SZ

Projekt „Klang-Wende(n)“ gestartet
Orgelsanierung in der St.-Severinus-Pfarrkirche

1752 wurde die
imposante Wendener St.-Severinus-Kirche eingeweiht, drei Jahre später auch die Orgel, die am südlichen Ende des Kirchenschiffs „thront“. Nun bedarf das Instrument einer umfassenden Sanierung und Erneuerung.
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  • 1752 wurde die
    imposante Wendener St.-Severinus-Kirche eingeweiht, drei Jahre später auch die Orgel, die am südlichen Ende des Kirchenschiffs „thront“. Nun bedarf das Instrument einer umfassenden Sanierung und Erneuerung.

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hobö Wenden. „Eine Kirche ohne Orgel ist wie ein Körper ohne Seele.“ Mit diesem Zitat von Albert Schweitzer wendet sich Michael Kleineidam, Pfarrer der St.-Severinus-Kirchengemeinde und zugleich Leiter des Pastoralverbunds „Wendener Land“, an die Öffentlichkeit. Hintergrund ist ein Großprojekt der Kirchengemeinde: die Sanierung der imposanten Orgel in der ebenso beeindruckenden St.-Severinus-Kirche in Wenden.
Die ,,Königin'' braucht Hilfe
Großprojekt deshalb, weil die „Königin der Instrumente“ an vielen Stellen Hilfe benötigt. Das sage und schreibe 267 Jahre alte Instrument ist in den 1970er-Jahren umgebaut und überholt worden, doch seinerzeit fanden unter hohem Kostendruck minderwertige Materialien Verwendung. Dies zeigt nun negative Folgen, die Orgel bedarf einer umfassenden Sanierung.

hobö Wenden. „Eine Kirche ohne Orgel ist wie ein Körper ohne Seele.“ Mit diesem Zitat von Albert Schweitzer wendet sich Michael Kleineidam, Pfarrer der St.-Severinus-Kirchengemeinde und zugleich Leiter des Pastoralverbunds „Wendener Land“, an die Öffentlichkeit. Hintergrund ist ein Großprojekt der Kirchengemeinde: die Sanierung der imposanten Orgel in der ebenso beeindruckenden St.-Severinus-Kirche in Wenden.

Die ,,Königin'' braucht Hilfe

Großprojekt deshalb, weil die „Königin der Instrumente“ an vielen Stellen Hilfe benötigt. Das sage und schreibe 267 Jahre alte Instrument ist in den 1970er-Jahren umgebaut und überholt worden, doch seinerzeit fanden unter hohem Kostendruck minderwertige Materialien Verwendung. Dies zeigt nun negative Folgen, die Orgel bedarf einer umfassenden Sanierung. Diese hält auch Michael Kleineidam für unumgänglich, „um unsere Orgel für die nächsten Jahrzehnte und Generationen fit zu machen, ohne sie in ihrem historischen Wert und ihrer Einzigartigkeit zu beeinträchtigen“.

Eigene Homepage für die Orgelsanierung

Die Kirchengemeinde hat das Projekt „Klang-Wende(n)“ gestartet, um mit vielen unterschiedlichen Aktionen finanzielle Zuwendungen zu generieren. Denn in Zusammenarbeit mit dem Organistenteam und verschiedenen Orgelbaufirmen wurde ein Maßnahmenkatalog erarbeitet, der die Kosten für die umfangreichen Arbeiten abschätzt. Nach Abzug der zugesagten Zuschüsse des Erzbistums Paderborn, die in der Regel rund 10 Prozent der Gesamtkosten abdecken, belaufen sich die Kosten für die Kirchengemeinde nach eigenen Angaben auf rund 170.000 Euro. Die sollen mit Spenden, Pfeifenpatenschaften, Kollekten sowie Erlösen von verschiedenen Veranstaltungen zusammenkommen.
„Uns motiviert die Vorfreude auf das, was am Ende stehen wird: Ein neues Musikerlebnis und das Wissen, dieses Instrument für die Nachwelt erhalten zu haben“, schreibt die Kirchengemeinde St. Severinus Wenden auf der Homepage, die eigens für die Orgelsanierung ins Leben gerufen wurde und sehr detailliert über das Projekt informiert: www.orgel-wenden.de. Dort finden sich Angaben zu der Historie, den Beweggründen für die Sanierung, den detailliert geplanten Maßnahmen sowie den Spendenmöglichkeiten.

Thomas Bröcher aus Ottfingen gehört zum Organistenteam in der Wendener Pfarrkirche. Aufgrund der Mängel sei das Instrument nur noch schwer zu bespielen, betont er.
  • Thomas Bröcher aus Ottfingen gehört zum Organistenteam in der Wendener Pfarrkirche. Aufgrund der Mängel sei das Instrument nur noch schwer zu bespielen, betont er.
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Die Orgel ist extrem verstimmt

Das Organistenteam der Wendener Pfarrkirche hat 2018 die Initiative für die Generalüberholung gestartet. In einem Brief an den Kirchenvorstand wurde damals schon unter anderem auf die starke Verschmutzung und den Schimmelpilzbefall der Orgel hingewiesen. Vorrangiges Ziel einer Sanierung müsse sein, so das Organistenteam, „die Funktionstüchtigkeit der Orgel als technisches und musikalisches Gesamtsystem – bestehend aus Spieltisch, Prospekt und Pfeifenwerk – nachhaltig zu sichern und sie damit als attraktives Instrument sowohl für die Gottesdienste in der Hauptpfarrkirche des Pastoralverbunds als auch für Konzertzwecke der örtlichen Vereine zu erhalten“.

Federführend bei der Erstellung der Mängelliste und der besagten Homepage war Dr. Markus Dubratz, der zurzeit zusammen mit Linus Stahl, Thomas Stahl und Thomas Bröcher das nebenamtliche Organistenteam der Wendener Pfarrkirche bildet. „Die Orgel ist extrem verstimmt, manche Register sind nicht mehr nutzbar“, erklärt Thomas Bröcher bei einem Ortstermin mit der SZ. „Das Orgelspiel ist jedenfalls sehr schwierig, da auch die Tasten und Pedale wackeln und ausgeschlagen sind.“

Tragisches Unglück beim Orgelbau

Nach dem Bau der neuen Kirche in den Jahren 1750 bis 1752 wurde der Orgelbauer Bartholomäus Boos aus Koblenz mit dem Neubau einer Orgel beauftragt. Das heute noch erhaltene Prospekt (Gehäuse) der Orgel wurde vom Schreiner Ferdinand Stracke aus Ottfingen angefertigt. Eine tragische Begebenheit beim Orgelbau war, dass Bartholomäus Boos während der Arbeiten in der Kirche am 22. August 1755 von der Leiter stürzte und starb. Daraufhin wurde er unter der Orgelbühne der neuen Kirche begraben. Sein Sohn Joseph Boos konnte die Arbeiten aber vollenden, sodass die Orgel 1755 eingeweiht wurde.

1752 wurde die
imposante Wendener St.-Severinus-Kirche eingeweiht, drei Jahre später auch die Orgel, die am südlichen Ende des Kirchenschiffs „thront“. Nun bedarf das Instrument einer umfassenden Sanierung und Erneuerung.
Thomas Bröcher aus Ottfingen gehört zum Organistenteam in der Wendener Pfarrkirche. Aufgrund der Mängel sei das Instrument nur noch schwer zu bespielen, betont er.
Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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