SZ

„Mr. Blickpunkt“ verlässt die Kommandobrücke

Wechsel auf Ebene 5 des Wendener Rathauses: Zum 1. Januar 2021 verlässt Rupert Wurm (r.) die Gemeindeverwaltung und geht in Rente. Sein Nachfolger als Leiter des Fachdienstes Zentrale Dienste wird Bastian Dröge (Mi.). Zusammen mit Bürgermeister Bernd Clemens (l.) sprach die SZ mit den beiden Protagonisten über Vergangenes und Zukünftiges.  Fotos: Holger Böhler
3Bilder
  • Wechsel auf Ebene 5 des Wendener Rathauses: Zum 1. Januar 2021 verlässt Rupert Wurm (r.) die Gemeindeverwaltung und geht in Rente. Sein Nachfolger als Leiter des Fachdienstes Zentrale Dienste wird Bastian Dröge (Mi.). Zusammen mit Bürgermeister Bernd Clemens (l.) sprach die SZ mit den beiden Protagonisten über Vergangenes und Zukünftiges. Fotos: Holger Böhler
  • hochgeladen von Holger Böhler (Redakteur)

hobö ■ 17 685 Tage sind eine lange Zeit, vor allem dann, wenn man in diesem immensen Zeitraum bei ein und demselben Arbeitgeber in Lohn und Brot stand. Auf diese Besonderheit kann Rupert Wurm zurückblicken, wenn er am 31. Dezember in Rente geht. Dann hat er exakt 48 Jahre und fünf Monate in der Verwaltung der Gemeinde Wenden gearbeitet. Damit ist er nicht nur momentan der dienstälteste Mitarbeiter im Rathaus, sondern nach eigenen Recherchen auch jener, der in der Historie der Gemeindeverwaltung die längste Dienstzeit aller Mitarbeiter überhaupt aufweist. Grund genug für die SZ, mit Rupert Wurm zu sprechen und zugleich seinen Nachfolger als Leiter des Fachdienstes Zentrale Dienste, Bastian Dröge aus Rüblinghausen, vorzustellen.

hobö  17 685 Tage sind eine lange Zeit, vor allem dann, wenn man in diesem immensen Zeitraum bei ein und demselben Arbeitgeber in Lohn und Brot stand. Auf diese Besonderheit kann Rupert Wurm zurückblicken, wenn er am 31. Dezember in Rente geht. Dann hat er exakt 48 Jahre und fünf Monate in der Verwaltung der Gemeinde Wenden gearbeitet. Damit ist er nicht nur momentan der dienstälteste Mitarbeiter im Rathaus, sondern nach eigenen Recherchen auch jener, der in der Historie der Gemeindeverwaltung die längste Dienstzeit aller Mitarbeiter überhaupt aufweist. Grund genug für die SZ, mit Rupert Wurm zu sprechen und zugleich seinen Nachfolger als Leiter des Fachdienstes Zentrale Dienste, Bastian Dröge aus Rüblinghausen, vorzustellen.

Rupert Wurm ist nicht allein wegen seiner langen Dienstzeit und der hierarchisch hohen Stellung einer der bekanntesten Köpfe der Gemeindemitarbeiter. Denn als „der“ Redakteur der gemeindlichen Zeitschrift „Blickpunkt“ war und ist der 64-Jährige bei nahezu allen bedeutenden Veranstaltungen im „Wendschen“ zugegen. Als passionierter Trompeter in verschiedenen Vereinen und Ensembles sieht und hört man den Gerlinger ebenfalls häufig in der Öffentlichkeit.

Am 1. August 1972 begann Rupert Wurm seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten in der Gemeindeverwaltung, die damals noch im Alten Amtshaus nebst Anbau und Pavillon residierte. Von 1974 bis 1979 wirkte er im Amt für Schule und Sport, ehe er 1979 für ein Jahr als Sachbearbeiter zur Gemeindekasse ging. Am 1. Juli folgte der Wechsel ins Hauptamt (heute Zentrale Dienste). Ab 1981 leitet Wurm das Personalamt und wurde 1988 stellv. Hauptamtsleiter. Von 2011 an führt Wurm die Stabsstelle Personal, die Pressearbeit der Kommune sowie das AGIL-Büro und ist für Sonderaufgaben des Bürgermeisters zuständig. Im Mai 2017 wurde Rupert Wurm zum Leiter des Fachdienstes Zentrale Dienste, Sicherheit und Ordnung und wenig später zum Fachbereichsleiter ernannt. Damit gehört er mit Bürgermeister Bernd Clemens und den beiden anderen Fachbereichsleitern – Thomas Munschek (Finanzen, Bildung und Soziales) und Markus Hohmann (Bauen und Stadtentwicklung) – zum Verwaltungsvorstand. Er steht also mit auf der Kommandobrücke.

Dem Leiter des Fachdienstes Zentrale Dienste obliegen folgende Schwerpunkte: Angelegenheiten der Gemeindeorgane; Sitzungsdienst Rat und Ausschüsse; Rechtsangelegenheiten; Personalverwaltung/Stellenbewertung; Organisation der Verwaltung; Digitalisierung, Informationstechnik; Pressearbeit; Wirtschaftsförderung, Tourismus; Klimaschutz; Sonderaufgaben.

Ein facettenreicher Aufgabenbereich also, den Rupert Wurm verantwortet. „Es war eine gute Zeit, ich bin immer sehr gerne zur Arbeit gegangen“, zieht der Verwaltungsfachwirt ein halbes Jahr vor seinem Dienstende ein vorläufiges Fazit. „Ich hatte auch immer sehr interessante Aufgabengebiete.“ Insgesamt erlebte Wurm trotz seiner fast fünf Jahrzehnte in der Verwaltung nur drei „Chefs“; Gemeindedirektor Winfried Metzenmacher, Gemeindedirektor und Bürgermeister Peter Brüser sowie derzeit Bürgermeister Bernd Clemens. Mit allen habe er immer „ein gutes Einvernehmen“ gehabt.

Zu den herausragenden Diensterlebnissen zählt der Gerlinger das Jubiläum 250 Jahre „Wendsche Kärmetze“, den Bau des Konrad-Adenauer-Schulzentrums, den zweimaligen Besuch in der ungarischen Partnergemeinde Lepsény, wo er mit den „Wendschen Musikanten“ einen grandiosen Erfolg feiern durfte, sowie die Herausgabe der gemeindlichen Imagefilme „Wendener Land, Gemeinde zwischen Tradition und Innovation“ sowie „Willkommen in Wenden“, die er beide redaktionell begleiten durfte.

Die größten Unterschiede zwischen Berufsbeginn und -ende sieht Wurm im Einsatz der Technik, in der Mentalität der Menschen sowie im hierarchischen Umgang früher und jetzt.

Prägend war natürlich die Zeit als „Blickpunkt“-Redakteur. Seit 1992 hat Wurm 170 Ausgaben der kommunalen Mitteilungs-Zeitschrift gefertigt und dafür selbstredend Hunderte von Terminen besucht und Personen interviewt. Und so verwundert nicht, dass Rupert Wurm zügig den Namen „Mr. Blickpunkt“ erhielt und so von vielen Menschen insbesondere im Wendener Land genannt wird. Immerhin wird der „Blickpunkt“ inzwischen zweimonatlich in 2700 der rund 7000 Haushalte in der Gemeinde geliefert.

„Zum Jahreswechsel geht eine Ära zu Ende“, weiß auch Bürgermeister Bernd Clemens um die Verdienste von Rupert Wurm. Kurz vor dessen Renteneintritt hätten das Corona-Virus und alle einhergehenden Gegenmaßnahmen besonders die Abteilung Zentrale Dienste vor „unglaubliche Herausforderungen“ gestellt, erklärt das Verwaltungsoberhaupt. Er sei froh, dass Rupert Wurm noch bis zur Etablierung des im September neu zu wählenden Gemeinderats bleibe und auch die eigene Nachfolge als Personalchef begleitet habe.

Immerhin 16 Bewerbungen gingen auf die Ausschreibung der Fachdienstleitung Zentrale Dienste im Wendener Rathaus ein. Sechs von ihnen wurden eingeladen, vier stellten sich schließlich am 12. Mai einem speziellen Gremium von Verwaltung und Politik vor, ehe der Gemeinderat im Benehmen mit dem Bürgermeister die Entscheidung fällte, dass Bastian Dröge aus Rüblinghausen den Fachdienst ab 1. Januar 2021 leitet.

Der heute 37-Jährige begann am 1. August 2000 seine Ausbildung zum Kaufmann und Fachangestellten für Bürokommunikation in der Verwaltung seiner Heimatstadt Olpe. Es schlossen sich zwei Jahre Vorbereitungszeit für den mittleren Beamtendienst an. Vier Jahre im Sozialamt und drei Jahre in der Kämmerei folgten, ehe Bastian Dröge drei Jahre studierte, um in den gehobenen Dienst aufzusteigen. Mit dem Titel Bachelor of Laws in der Tasche kehrte Dröge 2014 zurück ins Olper Rathaus und wurde zum Leiter der Personalabteilung und Ende 2019 zum Leiter des Rechnungsprüfungsamts bestellt.

Zu den Beweggründen für seine Bewerbung in Wenden befragt, sagt Bastian Dröge der SZ: „Ganz einfach: die Aufgabe. Die Themen Personal und Digitalisierung möchte ich gerne lange bearbeiten.“ Sein Dienst bei der Gemeinde Wenden beginnt am 1. Oktober, sodass er noch drei Monate mit Vorgänger Rupert Wurm zusammenarbeiten kann. Fortan wird dann vor allem die Digitalisierung der Wendener Verwaltung ein zentrales Thema sein. Dröge: „Ich komme aus einer Kommune, die in Hinblick Digitalisierung ein Vorbild ist. Die Stadt Olpe hart viel Pionierarbeit bei der digitalen Aktenführung geleistet.“

Dieses Know-how will Dröge nun an der Hauptstraße in Wenden einbringen. Wer künftig den „Blickpunkt“ bearbeitet, steht noch nicht fest. Bürgermeister Clemens: „Wir müssen noch schauen, wie künftig einige Aufgaben verteilt werden.“

Ob Rupert Wurm womöglich als „freier Mitarbeiter“ akquiriert werden kann, ist fraglich, denn auf ihn warten nach eigenem Bekunden das musikalische Engagement als Trompeter in verschiedenen Ensembles, ein großer Garten und „andere Baustellen“, auf die ihn seine Frau Marita schon hingewiesen habe. Außerdstehen einige Reisen auf dem Programm. Dennoch bleibt Rupert Wurm für die „Wendschen“ weiterhin „Mr. Blickpunkt“.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil
Themenwelten
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen