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Trotz mahnender Worte aus dem Rathaus Wenden
Politik will mehr Baugebiete in gleicher Zeit

Auf der Siegener Straße in Hünsborn wird derzeit ein Kreisverkehr gebaut, um die Anbindung des Neubaugebiets „An der Wahre“ zu verbessern.
  • Auf der Siegener Straße in Hünsborn wird derzeit ein Kreisverkehr gebaut, um die Anbindung des Neubaugebiets „An der Wahre“ zu verbessern.
  • Foto: hobö
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

hobö Wenden. Vermutlich hatte man im Fachbereich Bauen und Stadtentwicklung im Wendener Rathaus mit Beifall gerechnet. Schließlich zeigt die neu erarbeitete „Planungsoffensive“ für die Baulandentwicklung auf, dass in der Kommune innerhalb von rund fünf Jahren 200 Wohneinheiten in Neubauten ermöglicht werden. „Ich persönlich finde diese Zahl beeindruckend“, bilanziert Fachbereichsleiter Markus Hohmann. Doch der Politik geht die Umsetzung zu langsam voran. Auf Antrag der CDU wurde daher im Gemeinderat ein Beschluss gefasst, der den skizzierten Zeitplan der Verwaltung dahingehend ändert, dass Entwicklung von Bauland vor allem in den kleineren Orten noch schneller vonstatten gehen soll.

hobö Wenden. Vermutlich hatte man im Fachbereich Bauen und Stadtentwicklung im Wendener Rathaus mit Beifall gerechnet. Schließlich zeigt die neu erarbeitete „Planungsoffensive“ für die Baulandentwicklung auf, dass in der Kommune innerhalb von rund fünf Jahren 200 Wohneinheiten in Neubauten ermöglicht werden. „Ich persönlich finde diese Zahl beeindruckend“, bilanziert Fachbereichsleiter Markus Hohmann. Doch der Politik geht die Umsetzung zu langsam voran. Auf Antrag der CDU wurde daher im Gemeinderat ein Beschluss gefasst, der den skizzierten Zeitplan der Verwaltung dahingehend ändert, dass Entwicklung von Bauland vor allem in den kleineren Orten noch schneller vonstatten gehen soll.

Fachbereichsleiter Markus Hoffmann wehrt sich

„Was wir machen, ist extrem schnell“, wehrte sich Markus Hohmann in der vorgeschalteten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses gegen die von der CDU geforderte Tempoverschärfung. „Wir beschäftigen uns in diesem Jahr bereits mit 13 Baugebieten.

Gemeinderat drückt bei Baulandentwicklung aufs Tempo

Zudem habe sich der Fachbereich Bauen und Stadtentwicklung parallel mit Planungen für das Gewerbegebiet „Ruttenberg“, den Themen Straßenbau und Erneuerbare Energien sowie Beschlüssen wie dem Neubau des Schwimmbads und den Planungen für die Schullandschaft zu beschäftigen. Eine frühere Umsetzung der verwaltungsseitig geplanten Baulandentwicklung „schaffen wir nicht“, so der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters.
Im Gemeinderat ergänzte Hohmann: „Wenn der Beschluss anders gefasst wird als von uns vorgeschlagen, dann machen wir nur noch Wohngebiete, aber nichts anderes mehr.“ Damit bezieht er sich auf die Beschlussergänzung der CDU, die unter anderem diesen Passus enthält: „Die Bauflächenentwicklung hat höchste Priorität im Verwaltungshandeln.“

"Wir müssen auf die Überholspur"

„Es ist schlichtweg nicht der Fall, dass wir die Baulandentwicklung nicht jetzt schon mit höchstem Einsatz entwickeln“, kämpfte Markus Hohmann vehement gegen die Belastung durch weitere Planverfahren. Ohne Erfolg. Christian Stock (CDU) meinte: „Wir sind zwar schon auf der Autobahn, aber da müssen wir jetzt auf die Überholspur.“

Falls die Gemeindeverwaltung die Baugebiete nicht allesamt entwickeln könne, so die CDU, „ist durch die Beauftragung von Planungsbüros die Bauflächenentwicklung in den kleineren und größeren Ortsteilen zu beschleunigen“. Auch dies wurde mit den Stimmen von CDU und UWG beschlossen. Wie die SPD enthielten sich die Grünen bei der Abstimmung über den von der CDU ergänzten Beschluss. „Wenn wir jetzt alles mit voller Kraft entwickeln, haben wir den Bedarf im Flächennutzungsplan schnell erschöpft“, mahnte Grünen-Fraktionschef Elmar Holterhof. Danach habe die Gemeinde über viele Jahre keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr. Außerdem brauche man den Druck, um in den Ortskernen keine Leerstände zu produzieren.

80 Bewerber für einen Bauplatz in Hünsborn

Es gebe keine Leerstände, entgegnete Gudrun Scherer (CDU). Gebrauchte Immobilien seien trotz der Neubaugebiete enorm gefragt. Jürgen Greis (CDU) erinnerte daran, dass es in Hünsborn 80 Bewerber für ein Baugrundstück gebe, von denen 21 nun ein Grundstück im Baugebiet „An der Wahre“ erhalten. „Die anderen kriegen nichts“, bedauerte der Hünsborner Politiker. Markus Hohmann warnte davor, nun Erwartungen zu schüren, neue Baugebiete würden ratzfatz erschlossen. Die Planverfahren benötigten unter anderem wegen der Abstimmung mit anderen Behörden, der Grundstücksakquise, dem Straßen- und Kanalbau sowie der Vergabe ihre Zeit. „Und ich glaube auch nicht, dass wir über Neueinstellungen viel Zeit gewinnen.“

„Die Planungsoffensive der Gemeinde Wenden läuft schon über einen längeren Zeitraum“, versichert die Gemeindeverwaltung derweil in der Sitzungvorlage für Rat und BPA. Diesbezüglich verweist man auf die in den beiden zurückliegenden Jahren bereits realisierten oder in der Erschließung befindlichen Gebiete, in denen gemeindeweit 58 neue Wohneinheiten geschaffen würden.

Geplante Baugebiete sollen bald erschlossen werden

In diesem Jahr werden überdies die beiden großen Baugebiete „Westerberg“ in Wenden mit insgesamt 22 Bauplätzen und Hünsborn „An der Wahre, 2. Bauabschnitt“ mit 31 Einfamilienhäusern, zwei Mehrfamilienhäusern und insgesamt zehn Reihenhäusern erschlossen. Zudem ist die Erschließung des Baugebietes „Hirtengarten“ in Römershagen mit fünf Einfamilienhäusern sowie der erste Bauabschnitt des Baugebiets „Breiter Bruch“ in Ottfingen mit drei Einfamilienhäusern vorgesehen. Parallel zu den Erschließungsmaßnahmen im laufenden Jahr sei „die weitere Planung mehrerer Baugebiete vorgesehen“, wie die Verwaltung mitteilt.

Bei diesen Planungen seien bereits unterschiedliche Stufen erreicht. Es sei damit zu rechnen, dass die geplanten Gebiete in den Jahren 2022 und 2023 erschlossen werden können. Zu den betreffenden Gebieten gehören der Bereich „Am Buchhagen“ in Möllmicke (bis zu 23 Häuser), der zweite Bauabschnitt am St.-Antonius-Weg in Gerlingen (noch keine genaue Häuserzahl berechnet), der zweite Bauabschnitt „Breiter Bruch“ in Ottfingen (bis zu 13 Häuser) und der Bereich „Hillgenstock, Teilbereich Süd“ in Wenden (bis zu 32 Häuser).

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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