen

Insgesamt halfen 160 Einsatzkräfte mit, die Lage in den Griff zu kriegen. Dies gestaltete sich nicht einfach, da zeitgleich in Hünsborn, Schönau, Möllmicke und vor allem in Wenden und Ottfingen Hilfe vonnöten war.  In Summe arbeiteten die Rettungskräfte 35 Einsätze im "Wendschen" ab, oder sind noch bis in die späten Abendstunden dabei.

"Das habe ich in 70 Jahren nicht erlebt"

"So was habe ich in 70 Jahren noch nicht erlebt", zeigte sich Winfried Fischer aus Ottfingen schockiert. Das Wasser sei auf einmal schlagartig aus dem Großmickebach getreten und über Wiesen in Richtung der Häuser gestiegen.  Ein Anlieger der Bachstraße schilderte, dass man überhaupt keine Chance gehabt habe, das Wasser vor dem Eindringen in die Häuser aufzuhalten. Es sei einfach viel zu schnell gekommen. Auf Wiesen an der Großmicke weidende Schafe schafften es soeben noch,  vor dem Ertrinken das eingezäunte Areal zu verlassen.

Hochleistungspumpen angefordert

Aus Olpe wurde eigens das "Hydra-Fire-System" nach Ottfingen beordert. Von diesen Spezialfahrzeugen hat das Land jedem Regierungsbezirk eins zur Verfügung gestellt. Das "Arnsberger" ist in Olpe stationiert. Mit den besonders leistungsfähigen Pumpen  gelang es, die Bachstraße von dem Wasser zu befreien. Die Menschen konnten am späten Abend wieder zu ihren Häusern und Autos gelangen. Die Bewohner eines Hauses an der Bachstraße  eilten aus dem Urlaub zurück. Ihr Keller war komplett vollgelaufen. 

Wendebach 

Heftig war die Situation auch wieder am Wendebach in Wenden. Dort liefen ebenfalls mehrere Keller in Höhe der Wendebachstraße und entlang der Severinusstraße voll. Die Begegnungsstätte des AWo-Ortsverbands Wenden war dabei wie manch andere Häuser der Nachbarn erneut betroffen. Hier war im August vergangenen Jahres schon erheblicher Schaden nach einem Gewitterregen entstanden.

Weiteres Ungemach droht

Viele Einsatzkräfte befinden sich noch immer vor Ort, um Wasser aus Kellern zu pumpen und bei ersten Aufräumarbeiten zu helfen. Der Regenradar lässt erahnen, dass auch in der Gemeinde Wenden in den nächsten Stunden weiteres Ungemach in Form weiterer starker Regengüsse vom Himmel fallen könnte. Die von dem Hochwasser betroffenen Bürger werden sicherlich einen schlechten, oder gar keinen Schlaf haben.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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