SZ

Gesundheitsminister lobt Kommunikationsprojekt im „Haus Elisabeth“
„Landesweit einzigartig“

Großer Bahnhof: Der Ministerbesuch lockte namhafte Vertreter des Trägers sowie aus Verwaltung, Politik und Ärzteverbänden in die Einrichtung der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen in Rothemühle.  Fotos: hobö
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  • Großer Bahnhof: Der Ministerbesuch lockte namhafte Vertreter des Trägers sowie aus Verwaltung, Politik und Ärzteverbänden in die Einrichtung der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen in Rothemühle. Fotos: hobö
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hobö Rothemühle. „Wie schaut’s?“, betrat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann – typisch westfälisch-hemdsärmelig – am Mittwochnachmittag die Cafeteria der Senioreneinrichtung „Haus Elisabeth“ in Rothemühle. „Merkwürdig“ hätte die Antwort lauten können, denn bei der Vorstellung eines besonderen Kommunikationsprojekts in dem Pflegeheim standen alle Anwesenden mit Mund-Nasen-Schutzmasken auf zuvor aufgeklebten gelben Kreuzen weit voneinander entfernt. Natürlich eine Folge der Schutzmaßnahmen vor dem Coronavirus, das auch ursächlich für das spezielle Projekt ist, das Minister Laumann als „landesweit einzigartige Initiative“ lobte (vergl. gesonderten Bericht).

Worum geht es?

hobö Rothemühle. „Wie schaut’s?“, betrat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann – typisch westfälisch-hemdsärmelig – am Mittwochnachmittag die Cafeteria der Senioreneinrichtung „Haus Elisabeth“ in Rothemühle. „Merkwürdig“ hätte die Antwort lauten können, denn bei der Vorstellung eines besonderen Kommunikationsprojekts in dem Pflegeheim standen alle Anwesenden mit Mund-Nasen-Schutzmasken auf zuvor aufgeklebten gelben Kreuzen weit voneinander entfernt. Natürlich eine Folge der Schutzmaßnahmen vor dem Coronavirus, das auch ursächlich für das spezielle Projekt ist, das Minister Laumann als „landesweit einzigartige Initiative“ lobte (vergl. gesonderten Bericht).

Worum geht es? Aufgrund der Corona-Pandemie sind in Senioreneinrichtungen neben Schutzmaßnahmen auch Besuchsregelungen erforderlich, die für Bewohner und Angehörige zu deutlichen Einschränkungen geführt haben. Ebenso wurden Arztbesuche entsprechend umorganisiert und soweit möglich durch Videosprechstunden ersetzt. Um auch den Angehörigen der Bewohner die Möglichkeit zu geben, miteinander in Kontakt zu bleiben, sollte auch eine digitale Lösung – ähnlich wie bei der Videosprechstunde mit einem Arzt – genutzt werden, so dass Angehörige online einen Termin zur Videotelefonie mit den Bewohnern buchen können.

Die Idee für das Kommunikationsprojekt entwickelten Reinhard Schönauer (Geschäftsleitung der Firma Schönauer Personalservice in Wenden) und Stefan Spieren (Hausarzt in Hünsborn und Vorsitzender des Ärztevereins Kreis Olpe) in Zusammenarbeit mit Melanie Beckmann (Pflegedienstleitung „Haus Elisabeth“). Die Arztpraxis Spieren & Kollegen führt bereits seit 2017 Videosprechstunden in der Einrichtung durch. Mittlerweile setzen auch andere Arztpraxen der Umgebung die Videosprechstunde in der Senioreneinrichtung ein. Als technischer Partner konnte die Firma „samedi“ aus Berlin gewonnen werden, die eine zertifizierte, verschlüsselte Videolösung mit Buchungsfunktion zur Verfügung stellt. Die Konfiguration erfolgt durch die Arztpraxis Spieren & Kollegen, die die gleiche Technik bereits für Videosprechstunden einsetzt.

Um Unabhängigkeit von der Infrastruktur der Senioreneinrichtung zu gewährleisten – WLAN steht nach SZ-Informationen nur bedingt zur Verfügung – stellen die Hünsborner Arztpraxis die notwendige LTE-Verbindung und die Firma Schönauer ein Tablet zur Verfügung, das die Bewohner nutzen. Der ganze Ablauf erfolgt komplett digital und entlastet damit auch das Pflegepersonal im „Haus Elisabeth“, da die Buchungen zu vorgegebenen Zeiten durch die Angehörigen selbst erfolgen können.

Die pragmatische und innovative Lösung konnte aufgrund der jahrelangen und guten Zusammenarbeit mit dem gesamten Pflegepersonal umgesetzt werden. „Vorbehalte der Seniorinnen und Senioren sind in der Einrichtung selten, die Seniorenheimbewohner sind offen für neue Möglichkeiten der Kommunikation“, lobt Stefan Spieren.

Auch nach der Lockerung der strikten Besuchsregeln für Seniorenheime in Nordrhein-Westfalen kann das Projekt vielen Bewohner und ihren Familien helfen, in Kontakt zu bleiben – zum Beispiel mit Verwandten, die weiter entfernt leben.

Reinhard Schönauer erklärte, dass der „Lockdown“ in den Seniorenheimen einem Hausarrest gleichgekommen sei – eine unerträgliche Situation gerade für die Generation, die im Zweiten Weltkrieg und danach viele Opfer erbracht und den Grundstein für den heutigen Wohlstand gelegt habe. Daher sei die Idee für das Projekt entstanden, um die Kommunikation der Heimbewohner zu ihren Familien zu verbessern. „Ich hoffe, unsere Initiative ist immer nur eine Alternative, denn nichts ersetzt den persönlichen Kontakt.“ Wie Schönauer, der im Namen der Firma Schönauer Personalservice der Rothemühler Pflegeeinrichtung noch 1000 Schutzmasken spendete, dankte auch Stefan Spieren den Mitarbeitern der Senioreneinrichtung für deren Einsatz und Überzeugungskraft, das Angebot auch zu nutzen. Schönauer kündigte noch an, dass die Kommunikationslösung auch im Wendener St.-Josefsheim eingeführt werden solle.

Dank an alle, die zum Gelingen beigetragen haben, sprach Landrat Frank Beckehoff aus. Er erinnerte daran, dass ein großes Thema der Regionale 2025 die Digitalisierung sei. Digitale Lösungen seien in der Gesundheitsfürsorge sehr wichtig, und in der Regionale nehme man zurzeit das „Zentrum digitale Pflege“ in Angriff. „Ich würde sehr gerne dieses Kommunikationsprojekt, von dem ich sehr überzeugt bin, in dem Zentrum vermitteln“, erklärte Beckehoff.

Volker Schrage aus dem Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Südwestfalen lobte die Initiative in Rothemühle als „Leuchtturmprojekt“, denn bei allem müsse der Mensch im Mittelpunkt stehen.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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