Närrisches Spektakel der Extraklasse

Alles beim Alten in Schönau: Zum Platzen gefülltes Festzelt und großartiges Programm

rudi Schönau. Leicht verspätet begann am Samstagabend das Programm im Schönauer Festzelt. Schnell stand fest: Auch dieses närrische Spektakel sollte in die Geschichte einer gelungenen Karnevalssession für den Karnevalverein Schönau/Altenwenden eingehen. »So viele Leute hat Schönau im Festzelt noch nicht erlebt«, stellte Ehrenpräsident Seppel Kleine mit Blick auf den Altweiberball am Donnerstag fest, »und ich glaube, heute wird es genauso weitergehen«.

Eine Prognose, mit der er absolut richtig liegen sollte. Ein Abend der Superlative stand bevor. Ungeduldig warteten die jüngsten Funken bereits zwischen den Reihen, um endlich auf der Bühne antreten zu können. Weder Akteure noch Gäste konnten es kaum erwarten, das Programm der großen Prunksitzung, unangefochten die »Königsklasse« in der Narrenhochburg Schönau, zu genießen.

In Sekundenschnelle waren die Kapazitäten des Festzeltes wieder erschöpft, als mit dem Einmarsch von Elferrat, Prinzenpaar, Garden und Sitzungspräsident Peter Schmidt der Startschuss fiel. Damit standen den mehr als drei Stunden Tanz, Gelächter und bester Unterhaltung nichts mehr im Wege. Denn eines wurde bereits in der Vergangenheit mehr als einmal unter Beweis gestellt: Wenn man im Kreis Olpe hervorragend Karneval feiern kann, dann in Schönau.

Diese Feststellung lässt die Gäste alljährlich selbst aus den benachbarten Kreisen anreisen. Der Schönauer »Karnevalsvirus« schreckt jedoch auch vor Politik und sogar Geistlichkeit nicht zurück. Auch Bürgermeister Peter Brüser nebst Gattin sowie Pastor Heiner Diehl und Prof. Dr. Werner Arns zeigten sich »infiziert« vom närrischen Frohgemüt. Sie ließen sich nicht zweimal bitten, in »Stimmungsraketen«, Schunkelserien und natürlich in das lautstarke »Schönau helau« einzustimmen, das das gesamte Zelt erfüllte. Doch es dürfte Peter Schmidt selbst am dritten Karnevalstag nicht schwer gefallen sein, Gäste und Akteure zu Höchstleistungen zu motivieren. Das einmalige Programm nahm ihm diese Aufgabe bereits ab. Unangefochtener Höhepunkt dabei waren vor allem die Aufführungen der Schwarz-weißen Husaren aus Siegburg. Seit mehr als zehn Jahren sind sie im Schönauer Karneval Programm und immer wieder ein wahrer »Augenschmaus«. So auch am Samstag.

Selbst die erfahrensten Narrenherzen schlugen angesichts des sensationellen Einmarsches der Truppe höher. Schwungvoll bahnte sich die Truppe ihren Weg durch die Menge und schien geradezu auf die Bühne zu schweben. Dort wurde dem Publikum ein Showtanz geboten, der an Fantasie und Perfektion kaum zu übertreffen war. In luftiger Höhe formierten sich die Tänzerinnen und Tänzer zu atemberaubenden Figuren und beeindruckten mit einer artistischen Gelenkigkeit, wie sie viele Garden nicht mal auf dem sicheren Boden beherrschen.

Wie viel Arbeit und Konzentration in derartige Darbietungen investiert werden muss, wurde Publikum und Elferrat jedoch schmerzlich ins Gedächtnis gerufen, als eine der Tänzerinnen aus einer der »menschlichen Pyramiden« zu Boden stürzte und damit kurzzeitig die Stimmung zum Erliegen brachte. Doch das Anfeuern des Narrenvolks als auch das Trostpflaster in Form eines Blumenstraußes schien die »Jecken-Gene« der Akteurin schnell wieder zu aktivieren. So glänzte sie bereits nach wenigen Minuten bei der eindringlich durch die Menge geforderte Zugabe.

Den absoluten Höhepunkt erreichte die Stimmung jedoch, als die Eigengewächse des Karnevalvereins die Bühne betraten. Sowohl Roten als auch Blauen Funken sowie den jüngsten Tänzerinnen – »Konfettis« und »Tanzsterne« – schwappte eine Welle der Begeisterung entgegen, als ihr Beitrag zum »Hochfest« des Ortes anstand. Bei den als Vampiren verkleideten »Tanzsternen« tauchte auch ein Mädchen auf, das zuvor noch auf der Bühne den Sessionsorden in Empfang genommen hatte: Die Kinderprinzessin Tanina I schwang nämlich ebenfalls das Tanzbein.

Auch in diesem Jahr hatte der Karnevalverein das in 2003 eingeführte närrische Brauchtum fortgesetzt, nebst Prinz Michael II auch dessen Prinzessin Doris I sowie das Kinderprinzenpaar, Kevin I und Tanina I, mit einem Orden zu schmücken. Doch der Karnevalverein ist immer wieder für eine weitere Überraschung gut. So hatte man nicht nur eine Großleinwand im Festzelt installiert, die das gesamte Programm für die hinteren Reihen im Großformat abbildete, stolz konnte Peter Schmidt mit neckischer Stimme verkünden: »Werbung in eigener Sache tut so gut. Seit gut einer Stunde sind wir international im Internet vertreten«. Unter www.karnevalsverein-schönau.de sind nämlich fortan die neusten Aktionen um die »Obernarren« zu finden, die sich seit wenigen Tagen wieder in Bestform präsentieren.

Gelungene Auftritte zeigten am Samstagabend die »Jokel Fliegers« und »Jokel Singers«, die unter anderem als Pharaonen in Schönau die Blicke auf sich zogen. Ebenso beeindruckte der Showtanz der »Wolpertinger« sowie die Darbietung des Männerballetts Schönau. Selbst die Geistlichkeit konnte sich ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen, als das Männerballett aus Ihnetal sich ankündigte. In knapper Robe ließen die Herren bei ihrem Spiel um Teufel und Engelchen vor allem die Damenherzen höher schlagen. »Schönau, helau – von ganzem Herzen«. Die Prunksitzung hätte kaum besser sein können.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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