SZ

Dezember-Hochzeiten nehmen zu
Mit Schirm statt im Schnee

Für ihre Hochzeit im Winter hätten sich Jasmin und Niko Henrich eine schneebedeckte Landschaftgewünscht. Am 
Dienstag aber musste der Schirm herhalten – das Strahlen konnte der Dauerregen dem Paar aber nicht nehmen.
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  • Für ihre Hochzeit im Winter hätten sich Jasmin und Niko Henrich eine schneebedeckte Landschaftgewünscht. Am
    Dienstag aber musste der Schirm herhalten – das Strahlen konnte der Dauerregen dem Paar aber nicht nehmen.

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yve Wenden. Fast hätte es funktioniert – mit Brautkleid und im feinen Anzug vor den geschulten Augen der Fotografin im Schnee zu stehen. Für die bleibende Erinnerung an die Hochzeit im Winter. „Das hatte ich mir eigentlich auch so ausgemalt“, sagt Niko Henrich. Am Dienstag hat er Jasmin geb. Käs geheiratet.
,,Wir haben nur in dieser Woche Zeit''
Für die Reportage der SZ über das Paar, das eine Hochzeit zwischen Weihnachten und Silvester „packt“, hätten sich Bilder mit zauberhafter Schneelandschaft sicherlich auch gut gemacht. Nun sind Jasmin (33) und Niko Henrich (43) auf dem Foto mit Schirm zu sehen, nur letzte Reste der einst weißen Pracht der vergangenen Tage liegen noch am Wegesrand. Das Strahlen in ihren Gesichtern konnte ihnen der Dauerregen aber nicht nehmen.

yve Wenden. Fast hätte es funktioniert – mit Brautkleid und im feinen Anzug vor den geschulten Augen der Fotografin im Schnee zu stehen. Für die bleibende Erinnerung an die Hochzeit im Winter. „Das hatte ich mir eigentlich auch so ausgemalt“, sagt Niko Henrich. Am Dienstag hat er Jasmin geb. Käs geheiratet.

,,Wir haben nur in dieser Woche Zeit''

Für die Reportage der SZ über das Paar, das eine Hochzeit zwischen Weihnachten und Silvester „packt“, hätten sich Bilder mit zauberhafter Schneelandschaft sicherlich auch gut gemacht. Nun sind Jasmin (33) und Niko Henrich (43) auf dem Foto mit Schirm zu sehen, nur letzte Reste der einst weißen Pracht der vergangenen Tage liegen noch am Wegesrand. Das Strahlen in ihren Gesichtern konnte ihnen der Dauerregen aber nicht nehmen.

Im Ratssaal des Wendener Rathauses gaben sich Jasmin und Niko Henrich vor dem engsten Familienkreis das Jawort.
  • Im Ratssaal des Wendener Rathauses gaben sich Jasmin und Niko Henrich vor dem engsten Familienkreis das Jawort.

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Was hat das frisch verheiratete Paar dazu bewogen, sich im Winter und dazu noch zwischen den Jahren das Jawort zu geben? „Wir haben nur in dieser Woche Zeit“, erklärt Niko Henrich im Landhaus „Berghof“ zwischen Wenden und Hünsborn. Dorthin haben er und seine Frau Jasmin den engsten Familienkreis zum Essen eingeladen. Zehn Erwachsene und einige Kinder, dabei auch Benno und Oskar, die Söhne von Niko Henrich. Mehr Personen auf der Gästeliste hätten bei den Vorbereitungen für Kopfzerbrechen gesorgt. Denn genau am Hochzeitstag traten die neuen Corona-Regeln in Kraft. Bekanntlich wird in diesen das Zusammentreffen von mehr als zehn Personen im Alter über 14 Jahren untersagt.

400 Kilometer bis zu den Eltern

Bei der Trauung am Morgen im Rathaus in Wenden saßen Niko und Jasmin Henrich mit ihren Begleitern im großen Ratssaal mit Abluftanlage anstatt im Trauzimmer. „Wir sind froh, dass wir diesen Raum haben“, so Dirk Wirth in seinen einleitenden Worten. Aus einem Austausch über das soziale Netzwerk Twitter habe sich zwischen Niko und Jasmin zunächst Freundschaft und dann Liebe entwickelt.
Jasmin stammt aus Cuxhaven. Als sie zum ersten Mal mit Niko kommunizierte, war sie noch Studentin der Betriebswirtschaftslehre in Magdeburg. Zum Paar machte die Henrichs eine Autofahrt im Herbst 2017 in die Heimatstadt von Jasmin. Niko hatte ihr angeboten, sie 400 Kilometer weit zu ihren Eltern zu fahren. Auf der langen Fahrt sprang das letzte Fünkchen zum großen Glück über.

Das Sauerland war Jasmin kein Begriff

2018 zog das Paar zusammen nach Hünsborn, „ins wunderschöne Hünsborn“. So bezeichne Niko Henrich seinen Wohnort gerne. Das habe er bei der Vorbesprechung herausgehört, so der Standesbeamte. Das Sauerland war Jasmin Henrich früher nicht wirklich ein Begriff. „Die im Norden verbinden das Sauerland nur mit Willingen“, lacht der 43-Jährige. „Selbst das kannte ich nicht“, gibt seine Frau zu. Sie fühle sich sehr wohl im wunderschönen Hünsborn, dort, wo sie mit Niko alt werden möchte.

Das Paar kurz nach dem Kennenlernen auf einer Brücke über die Elbe in Magdeburg. Seinerzeit war Jasmin Henrich in der Stadt in Sachsen-Anhalt noch Studentin der Betriebswirtschaftslehre.
  • Das Paar kurz nach dem Kennenlernen auf einer Brücke über die Elbe in Magdeburg. Seinerzeit war Jasmin Henrich in der Stadt in Sachsen-Anhalt noch Studentin der Betriebswirtschaftslehre.

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Liebe könne sich auch wandeln, weiß Dirk Wirth. Permanente Veränderungen bedingten, sich dem Leben gemeinsam zu stellen und immer wieder die Nähe des anderen zu suchen. „Sie beiden wollen sich aufeinander einlassen, weil Sie ganz sicher sind, zusammenzuhalten und zusammenzubleiben“, seine Worte, bevor das Paar „Ja“ zueinander sagte.

Der Monat Dezember ist sehr gefragt

Jasmin und Niko Henrich haben große Zukunftspläne. Bald bauen sie ein Haus in Hünsborn, die 33-Jährige will ihr zweites Studium erfolgreich abschließen. Das absolviert sie dual beim Finanzamt Siegen und besucht zeitweise die Hochschule für Finanzen NRW in Nordkirchen. Auch in den Sommermonaten. Ein Hauptgrund für die Henrichs, sich im Winter trauen zu lassen. „Und zwischen Weihnachten und Silvester haben ja die meisten Urlaub“, sagt der 43-Jährige.

Wer an eine Hochzeit denkt, denkt meist automatisch an das Wetter, hofft auf Sonnenschein, Sektempfang im Freien. In der Weihnachtszeit zu heiraten, ist aber gar nicht so ungewöhnlich wie man zunächst annimmt. Im Wendener Rathaus gab es am Dienstag gleich zwei Trauungen, im gesamten Dezember der Krise zum Trotz derer gleich 13. „Der Monat ist gefragt“, erklärt Dirk Wirth auf Nachfrage der SZ. Das sei früher nicht so gewesen. Im Januar und im Februar blieben die Trauörtlichkeiten aber so gut wie verwaist. Das Olper Standesamt verzeichnet für Dezember elf Eheschließung.

Keine Last-Minute-Hochzeit

Die Henrichs haben nicht darüber nachgedacht, abzuwarten bis konstante Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen abzusehen sind. Nach dem Antrag, so die 33-Jährige, habe sie sich auch nicht mehr so lange gedulden wollen. Den machte ihr Niko übrigens ganz romantisch im Westen der Heimatgemeinde Wenden: auf der Aussichtsplattform in Heid. Seinen großen Tag hat das Paar ganz bewusst auf den 28. Dezember gelegt. Das habe nichts mit einer Last-Minute-Hochzeit aus Gründen steuerlicher Vorteile zu tun, lacht Jasmin Henrich, „auch wenn ich beim Finanzamt arbeite“. „Wir haben aus Liebe geheiratet.“

Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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