Einziges Dorf beim Glasfaseranschluss außen vor
Nachteil durch frühen Ausbau

Auch in Römershagen gibt es Schüler und Studenten die per Videounterricht lernen müssen, dafür benötigt man eine stabile Internetverbindung
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win Römershagen. „Tal der Ahnungslosen“ nannte die Bevölkerung der DDR hinter vorgehaltener Hand die Gebiete, in denen kein West-Fernsehen empfangen werden konnte. Nun fürchten die Bürgerinnen und Bürger von Römershagen, dass sie künftig quasi das „Tal der Ahnungslosen“ in der Gemeinde Wenden bilden könnten – denn der Ort ist nach derzeitigem Stand der einzige, der beim Ausbau des schnellen Internets durch die Deutsche Glasfaser außen vor bleibt. Das Internet, das heute das Rückgrat der gesamten Kommunikation darstellt und das für viele nicht nur den Zugang zum Internet selbst, sondern auch Telefon und Fernsehanschluss darstellt.

Geförderter und Privatwirtschaftlicher Ausbau

Das Obskure an der Sache: Bis vor kurzem war der Ort in Sachen Surf-Tempo ganz vorn dabei mit den über 30 Megabit pro Sekunde, die dort im Downstream erreicht werden. Denn die Deutsche Telekom sorgte hier für die Versorgung mit der sogenannten Vectoring-Technik, einer Art Turbolader für das „gute alte“ Kupferkabel, das noch aus Zeiten der analogen Telefonie von den Verteilerkästen zu den Hausanschlüssen führt. Bis zu den Verteilerkästen von Römershagen liefern ultraschnelle Glasfaserkabel die Daten.

Doch Vectoring per Kupfer ist mittlerweile wie Fahrradfahren auf der Autobahn: „FTTH“ ist heute angesagt, „Fibre to the home“ oder auf Deutsch „Glasfaser bis ins Haus“. Und genau das erledigt derzeit die Deutsche Glasfaser. Dabei gibt es zwei Modelle: den geförderten und den privatwirtschaftlichen Ausbau.

Der Ausbau wäre nicht wirtschaftlich

Mehrere Dörfer im Wendschen bekommen den geförderten Ausbau, weil die Internet-Geschwindigkeit unter der „Schallmauer“ von 30 Megabit liegt. Andere Dörfer sind zwar wie Römershagen auch oberhalb dieser Grenze, hier hat die Deutsche Glasfaser aber den eigenwirtschaftlichen Ausbau beschlossen, also ein FTTH-Anschluss ohne Förderung. Die Struktur in Römershagen ist für die Deutsche Glasfaser jedoch nicht attraktiv genug, zu viele Leitungen müssten herangeführt werden, der Ausbau wäre für das Unternehmen eben nicht wirtschaftlich. Diese Hiobsbotschaft verkündete am Donnerstagabend Fachbereichsleiter Bastian Dröge, der gemeinsam mit Bürgermeister Bernd Clemens und Fachdienstleiter Rüdiger Hüpper im Rahmen der turnusmäßigen Bürgerversammlungen im örtlichen Schützenhaus rund zwei Dutzend Bürgerinnen und Bürger begrüßte. Mehrere Versuche der Gemeinde, die Deutsche Glasfaser doch zu einem eigenwirtschaftlichen Ausbau in Römershagen zu bewegen, seien gescheitert, so Dröge. Aber die Gemeinde werde alles tun, um nach dem Ende des derzeitigen Ausbaus doch für schnelles Internet auch in Römershagen zu sorgen.

Schüler und Studenten müssen per Video lernen

Die Begeisterung der Bürgerinnen und Bürger war erwartungsgemäß verhalten. Auch hier werde Homeoffice betrieben, auch hier müssten Schüler und Studenten per Video lernen. Bernd Clemens erklärte, er werde dem Rat vorschlagen, dass mit Römershagen so verfahren werden solle wie bei mehreren Kleinsiedlungen oder Einzelgehöften: Hier schieße die Gemeinde 10 Prozent der Ausbaukosten zu, um doch noch einen Anschluss zu ermöglichen. Ansonsten, sicherte Dröge zu, werde alles versucht, um mit der Deutschen Telekom oder anderen Anbietern zu sprechen, damit auch in Römershagen Glasfaser-Anschlüsse in die Häuser gelegt würden.

Ein Bürger regte an, das Gespräch mit „Bigge-Energie“ zu suchen, diese sei unmittelbar dabei, Stromanschlüsse unterirdisch zu verlegen. Da könne doch ein Glasfaserkabel gleich mit in den Boden. „Mindestens ein Leerrohr muss dann mit in den Graben“, griff Clemens zustimmend auf. Zufrieden mit dem Gehörten waren die Bürgerinnen und Bürger nicht, aber einverstanden, weitere Bemühungen zu versuchen.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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