Gemeinde Wenden gibt über 26.000 Euro
Luftsportverein Hünsborn setzt auf Energiewende

Dieses Luftbild zeigt die Gebäude auf dem Hünsborner Flugplatzgelände. Bei den Hallen für die Photovoltaik-Anlage handelt es sich um die Halle „Ferndorf“ (große weiße Halle, l.) sowie die „Traktorhalle“ (kleine Garage mit türkisfarbenem Dach).
  • Dieses Luftbild zeigt die Gebäude auf dem Hünsborner Flugplatzgelände. Bei den Hallen für die Photovoltaik-Anlage handelt es sich um die Halle „Ferndorf“ (große weiße Halle, l.) sowie die „Traktorhalle“ (kleine Garage mit türkisfarbenem Dach).
  • Foto: LSV Hünsborn
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

hobö Hünsborn. Vor Freude in die Luft gesprungen, oder in diesem Falle vielmehr geflogen, sind dieser Tage vermutlich die Mitglieder des Luftsportvereins (LSV) Hünsborn. Denn der Rat der Gemeinde Wenden beschloss, einen Zuschuss in Höhe von maximal 26 103,60 Euro an den Club zu zahlen. Dieser wird für die Errichtung von Photovoltaikanlagen mit Batteriespeicher auf zwei Hallen des Flugplatzgeländes in Hünsborn gewährt.

Komplette SPD enthält sich

Die Kommune macht es einhergehend zur Bedingung, dass der Fuhrpark auf Elektrobetrieb umgerüstet wird, der Eigenverbrauch erzeugter Energie steigt und die Einspeisung von Strom in das allgemeine Netz zurückgeht. Zwar fiel der Beschluss nach offizieller Lesart einstimmig aus, es gab aber bei 27 Ja-Stimmen acht Enthaltungen der kompletten SPD-Fraktion.

Knapp 40.000 Euro Kosten

Mit der genannten, maximalen Förderung übernimmt die Gemeinde 75 Prozent der kalkulierten Gesamtkosten in Höhe von 38.104,80 Euro. An Landesmitteln sind 3300 Euro eingeplant.
Grundsätzlich entspreche der Antrag des Vereins den Förder- und Zuwendungsrichtlinien der Gemeinde Wenden, betont die kommunale Klimaschutzmanagerin, Katrin Schröder, in ihrer Stellungnahme. Schließlich plane der Verein investive Maßnahmen, die nachweislich den Verbrauch fossiler Energieträger, die Energiekosten sowie die Emission schädlicher Stoffe verringern würden.

Gewinnerzielung darf nicht sein

Die Klimaschutzmanagerin der Gemeinde gibt gleichwohl zu bedenken, dass die Netzeinspeisung der überschüssig gewonnenen Energie den Förderrichtlinien widerspreche. Der Verein befinde sich insofern in einer Zwickmühle. Die Gewinnerzielung sei laut Antragsformular nicht die Absicht für die Anschaffung der PV-Anlage, zumal die Höhe der Einspeisevergütung inzwischen nicht mehr besonders attraktiv sei.

Strom wird bald komplett selbst verbraucht

Die Netzeinspeisung ist nach Ansicht der Klimaschutzmanagerin derzeit lediglich ein Nebeneffekt, der nur deshalb entstehe, weil der produzierte Strom zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht komplett selbst gespeichert respektive verbraucht werden könne. „Es wäre aber aus verschiedenen Gründen unsinnig, die geplante Anlage kleiner zu dimensionieren, nur um keine Überschüsse zu generieren, zumal es konkrete Pläne gibt, den Anlagen- und Fuhrpark auf solarbetriebene Geräte umzurüsten“, betont Katrin Schröder in ihrer Stellungnahme zum Antrag des LSV.

LSV denkt "vorbildlich und nachhaltig"

Die Klimaschutzmanagerin erklärt ferner, dass der Verein langfristig und vor allem „vorbildlich nachhaltig“ denke. Schließlich sei der Ausbau der Solarenergie „ein unverzichtbarer Baustein bei der Umsetzung der Energiewende“. Die Gemeinde Wenden könne sich glücklich schätzen, dass auch die hiesigen Vereine das ihnen Mögliche dazu beitragen wollten. „Aufgrund des guten und vor allem durchdachten Konzepts sollte es möglich sein, eine Lösung zu finden, wie die Gemeinde Wenden den Verein dennoch auf Basis der geltenden Förderrichtlinien unterstützen kann.“
Und die wurde gefunden. Denn in den Förderrichtlinien ist auch der Passus enthalten, dass bei „zweifelhafter Einordnung“ der Gemeinderat über die Förderwürdigkeit entscheidet. Das tat er dann auch.

SPD akzeptiert Widerspruch zu Förderrichtlinien nicht

Die SPD-Fraktion haderte aber sowohl in der Vorberatung im Sport- und Kulturausschuss als auch im Rat mit der Einspeisevergütung. Hierdurch erziele der Verein Einkünfte, weswegen die Förderrichtlinien nicht vollumfänglich greifen würden. Dem widersprachen die Befürworter des Zuschusses, da beispielsweise mit der Bezuschussung eines Clubhauses auch die Möglichkeit für Einnahmen aus dem Betrieb entstünde. Außerdem enthielten die Richtlinien ja die bereits die genannte Möglichkeit, dass der Rat bei unklarer Einordnung die Entscheidungsgewalt besitze.
„Wir sind der Gemeinde Wenden sehr dankbar für die Bezuschussung unseres Bauvorhabens und freuen uns, einen Beitrag zum Klimaschutz leisten zu können“, erklärte Tabea Langemann, Medienbeauftragte des LSV Hünsborn, gegenüber der SZ.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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