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Gemeinde sucht alternativen Standort
Moschee in Wenden

Dieses Gebäude an der Wendebachstraße möchte der türkische Kulturverein abreißen und dessen Stelle ein zweigeschossiges Haus mit Gebetsraum, sozialen Räumen und einer Wohnung bauen lassen. Wichtig ist ihm ein Standort im Zentralort der Kommune.
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  • Dieses Gebäude an der Wendebachstraße möchte der türkische Kulturverein abreißen und dessen Stelle ein zweigeschossiges Haus mit Gebetsraum, sozialen Räumen und einer Wohnung bauen lassen. Wichtig ist ihm ein Standort im Zentralort der Kommune.
  • Foto: hobö
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

hobö Wenden. Auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend fand sich unter anderem der Punkt „Bebauungsplan Nr. 14 A Wenden-Ortsmitte Süd“. Klingt unspektakulär, doch dahinter verbergen sich ein für den Ortskern von Wenden zukunftsweisendes Planverfahren sowie zudem ein hochaktuelles und durchaus als politisch brisant zu bezeichnendes Thema – der geplante Bau einer Moschee auf dem Grundstück Wendebachstraße 2.
Moschee im Ortskern von WendenWie berichtet, hatte Bürgermeister Bernd Clemens am 14. Juli den Gemeinderat im nichtöffentlichen Teil der Sitzung darüber informiert, dass der Bau einer Moschee im Ortskern von Wenden geplant sei.

hobö Wenden. Auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend fand sich unter anderem der Punkt „Bebauungsplan Nr. 14 A Wenden-Ortsmitte Süd“. Klingt unspektakulär, doch dahinter verbergen sich ein für den Ortskern von Wenden zukunftsweisendes Planverfahren sowie zudem ein hochaktuelles und durchaus als politisch brisant zu bezeichnendes Thema – der geplante Bau einer Moschee auf dem Grundstück Wendebachstraße 2.

Moschee im Ortskern von Wenden

Wie berichtet, hatte Bürgermeister Bernd Clemens am 14. Juli den Gemeinderat im nichtöffentlichen Teil der Sitzung darüber informiert, dass der Bau einer Moschee im Ortskern von Wenden geplant sei. Der türkische Kulturverein Verein (Ditib Mevlana Camii) aus Wenden möchte auf dem Areal der ehemaligen Bäckerei Viedenz an der Wendebachstraße 2 das Vorhaben realisieren. Der Verein hat das Grundstück mit dem Gebäude erworben bzw. will es noch – die Angaben dazu sind bislang missverständlich – und möchte die Immobilie abreißen. An dessen Stelle soll ein zweigeschossiges Haus plus Dachgeschoss entstehen, der Gebetsräume, soziale Räumlichkeiten sowie eine Wohnung vorhalten soll. Ein Minarett sehen die Pläne nicht vor.

CDU: Alternativen Standort suchen

Diese Ankündigung sorgt seither für mannigfaltige Diskussionen in der Bevölkerung und im politischen Raum. Eine Reaktion war ein Antrag des CDU-Ortsverbands Wenden/Möllmicke, der mit Blick auf die bereits seit Jahren vorhandene problematische Verkehrs- und Parksituation darauf abzielt, „Gespräche mit dem Verein Ditib Mevlana zu führen, um einen alternativen Standort zu finden und den aus unserer Sicht gut nachvollziehbaren Wunsch zum Bau einer Moschee zu ermöglichen“. Bei dieser Alternative sollen Parkplätze sowie ein „entsprechendes Außengelände“ vorgesehen werden, das auch Außenveranstaltungen wie Sommerfeste ermöglicht. Ferner, so der Antrag, soll die Verwaltung eine städtebauliche Planung in dem Bereich Wendebachstraße insbesondere zur Entschärfung der verkehrlichen Situation vornehmen.

Geordnete Entwicklung der Stadt

Auf diesem Antrag fußt der Tagesordnungspunkt in der Ratssitzung am Mittwochabend. Vorweg: Der Rat beschloss in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl einstimmig, einen qualifizierten Bebauungsplan „Nr. 14 A Wenden-Ortsmitte Süd“ zu erstellen. Ziel ist es laut Beschlusstext, „im Rahmen einer geordneten städtebaulichen Entwicklung den vorhandenen Gebietscharakter (,alter Ortskern von Wenden’) zu erhalten und weiterzuentwickeln, die Verkehrsführung von Wendebachstraße, Alter Amtsweg und Bergstraße (im Bereich des Marktplatzes) einschließlich der Fußwege zu optimieren, die Entwässerungs- und Hochwassersituation langfristig zu lösen sowie Raum für öffentliche Nutzungen – z. B. Aufenthalt, Parken – zu schaffen“.

Keine Veränderung mehr auf dem Areal möglich

In dem Beschluss ist von dem Moscheebau gar keine Rede, der geriet aber in den Fokus der Beratungen. Schließlich liegt das anvisierte Grundstück in dem Planbereich. Der am Mittwoch erfolgte Einstieg in das Planverfahren hat zur Folge, dass über das gesamt Areal eine einjährige Veränderungssperre verhängt und gegebenenfalls um zwei weitere Jahre ausgedehnt werden kann – also auch über das Grundstück Wendebachstraße 2.

Bereiche in Wenden/Möllmicke anvisiert

Bürgermeister Bernd Clemens betonte am Mittwochabend, dass der Bau der Moschee keinesfalls verhindert werden soll. „Die muslimische Gemeinde hat mein Versprechen, dass ich mich nach Kräften einsetzen werde, einen geeigneten Standort zu finden“, erklärte Clemens. Die Gemeinde stecke bereits in der Suche nach Alternativen in Wenden/Möllmicke – und hier gebe es „zwei, drei konkrete Bereiche“.

Moschee von Ditib Mevlana an der Hauptstraße

Der 110 Mitglieder zählende türkische Kulturverein, der bereits seit vielen Jahren eine Moschee an der Hauptstraße unweit der Wendebachstraße in Wenden betreibt, möchte gerne größere Gebetsmöglichkeiten weiterhin im Zentralort nutzen. In einen anderen Ortsteil der Gemeinde oder gar in ein außerhalb gelegenes Gebiet möchte man nicht. Die derzeit genutzten Räume seien viel zu klein für die bis zu 60 Gläubigen, die an den Freitagsgebeten teilnähmen, erklärten Vorstandsmitglieder gegenüber der SZ.

Verkehr bedenken

Redner aller vier Fraktionen im Gemeinderat machten deutlich, dass die Moschee-Verlagerung nicht verhindert werden solle aber der anvisierte Standort schon jetzt verkehrstechnisch überlastet sei. Die infrastrukturellen Probleme gebe es hier schon lange, räumte Bürgermeister Clemens ein, „aber die würden mit einer Moschee noch größer. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, sich der Situation vor Ort anzunehmen.“

Dieses Gebäude an der Wendebachstraße möchte der türkische Kulturverein abreißen und dessen Stelle ein zweigeschossiges Haus mit Gebetsraum, sozialen Räumen und einer Wohnung bauen lassen. Wichtig ist ihm ein Standort im Zentralort der Kommune.
Der Bereich Wendebachstraße/Alter Amtsweg ist ein Nadelöhr in Wenden. Nun soll das gesamte Gebiet überplant werden, unter anderem um den Verkehr besser zu lenken.
Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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