SZ

Areal in Rothemühle
Parkplatz-Erdreich offenbar toxisch belastet

Der Parkplatz der ehemaligen Firma Apparatebau Rothemühle soll nach dem Willen der Gemeindeverwaltung in ein Wohngebiet umgewandelt werden. Nun taucht ein Gutachten wieder auf, dass toxische Belastungen aufweist.
  • Der Parkplatz der ehemaligen Firma Apparatebau Rothemühle soll nach dem Willen der Gemeindeverwaltung in ein Wohngebiet umgewandelt werden. Nun taucht ein Gutachten wieder auf, dass toxische Belastungen aufweist.
  • Foto: hobö (Archiv)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

hobö Wenden. Auf dem Parkplatz der ehemaligen Firma Apparatebau Rothemühle an der Grenze der Ortschaften Rothemühle und Heid möchte die Gemeinde Wenden eigentlich ein neues Wohngebiet schaffen. Bekanntlich hat die Kommune die gesamte Industriebrache im Jahr 2018 gekauft und sofort die Absicht bekundet, den ehemaligen Parkplatz für den Bau von Wohnhäusern umzugestalten. Das entsprechende Planverfahren will man im Wendener Rathaus aber erst im Jahr 2023 einleiten.
Inzwischen sind vermehrt Stimmen laut geworden, den Parkplatz nicht zur Wohnbebauung umzufunktionieren, sondern in ein Gesamtkonzept für die künftige Nutzung der riesigen Industriebrache einzubinden.

hobö Wenden. Auf dem Parkplatz der ehemaligen Firma Apparatebau Rothemühle an der Grenze der Ortschaften Rothemühle und Heid möchte die Gemeinde Wenden eigentlich ein neues Wohngebiet schaffen. Bekanntlich hat die Kommune die gesamte Industriebrache im Jahr 2018 gekauft und sofort die Absicht bekundet, den ehemaligen Parkplatz für den Bau von Wohnhäusern umzugestalten. Das entsprechende Planverfahren will man im Wendener Rathaus aber erst im Jahr 2023 einleiten.
Inzwischen sind vermehrt Stimmen laut geworden, den Parkplatz nicht zur Wohnbebauung umzufunktionieren, sondern in ein Gesamtkonzept für die künftige Nutzung der riesigen Industriebrache einzubinden. Wie die SZ bereits Ende März berichtete, möchten Stefan Müller aus Brün und Alexander Czenkusch aus Elben die Industriebrache von der Gemeinde übernehmen und dort einen Gewerbepark errichten – mit Inanspruchnahme des Parkplatzes.

"Das Projekt" im Biggetal

Außerdem werden in den nächsten Wochen die Ergebnisse des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) vorgestellt und in den politischen Gremien diskutiert. Auch hier könnten andere Ideen für die künftige Parkplatz-Nutzung zutage treten.

In 27 Bodenproben wurden Schadstoffe nachgewiesen

Und nun taucht im Kontext der neuerlichen Diskussionen über die Zukunft der Industriebrache ein Gutachten aus dem Jahr 2006 wieder auf. Dieses wurde seinerzeit erstellt, um den Verkehrswert für das Gesamtareal des einstigen Unternehmens Apparatebau Rothemühle zu ermitteln. Dabei erfolgten unter anderem auch Untersuchungen des Erdreichs.
In 27 Bodenproben wurden unter anderem Arsen, Blei, Chrom und Cadmium gefunden – so auch unter dem asphaltierten Parkplatz und der angrenzenden Grünfläche. Laut dem Gutachten müssten – gegebenenfalls im Falle einer anderen Nutzung des Parkplatzes – 880 Tonnen belastetes Erdreich entsorgt werden. Ob hier jemand trotz einer möglichen Entsorgung des Bodens ein Eigenheim für seine Familie errichten möchte, bleibt offen.

Bürgermeister Bernd Clemens kündigt neue Untersuchung an

„Die kritischen Stimmen haben uns veranlasst, eine neue Untersuchung vorzunehmen“, erklärt Bürgermeister Bernd Clemens auf Anfrage der SZ. „Wir gehen hinsichtlich einer Belastung aber eher von einer Unbedenklichkeit aus.“ In der vergangenen Woche wurden jedenfalls Bodenproben entnommen, die nun von Fachleuten untersucht werden. Bürgermeister Clemens verspricht, dass die Ergebnisse der Analysen im Zusammenhang mit der Vorstellung des ISEK-Projekts öffentlich gemacht werden.
Nun rückt ob solcher Botschaften wieder das Areal oberhalb der ev. Kirche in Rothemühle für die künftige Baulandentwicklung in das Blickfeld. Die dortigen Bäume wurden infolge der Borkenkäfer-Plage vor wenigen Wochen niedergelegt, und nach Recherchen der SZ wäre die Waldgenossenschaft Brün als Eigentümerin durchaus bereit, das Areal für eine Entwicklung von Bauland an die Gemeinde Wenden zu veräußern.

Davon unabhängig hatte die Gemeinde Wenden den Parkplatz der ehemaligen Firma Apparatebau Rothemühle für die Zwischenlagerung von Baumstämmen zur Verfügung gestellt. Hier wurde Fichten gelagert, die infolge der Borkenkäfer-Plage gefällt und aus den Wäldern geholt worden waren. Hierbei wurde die Asphaltfläche arg in Mitleidenschaft genommen. „Wir werden den Verursacher natürlich für Schäden in Verantwortung nehmen, falls nötig“, erklärt Bürgermeister Bernd Clemens diesbezüglich.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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