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Schulleitungen berichten über Erfahrungen im Lockdown
Lernen auf Distanz funktioniert gut

Das Projekt „Mobile Digitalwerkstatt“ besuchte im Herbst 2019 die Hünsborner Grundschule. Es weckte große Begeisterung bei Schülern sowie Lehrkräften und schuf bereits eine wichtige Voraussetzung für den Umgang mit digitalen Medien.
  • Das Projekt „Mobile Digitalwerkstatt“ besuchte im Herbst 2019 die Hünsborner Grundschule. Es weckte große Begeisterung bei Schülern sowie Lehrkräften und schuf bereits eine wichtige Voraussetzung für den Umgang mit digitalen Medien.
  • Foto: hobö (Archiv)
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

hobö Wenden. Der Punkt stand nicht auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung und Soziales der Gemeinde Wenden, doch auf Anfrage von Marina Bünting (Bündnis 90/Die Grünen) berichteten die Schulleitungen über ihre Erfahrungen mit dem Distanzunterricht. Angesichts der vielfältigen Meldungen im Lande über Probleme im Corona-bedingten Unterricht außerhalb der Schule überraschten die überwiegend positiven Meldungen der Schulleiterinnen und -leiter dann doch ein wenig.Wolfgang Linz, Leiter des Grundschulverbunds „Wendener Land“ mit Stammschule in Wenden und Teilstandort in Rothemühle, hat das Gefühl, „dass es gut funktioniert mit dem Lernen auf Distanz“. Im vergangenen Frühjahr sei dies „noch holprig“ gewesen.

hobö Wenden. Der Punkt stand nicht auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung und Soziales der Gemeinde Wenden, doch auf Anfrage von Marina Bünting (Bündnis 90/Die Grünen) berichteten die Schulleitungen über ihre Erfahrungen mit dem Distanzunterricht. Angesichts der vielfältigen Meldungen im Lande über Probleme im Corona-bedingten Unterricht außerhalb der Schule überraschten die überwiegend positiven Meldungen der Schulleiterinnen und -leiter dann doch ein wenig.Wolfgang Linz, Leiter des Grundschulverbunds „Wendener Land“ mit Stammschule in Wenden und Teilstandort in Rothemühle, hat das Gefühl, „dass es gut funktioniert mit dem Lernen auf Distanz“. Im vergangenen Frühjahr sei dies „noch holprig“ gewesen. Die digitale Ausstattung sei gewachsen, der Schulverbund habe genügend Endgeräte. Von diesen seien einige an Familien ausgeliehen worden. Wie Linz ferner erläuterte, fänden nun auch mit den jüngeren Kindern Video-Konferenzen statt. Zudem laufe der Kontakt unter den Lehrkräften gut.

In Einzelfällen greift Notbetreuung

Auf der anderen Seite, so Wolfgang Linz, bedeute die Beschulung der Kinder in deren Zuhause „eine riesige Herausforderung für die Eltern“ – zumal er damit rechne, dass es auch nach Ende des derzeitigen Lockdowns noch nicht voll mit dem Präsenzunterricht weitergehe. „Aber wir stehen in engem Kontakt mit den Eltern. So sehe ich einen zumindest gangbaren Weg, ich hoffe jedenfalls, dass die Lernverluste nicht allzu groß werden.“Peter Clemens, stellv. Leiter der Katholischen Grundschule Gerlingen, schloss sich „in großen Teilen“ den Ausführungen seines Vorredners an. Man habe große Sorge, einzelne Kinder „zu verlieren“, aber in diesen Fällen herrsche Sensibilität. „Seit zwei Wochen holen wir Kinder punktuell in die Schule, damit die Lehrkräfte hier genau hinsehen können.“ Derzeit befinden sich laut Clemens 10 Prozent der Kinder in einer Notbetreuung in der Schule. „Damit fahren wir im Moment ganz gut“, ergänzte der stellv. Schulleiter. Nun bereite man sich auf den sogenannten Wechselunterricht vor.

Sabine Bock, Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule Hünsborn, erklärte dem Ausschuss, dass in „ihrer“ Schule ebenfalls etwa 10 Prozent der Kinder in der Notbetreuung seien. Derweil habe die Schule 13 „iPads“ an Familien verliehen. „Wir haben ja relativ viele, daher ist das unproblematisch“, versicherte Sabine Bock. Sie lobt diesbezüglich das „sehr große Verantwortungsbewusstsein der Familien – die Eltern ziehen mit“.

Heißer Draht zur Schulpflegschaft

„Ich kann mich vollumfänglich anschließen“, ergänzte Julia Cruz Fernandez die Stellungnahmen. Die Leiterin der Gesamtschule Wenden berichtete überdies, dass die Notbetreuung lediglich für die Klassen 5 und 6 angeboten würde. Hierfür hätten sich nur „ganz wenige“ Schüler angemeldet. Nun habe man das Angebot auf die Jahrgangsstufen 11 bis 13 erweitert. „Ich bin auf die Reaktionen gespannt“, so Julia Cruz Fernandez.Einhergehend sage ihr der „heiße Draht zur Schulpflegschaft, dass eine Zufriedenheit da ist“. Man werde sich treffen, um über die neusten Entscheidungen zum Lockdown und der wie auch immer gearteten Entscheidungen zu einer möglichen Öffnung der Schulen zu sprechen. „Leider kommen die Mails aus Düsseldorf immer sehr spät.“
Allgemein aber, so Julia Cruz Fernandez, stimme die Leere in der Schule traurig. „Die Kinder und Jugendlichen fehlen hier. Und wir hoffen auf nicht zu große Lernlücken.“ Mit Sorge blicke sie jedenfalls auf die für März anberaumte Lernstandserhebung für den Jahrgang 8. Und die Leiterin der Gesamtschule räumte ein, dass es für eine neue Schule durchaus schwierig sei, auf das erste Abitur überhaupt hinzusteuern. Dieses steht bekanntlich im nächsten Jahr an der 2013 in Betrieb genommenen Gesamtschule Wenden an.

"Generation Corona" nicht abstempeln

UWG-Fraktionschef Thorsten Scheen dankte den Schulleitungen für das, was sie in der Pandemie alle ermöglicht hätten. Er befürchte dennoch „fatale Folgen für diese Schülergeneration“. Daraufhin meldete sich erneut Sabine Bock: „Wir müssen vorsichtig sein, die ,Generation Corona’ abzustempeln.“ Sie leiste sehr viel und lerne ja was Besonderes, nämlich mit diesen schwierigen Umständen klarzukommen. Dies könne für das Leben womöglich sehr wichtig sein.Einen „superherzlichen Dank“ an die Schulleitungen und Kollegien sprach schlussendlich die Vorsitzende des Ausschusses für Bildung und Soziales, Catrin Stockhecke-Meister (SPD) aus. „Schön, dass es Sie gibt. Und es ist schön, zu sehen, dass die elterliche Bildungslandschaft in der Gemeinde Wenden funktioniert.“

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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