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Große Resonanz auf SZ-Umfrage
Mehrheit gegen Ansiedlung von Amazon

Die Resonanz auf die Befragung der Siegener Zeitung ist groß. Viele Bürger sandten uns ihre Meinung zur Frage einer Ortsumgehung für Gerlingen.
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  • Die Resonanz auf die Befragung der Siegener Zeitung ist groß. Viele Bürger sandten uns ihre Meinung zur Frage einer Ortsumgehung für Gerlingen.
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hobö Gerlingen. „Sagen Sie uns Ihre Meinung“, appellierte die Siegener Zeitung in einer besonderen Aktion zum Thema „Amazon-Ansiedlung“ im Industriegebiet „Auf der Mark“ in Gerlingen. Und viele Bürger aus der Gemeinde Wenden folgten dem Aufruf. Sie nutzten vielfach die an die Haushalte verteilten Antwortkarten, um ihre Meinung zum Verteilzentrum des weltweit größten Online-Versandhändlers kundzutun und zugleich die Frage der SZ zu beantworten, ob die Gemeinde Wenden eine Ortsumgehung für Gerlingen nun angehen müsse. Für die Beteiligung bedankt sich die SZ.
Ein Auszug aus den AntwortenFolgende Frage wurde gestellt: „Wie ist Ihre Meinung: Muss die Gemeinde die Ortsumgehung (für Gerlingen) angehen?

hobö Gerlingen. „Sagen Sie uns Ihre Meinung“, appellierte die Siegener Zeitung in einer besonderen Aktion zum Thema „Amazon-Ansiedlung“ im Industriegebiet „Auf der Mark“ in Gerlingen. Und viele Bürger aus der Gemeinde Wenden folgten dem Aufruf. Sie nutzten vielfach die an die Haushalte verteilten Antwortkarten, um ihre Meinung zum Verteilzentrum des weltweit größten Online-Versandhändlers kundzutun und zugleich die Frage der SZ zu beantworten, ob die Gemeinde Wenden eine Ortsumgehung für Gerlingen nun angehen müsse. Für die Beteiligung bedankt sich die SZ.

Ein Auszug aus den Antworten

Folgende Frage wurde gestellt: „Wie ist Ihre Meinung: Muss die Gemeinde die Ortsumgehung (für Gerlingen) angehen?“ Hier ein Auszug aus den mannigfaltigen Antworten (mehr dazu in unserer Printausgabe):

  • Die Gemeinde Wenden muss unbedingt eine Ortsumgehung angehen. Der Verkehr wird eine Katastrophe werden.
  • Ja, definitiv! Allerdings gab es mal eine Umfrage in Gerlingen, da wurde dies abgelehnt. Im Interesse aller Gerlinger und derjenigen, die jeden Tag vor Gerlingen stehen, um zur Arbeit zu kommen, ist eine Umgehung äußerst sinnvoll.
  • Eine Ortsumgehung wäre nach vielen Überlegungen schlecht machbar. Man sollte eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h über Nacht machen. Dazu Radaranlagen jeden Tag schalten und die Menschen bitten, weniger bei Amazon zu bestellen.
  • Ein Industriegebiet ist dafür da, dass sich Industrie ansiedelt. Das schafft Arbeitsplätze. Vielleicht kommt jetzt endlich die Umgehungsstraße über den Ruttenberg.
  • Die Gemeinde Wenden steht überdurchschnittlich gut da, damit sollte sie zufrieden sein und nicht für noch mehr Gewinn die Lebensverhältnisse für ihre Bürger verschlechtern. Daran sollten sich die Wähler erinnern.
  • Etwas Besseres konnte uns doch nicht passieren. Toll! Ohne Industrieansiedlung ist keine Zukunft.
  • Momentane Verkehrsgutachten sind wegen Corona nicht aussagekräftig, da viele Menschen zuhause sind.
  • Ja super. Werden dann auch schneller beliefert.
  • Es ist jetzt schon oft die Hölle, in Stoßzeiten durch den Ort zu fahren. Eine weitere Ampelanlage ist Humbug und bringt nichts außer mehr stehendem Verkehr, wenn sie genauso schlecht geschaltet ist wie der Rest der Ampeln.
  • Die Gerlinger Bürger haben lange still gehalten. Jetzt reicht es. Wir haben die Schnauze voll. Die Politik im Wendener Rathaus interessiert das anscheinend nicht! Wo sind die Christdemokraten eigentlich. Es müsste schnellstmöglich eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen werden.
  • Es ist eine Katastrophe. Gerlingen ist jetzt längst schon überlastet.
  • Als direkter Anwohner der Koblenzer Straße fürchten wir besonders auch, dass es mit der Nachtruhe dann vorbei ist. Deshalb nachts im Ort Tempo 30 als Sofortmaßnahme.
  • In Gerlingen geht demnächst nichts mehr: Amazon, Staus auch wegen Ausbau der A 45 über mindestens zehn Jahre. Wir brauchen eine Ortsumgehung.

Mehrheit gegen das Verteilzentrum

Auch wenn hier keine repräsentativen Umfrageergebnisse vorliegen, so manifestiert sich der Eindruck, dass viele Bürger gegen das Verteilzentrum sind und vor allem endlich eine Entlastung der Ortsdurchfahrt von Gerlingen fordern. Rund 5 Prozent der Teilnehmer äußerten sich dahingehend, dass sie die Ansiedlung von Amazon begrüßten. Die Pakete kämen schneller an, zudem würden zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, so der Tenor der Befürworter. Obwohl die Antwortkarten nicht namentlich kenntlich gemacht werden mussten, fällt im Gegensatz zu manchen Debatten im Internet hier eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema auf. Verunglimpfungen gibt es in den Antworten nicht, lediglich eine Antwort stellt zumindest die Frage, ob es hinsichtlich der Amazon-Ansiedlung womöglich eine Vorteilsnahme im Rathaus gebe könnte.

Ampelanlage kommt vorerst nicht

Wie mehrfach berichtet, rechnet Amazon selbst mit maximal 4200 zusätzlichen Fahrzeugbewegungen pro Tag. Diese werden alle im Industriegebiet „Auf der Mark“ stattfinden und über die einzige Zu- bzw. Ausfahrt, die Ludwig-Erhard-Straße, abgewickelt. Die wiederum mündet auf die Landesstraße 512 (Koblenzer Straße), die ihrerseits durch den Ort Gerlingen zum Autobahnkreuz Olpe-Süd führt und in südliche Richtung gen Rothemühle bzw. Freudenberg verläuft. Schon jetzt benutzen rund 20 000 Verkehrsteilnehmer die Ortsdurchfahrt von Gerlingen. Wieviel von dem zusätzlichen Amazon-Verkehr hinzukommt, vermag derzeit niemand genau zu sagen. Deshalb hat der Rat der Gemeinde Wenden in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, eine sogenannte Verkehrsfluss-Analyse für die Ortsdurchfahrt von Gerlingen in Auftrag zu geben. Diese soll unter anderem den Status quo an der Einmündung der Ludwig-Erhard-Straße/L 512 sowie auch das Aufeinandertreffen der L 512 mit der von Wenden heranführenden L 714 (Kreuztaler Straße) sowie die verschiedenen Einmündungen im Ort bis hin zur  Autobahn-Anschlussstelle im Norden von Gerlingen einbeziehen.

Zuständigkeiten sind ein Problem

Ein Problem für die handelnden Personen in Gemeindeverwaltung und -politik sind bei allen Planungen und Vorhaben die Zuständigkeiten. Denn die Kommune ist nicht zuständig, oder besser gesagt maximal Bittsteller, für bauliche Veränderungen auf oder an der Landesstraße 512. Denn da es sich hier um eine Landesstraße handelt, werden die Entscheidungen vom Land bzw. dessen Landesbetrieb Straßenbau getroffen.Über die vielfach geforderte Abfahrt an einer der beiden Autobahnen, die direkt in das Industriegebiet „Auf der Mark“ führen könnte, zumindest aber den Verkehr dorthin an Gerlingen in beachtlicher Größe vorbeiführen könnte, kann die Gemeinde Wenden selbstredend auch nicht entscheiden. Für Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung und Finanzierung der rund 2000 Autobahnkilometer in Nordrhein-Westfalen ist seit dem 1. Januar dieses Jahres die Autobahn GmbH des Bundes zuständig und nicht mehr der Landesbetrieb Straßenbau NRW. Also noch ein Ansprechpartner mehr bei der Suche nach einer Lösung für Gerlingen. „Hier prüfen wir, ob nun was zu machen ist“, versprach Bürgermeister Bernd Clemens dem Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung. Bislang verhallten sämtliche Hilferufe an Land und Bund hinsichtlich einer Entlastung der Gerlinger Ortsdurchfahrt. Der sechsstreifige Ausbau der A 45 wird Gerlingen sicherlich auch belasten. Allein der Ausbau der Talbrücke Gerlingen ist für die Jahre 2026 bis 2031 anberaumt.

Die Resonanz auf die Befragung der Siegener Zeitung ist groß. Viele Bürger sandten uns ihre Meinung zur Frage einer Ortsumgehung für Gerlingen.
Eine „grüne Welle“ und eine derart „luftige“ Aneinanderreihung der Fahrzeuge wünschen sich viele Bürger Gerlingens sowie jene Verkehrsteilnehmer, die die Koblenzer Straße häufig nutzen. Vor allem im Berufsverkehr sieht die Situation zumeist ganz anders aus als auf diesem Bild.
Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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