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Franz Schlechter aus Eiserfeld
Mit Tattoostudio vom Siegerland ins „lockere“ Sauerland

Franz Schlechter in seinem neuen Studio in Wenden an der Hauptstraße 95. Aus „Schwarzarbeit“ hat der 56-Jährige „Bäng Bäng“ gemacht.
  • Franz Schlechter in seinem neuen Studio in Wenden an der Hauptstraße 95. Aus „Schwarzarbeit“ hat der 56-Jährige „Bäng Bäng“ gemacht.
  • Foto: yve
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

yve Wenden. Er ist ein eingefleischter Siegerländer. „Ich lebe in Eiserfeld“, sagt Franz Schlechter. „Das soll auch so bleiben.“ Doch seinen Arbeitsplatz hat er ins Sauerland verlegt. „Kurze Zeit habe ich dort mal gewohnt, die Leute hier sind sehr locker.“ Viele kennen den 56-Jährigen. Unter dem Namen „Schwarzarbeit“ betrieb er 15 Jahre ein Tattoostudio in Eiserfeld in einem Geschäftshaus. „Das wurde verlauft, ich musste raus“, so Franz Schlechter. „100 Quadratmeter waren mir sowieso zu groß, ich brauche gar nicht so viel Platz.“ Dann fällt ihm einen Immobilienanzeige auf – Geschäftsräume an der Hauptstraße in Wenden zu vermieten. „Das hörte sich gut an.“ Nach Besichtigung entscheidet Schlechter, fortan im Sauerland anstatt im Siegerland selbstständig zu arbeiten.

yve Wenden. Er ist ein eingefleischter Siegerländer. „Ich lebe in Eiserfeld“, sagt Franz Schlechter. „Das soll auch so bleiben.“ Doch seinen Arbeitsplatz hat er ins Sauerland verlegt. „Kurze Zeit habe ich dort mal gewohnt, die Leute hier sind sehr locker.“ Viele kennen den 56-Jährigen. Unter dem Namen „Schwarzarbeit“ betrieb er 15 Jahre ein Tattoostudio in Eiserfeld in einem Geschäftshaus. „Das wurde verlauft, ich musste raus“, so Franz Schlechter. „100 Quadratmeter waren mir sowieso zu groß, ich brauche gar nicht so viel Platz.“ Dann fällt ihm einen Immobilienanzeige auf – Geschäftsräume an der Hauptstraße in Wenden zu vermieten. „Das hörte sich gut an.“ Nach Besichtigung entscheidet Schlechter, fortan im Sauerland anstatt im Siegerland selbstständig zu arbeiten. Auch den Namen ändert er – aus dem Studio „Schwarzarbeit“ wird „Bäng Bäng“. „Das ist kurz und knackig, und selbst mit drei Promille noch zu lesen“, schmunzelt der 56-Jährige. Nach den jüngst von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Schutzmaßnahmen muss natürlich auch Schlechter die Türen seines Studios erst einmal schließen - und kann diese erst im Dezember wieder öffnen.

Kunden schätzen Professionalität von Frank Schlechter

Irgendwann sei es einfach an der Zeit, alte Zöpfe auch mal abzuschneiden, begründet der 56-Jährige den Schritt der Neuausrichtung. „Von der Pike auf“, so sagt der Siegerländer, habe er die Kunst des Tätowierens sich zu eigen gemacht. „Gelernt habe ich Dreher.“ Für das Zeichnen hat er ein Faible seit er Denken kann. „Kunst im Allgemeinen interessiert mich einfach sehr.“ Als leidenschaftlicher Motorradfahrer pflegt er auch Beziehungen zu Clubs, für die er diverse Holzschilder kreierte.
Vor seiner Selbstständigkeit sammelt Franz Schlechter Erfahrungen bei verschiedenen Tätowierern, „und so machte ich irgendwann mein Hobby zum Beruf“. Heute schätzten Kunden seine Professionalität. „Für meine Arbeiten stehe ich grade.“ Der 56-Jährige betrachtet es mit gemischten Gefühlen, „dass derzeit Tattoostudios wie Pilze aus der Erde wachsen“.
„Es kann doch nicht sein, dass manche Tattoos ab 10 Euro anbieten. Wer billig kaufe, der kaufe zweimal. „Das entzaubert den Ursprung des Tätowierens“, bedauert Franz Schlechter. Nicht selten habe er misslungene Hautbemalungen „retten“ müssen.

Umgang mit den Instrumenten bedeutet jahrelanges Üben

Der Umgang mit den Instrumenten müsse einfach sitzen, das bedeute jahrelanges Üben – vorausgesetzt, eine künstlichere Begabung liege im Blut. „Im Internet werden Tattoo-Komplett-Sets zu günstigen Preisen angeboten“, erzählt Franz Schlechter. Aber einfach drauf los, funktioniere beim Tätowieren nicht. Erfahrung, eine stetige Weiterbildung, Altbewährtes schätzen und sich vor Neuem nicht verschließen sei das Erfolgsrezept. „Das lebe ich auch.“ Gründlichkeit und ein gutes Hygienkonzept gehörten dazu.
Auch er als „alter Hase“ müsse auf dem Laufenden bleiben. „Auf Messen schaue ich gerne Kollegen über die Schulter, mich interessiert auch, mit welcher Ausrüstung sie hantieren und wie die verschiedenen Arbeitsplätze aufgebaut sind.“ Auf Europas größter Tattomesse in Frankfurt schafft der 56-Jährige bereits 2006 den Weg aufs Siegertreppchen – Platz drei im Fachbereich „Realistic“.
Doch wie findet man eigentlich das richtige Tattoo, schließlich bleibt es ein Leben lang. „Viele möchten etwas Persönliches. Tätowierte Menschen werden ja auch ständig gefragt, welche Bedeutung ihr Tattoo habe.“
Ein Gemälde auf der Haut sollte vielmehr als ein Accessoires für den Körper betrachtet werden – als ein Schmuckstück, das man nicht ablegen könne. Immer einen Hintersinn müsse ein Tattoo nicht habe. Sein Tipp: „Einfach das Herz entscheiden lassen.“

Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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