Loopings über dem Zwiebelturm

Flugplatzfest lockte zahlreiche Gäste nach Hünsborn / »Citation« zeigte sich aus der Nähe

rudi Hünsborn. Das Flugplatzfest ist nicht nur im Terminkalender der Hobby-Piloten fest verankert, alljährlich zieht es auch Besucher aus Hünsborn sowie benachbarten Orten im Sauer- und Siegerland zu dem Stelldichein, mit dem die Fliegersaison offiziell endet. Auch in diesem Jahr füllte sich der Platz vor dem Rollfeld vor kurzem sehr gut und bot Jung und Alt ein Podium für Unterhaltung, Technik und kulinarische Genüsse. Dabei erwies sich auch Petrus als echter Freund derjenigen, die ihm eben ein bisschen näher sind und schickte strahlenden Sonnenschein nach Hünsborn.

Obwohl die Saison eigentlich passé ist, drehten die Flieger am Wochenende noch einmal richtig auf – insbesondere die Motoren ihrer Maschinen. Neben Segelflugzeugen kamen schließlich auch Motorflugzeuge – zumeist älterer Gattung – zum Einsatz. Den Gästen wurde an beiden Tagen ein Einblick in den Flugbetrieb gewährt. Entsprechend zahlreich kamen die Interessierten, um die Kunststücke der Piloten zu bewundern, das Röhren der Motoren zu genießen oder sogar selbst in einem der Flugzeuge mitzufliegen. Diese Möglichkeit bot sich unter anderem bei der »Steglitz«, einem offenen Doppeldecker, der für Rundflüge zur Verfügung stand.

Für Kenner und Liebhaber standen vor allem die älteren Maschinen im Mittelpunkt. So hatte man zum Beispiel eine »Yak 50«, einen Kunstflieger russischer Bauart, auf dem Rollfeld platziert. Für Aufsehen sorgte auch eine »Piper J3C«, die 1941 gebaut wurde. Als ältestes Flugzeug, das in Hünsborn beheimatet ist, lieferte der Flieger sich ein spannendes Duell mit der »PulsarXP«, die mit einem Alter von drei Jahren das neueste Flugzeug ist. Beide Fabrikate gehören einer ansässigen Haltergemeinschaft. Die Piloten versuchten bei der Vorführung, ihre Flieger parallel am Horizont entlang zu steuern. Angesichts der unterschiedlichen Bauart und Technik stellte sich dieses Vorhaben als äußerst schwieriges Unterfangen heraus. Während die Pulsar XP mindestens 90km/h schnell fliegen muss, um sich überhaupt in der Luft halten zu können, bedarf es für die Piper nämlich großer Anstrengung, überhaupt so schnell fliegen zu können.

Wahre Wunder vollbrachte indes Ralf Kehl in seiner »LO 100«. Er raste mit bis zu 250km/h in seine Figuren hinein und vollzog nicht nur Loopings über Hünsborn und seinem prägnanten Zwiebelturm auf der Kirche, sondern auch Kunststücke, die den Körper bis an seine Grenzen bringen – immerhin wirken dabei Kräfte auf den Piloten, die an das Fünffache seines Körpergewichts heranreichen. Unangefochtener Höhepunkt war jedoch der Besuch einer Cessna »Citation«, die in Besitz einer großen Firma aus Leverkusen ist und in der Regel für den »Business-Chat« genutzt wird – also »betuchte« Käufer verlangt. Zwischen 7 und 9 Mill.e kostet eine derartige Maschine. Zum Leidwesen der interessierten Zuschauer konnte der »Luxus-Flieger« jedoch nicht in Hünsborn landen – das Rollfeld ist nicht für diesen Cessna-Typ geeignet. Stattdessen zeigte sich die Maschine am Sonntagmittag im Tiefflug in voller Pracht.

Auch am Boden ging es bunt zu. Die Veranstaltung war maßgeblich von den Hünsborner Vereinen geprägt – ein Beweis dafür, dass zwischen Flugplatznutzern und Dorfgemeinschaft eine enge Freundschaft besteht. Während der Männergesangverein »Sangeslust«, der Pfarrcäcilien-Chor, der Quartettverein »Die zwölf Räuber« sowie der Musikverein »Hoffnung« mit einigen Werken unterhielten, verköstigte die Katholische Frauengemeinschaft die Gäste mit frischen Waffeln, die Sportfischer boten Räucherforellen und die »Qualmenden Socken« deftige Erbsensuppe an. Ebenfalls waren die Sportschützen mit einem Stand vertreten. Das Team des Flugplatzes hatte also tatkräftige Unterstützung.

Diese war vor allem bei der »Fliegerdisco« nötig. Bis in die frühen Morgenstunden amüsierten sich rund 800 Gäste zu den Klängen der heimischen Coverband »seven ab«. Das Flugplatzfest war also wieder ein voller Erfolg, der auf eine gute Saison in 2004 hoffen lässt.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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