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Rat folgt CDU-Antrag
Ortsumgehung Gerlingen soll Verkehr entlasten

Die Geduld der Einwohner von Gerlingen ist am Ende. Sie wollen nun endlich eine Verkehrsentlastung. Dafür wurde auch die Interessengemeinschaft „Besser leben in Gerlingen“ ins Leben gerufen.
  • Die Geduld der Einwohner von Gerlingen ist am Ende. Sie wollen nun endlich eine Verkehrsentlastung. Dafür wurde auch die Interessengemeinschaft „Besser leben in Gerlingen“ ins Leben gerufen.
  • Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Alexandra Pfeifer

hobö Wenden/Gerlingen. In einer durchaus emotional geführten Debatte zurrte der Rat der Gemeinde Wenden Ende November 2020 erstmals eine Investitionsstrategie fest. Bekanntlich steht die Kommune vor erheblichen finanziellen Anstrengungen, um unter anderem Schulen und Feuerwehrhäuser zu modernisieren bzw. neu zu bauen. Auch der Neubau des Schwimmbads in Wenden ist – Stand jetzt – beschlossene Sache. Zusammen mit anderen Maßnahmen rechnet man im Rathaus mit einer Gesamtinvestitionssumme zwischen 109 und 141 Millionen Euro in den Jahren 2021 bis 2029.

hobö Wenden/Gerlingen. In einer durchaus emotional geführten Debatte zurrte der Rat der Gemeinde Wenden Ende November 2020 erstmals eine Investitionsstrategie fest. Bekanntlich steht die Kommune vor erheblichen finanziellen Anstrengungen, um unter anderem Schulen und Feuerwehrhäuser zu modernisieren bzw. neu zu bauen. Auch der Neubau des Schwimmbads in Wenden ist – Stand jetzt – beschlossene Sache. Zusammen mit anderen Maßnahmen rechnet man im Rathaus mit einer Gesamtinvestitionssumme zwischen 109 und 141 Millionen Euro in den Jahren 2021 bis 2029.

Ortsumgehung Gerlingen wurde offensichtlich in Investitionsplan vergessen

Als man die „dicksten Brocken“ in einen Zeitplan übertrug, vergaß man aber offensichtlich ein Projekt, dass in den vergangenen Monaten neuen Schwung aufgenommen hat und intensiv gefordert wird: die Ortsumgehung von Gerlingen. Daher beantragte der CDU-Ortsverband Gerlingen/Elben in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats die Aufnahme der Ortsumgehung in die gemeindliche Investitionsstrategie.

Gerlingen, das Tor zur Gemeinde Wenden, muss endlich entlastet werden.
Sebastian Hüpper
CDU-Ratsherr und Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Gerlingen/Elben

Sebastian Hüpper, CDU-Ratsherr aus Gerlingen und Vorsitzender der benannten Ortsunion, erklärte: „Mir und uns ist völlig unverständlich, dass die Ortsumgehung nicht in die Investitionsstrategie aufgenommen worden ist. Die Zeit des Bedauerns und des Bemitleidens von uns Gerlingern ist vorbei. Gerlingen, das Tor zur Gemeinde Wenden, muss endlich entlastet werden. Daher muss die Ortsumgehung in die Strategie aufgenommen werden – und das gleichberechtigt mit anderen Großprojekten.“

Kosten müssen noch geklärt werden

Wie mehrfach berichtet, hat die Gemeinde eine Machbarkeitsstudie für die Ortsumgehung in Auftrag gegeben, die im Frühjahr dieses Jahres vorliegen soll. Darin, so Bürgermeister Bernd Clemens in der Ratssitzung, sei auch eine Kostenschätzung enthalten. „Sobald die vorliegt, werden wir einen neuen Beschlussvorschlag zur Investitionsstrategie vorlegen, in der die Ortsumgehung Gerlingen enthalten sein wird“, so der Verwaltungschef.
Dem Beschlussvorschlag mit dem Wortlaut „Liegt die Kostenschätzung für eine Ortsumgehung in Gerlingen vor, wird diese in der Investitionsstrategie berücksichtigt“ stimmte der Rat sodann einstimmig zu und folgte damit dem Ansinnen des CDU-Ortsverbands Gerlingen/Elben.

Ortsumgehung soll durch einen Tunnel führen

Die Ortsumgehung soll von der Einmündung Ludwig-Erhard-Straße/L512 durch das Industriegebiet „Auf der Mark“, von dort südlich des Autobahnkreuzes in einem Tunnel unter der A 45 und in Höhe der Firma Dietrich wieder auf die Koblenzer Straße (L 512) führen. Diese soll auch realisiert werden, falls das anvisierte interkommunale Gewerbegebiet „Ruttenberg“ nordwestlich des Autobahnkreuzes nicht verwirklicht wird. Schließlich liegt eine Prognose für das Jahr 2030 vor, die eine Belastung der Ortsdurchfahrt Gerlingen mit rund 24 000 Fahrzeugen täglich aufzeigt.

Dorfkern soll durch Umgehung entlastet werden

Rund 40 Prozent davon, so die Annahme, könnten mit Hilfe der Ortsumgehung aus dem Dorfkern ferngehalten werden. Die Inbetriebnahme des neuen Amazon-Verteilzentrums in Gerlingen hat der Forderung nach einer Entlastung zusätzlichen Schub gegeben und unter anderem die Gründung der Interessengemeinschaft „Besser leben in Gerlingen“ (BliG) hervorgerufen.
In der Bürgerversammlung in Gerlingen Mitte Dezember 2020 erklärte Bürgermeister Bernd Clemens, dass der Bau einer Ortsumgehung in sechs bis acht Jahren denkbar sei. Außerdem habe der heutige NRW-Ministerpräsident, Hendrik Wüst, noch als Verkehrsminister zugesagt, dass das Land den Bau dieser kommunalen Ortsumgehung mit 70 Prozent fördern würde (die SZ berichtete).

Maßnahme "Gesamtschule" zunächst nicht auf dem Plan

Die interfraktionelle Steuerungsgruppe „Investitionsstrategie“ unter Moderation des ehemaligen Landrats Frank Beckehoff hatte sich zu zwei Sitzungen zusammengefunden und darin einen Zeitplan für die Investitionen bis zum Haushaltsjahr 2029 erarbeitet. Die Maßnahme „Gesamtschule“ wird dabei übrigens zunächst ausgeklammert, weil hier zum einen keine klare Beschlusslage vorliegt und zum anderen die Prüfung der Fördermöglichkeiten im Rahmen der Regionale 2025 weitere Zeit in Anspruch nehmen wird.

Der Zeitplan steht

Der Arbeitskreis erarbeitete folgenden Zeitplan inklusive der Planungen: Schwimmbad (2021 bis 2025), Grundschule Rothemühle (2021 bis 2024), Grundschule Wenden (2022 bis 2025), Grundschule Gerlingen (2022), Grundschule Hünsborn (2021 bis 2023), Feuerwehrhaus Hillmicke (2022 bis 2026), Feuerwehrhaus Hünsborn (2023 bis 2026), Feuerwehrhaus Gerlingen (2021 bis 2024).

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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