Statistik: 41 Einwohner weniger im Wendener Land
Nur noch eine Einwohnerin im "Rotlichtviertel"

Gerlingen, die drittgrößte Ortschaft der Gemeinde Wenden, verzeichnete den größten Zuwachs an Einwohnern. Deren Zahl stieg um 25 auf nunmehr 2638 an.
  • Gerlingen, die drittgrößte Ortschaft der Gemeinde Wenden, verzeichnete den größten Zuwachs an Einwohnern. Deren Zahl stieg um 25 auf nunmehr 2638 an.
  • Foto: Gemeinde Wenden
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

hobö Wenden. Der Wohnungsbau floriert, leerstehende Wohnungen oder Häuser gibt es nahezu keine. Und dennoch: Die Einwohnerzahl in der Gemeinde ist gesunken. Das jedenfalls geht aus der eigenen Fortschreibung im Einwohnermeldeamt der Gemeinde Wenden hervor.
Demnach ist die Zahl der Bürgerinnen und Bürger im Wendener Land innerhalb eines Jahres um 41 gesunken. Am 30. Juni 2020 lebten noch 20 481 Personen im „Wendschen“, am gleichen Stichtag in diesem Jahr waren es derer nur noch 20 440. Interessant ist hier die sehr unterschiedliche Entwicklung in den 30 Ortsteilen der Kommune. Hier gibt es zuweilen deutliche Zuwächse und einhergehend erhebliche Rückgänge.

Möllmicke verliert Einwohner

So „verlor“ die Ortschaft Möllmicke in besagtem Zeitraum gar 50 ihrer Einwohner. Das entspricht einem Rückgang von 3,2 Prozent. Statt 1572 Einwohnern sind es in Möllmicke nunmehr lediglich 1524. Das ist hinsichtlich der absoluten Zahl der stärkste Aderlass unter den „wendschen“ Dörfern. Prozentual hat das „Rotlichtviertel“ den größten Rückgang an Einwohnern hinzunehmen. So wohnten am 30. Juni 2020 noch drei Einwohnerinnen in Wilhelmstal, laut der Statistik der Gemeinde lebt derzeit nur noch eine Einwohnerin in dem Ortsteil, der im Grunde nur aus einem Etablissement besteht. Dies ist ein Rückgang von 66,7 Prozent. Damit hängt in Wilhelmstal auch hinsichtlich der Einwohnerzahl weiterhin die „rote Laterne“.

Zweitgrößter Verlust in Hünsborn

Der zweitgrößte Ort in der Gemeinde weist auch den zweitgrößten Verlust an Einwohnern aus. So bietet Hünsborn 3155 Bürgern ein Zuhause, vor einem Jahr waren dies noch 3183 und damit 28 mehr – ein Rückgang um 0,9 Prozent. 20 Menschen weniger als vor zwölf Monaten leben in Schönau. Hier sank die Einwohnerzahl von 1323 auf 1303 (- 1,5 Prozent). Merkwürdig, dass im direkt angrenzenden Altenwenden ein Anstieg von 4,8 Prozent vermerkt ist. Hier sind acht neue Einwohner verzeichnet, womit deren Zahl von 166 auf 174 anstieg.
Viele neue Einwohner in Gerlingen

Viele neue Einwohner in Gerlingen

Die meisten neuen Einwohner kann Gerlingen begrüßen. Dort stieg die Einwohnerzahl um 25 auf 2638 (+1 Prozent). In Hillmicke waren es prozentual sogar mehr. 1,8 Prozent zusätzliche Bürger heißt ein Anstieg um 20 Personen auf 1120. Im Zentralort der Kommune, in Wenden, gab es einen Zuwachs von 17 Menschen, was einem Anstieg von 0,4 Prozent entspricht. Hier leben derzeit 3893 Bürger. Den stärksten prozentualen Bevölkerungszuwachs verzeichnet Scheiderwald. Hier leben 12,5 Prozent mehr Menschen als vor einem Jahr. Die Einwohnerzahl stieg von 24 auf 27.

Hier die Liste der Ortsteile, geordnet nach ihrer Einwohnerzahl, stand 30. Juni 2021 (in Klammern die Veränderung zum Vorjahr):
1. Wenden: 3893 (+ 17)
2. Hünsborn 3155 (- 28)
3. Gerlingen 2638 (+25)
4. Ottfingen 2178 (- 15)
5. Möllmicke 1524 (- 50)
6. Schönau 1303 (- 20)
7. Altenhof 1302 (+ 14)
8. Hillmicke 1120 (+ 20)
9. Rothemühle 802 (+ 6)
10. Heid 546 (- 16)
11. Elben 493 (+ 6)
12. Brün 344 (+ 5)
13. Dörnscheid 222 (- 2)
14. Römershagen 197 (+ 2)
15. Altenwenden 174 (+ 8)
16. Vahlberg 171 (- 6)
17. Wendenerhütte 91 (+ 1)
18. Büchen 44 (- 2)
19. Rothenborn 41 (- 2)
20. Girkhausen 36 (- 3)
21. Trömbach 31 (- 2)
22. Scheiderwald 27 (+ 3)
23. Döingen 25 (- 2)
24. Hoffnung 23 (+ 0)
25. Bebbingen 20 (+1)
26. Löffelberg 16 (+ 1)
27. Schwarzbruch 10 (+ 0)
28. Huppen 9 (- 1)
29. Eichertshof 4 (+ 0)
30. Wilhelmstal 1 (- 2)

Deutlich mehr Sterbefälle im Jahr 2020 Ob der Rückgang der Bevölkerung womöglich in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu sehen ist, kann das Standesamt der Gemeinde Wenden nicht belegen. Denn dort liegen keine Erkenntnisse vor, woran Bürgerinnen und Bürger gestorben sind. „Keinesfalls darf die höhere Zahl bei den Verstorbenen als ,Übersterblichkeit’ gewertet werden“, erklärt Standesbeamter Dirk Wirth. Aufgrund der Pandemie seien sicherlich mehr Personen im häuslichen Umfeld verblieben und dort verstorben, unabhängig von einer Corona-Erkrankung. Verlässliche Zahlen hierzu könnten nur die Statistikbehörden liefern, weil diesen die Art der Erkrankung bekannt sei. Gleichwohl ist erkennbar, dass die Zahl der Sterbefälle in der Gemeinde 2020 höher ist als im Vorjahr. Im Jahr 2019 verzeichnete das Standesamt im Wendener Rathaus 194 Sterbefälle, im vergangenen Jahr waren es 254. Demgegenüber gab es im Jahr 2019 insgesamt 176 Geburten, im vergangenen Jahr 174. Im ersten Halbjahr dieses Jahres verzeichnete das Standesamt der Kommune 90 Geburten und 113 Sterbefälle.
Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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