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Olivenöl mit Bio-Siegel
Portugiesische Qualität für Wendener Feinschmecker

Steffi Valk präsentiert das Olivenöl mit Bio-Siegel, das ihre Familie im Norden Portugals herstellt.
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  • Steffi Valk präsentiert das Olivenöl mit Bio-Siegel, das ihre Familie im Norden Portugals herstellt.
  • Foto: Yvonne Clemens
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

yve Dörnscheid. Verlassen steht das Bauernhaus auf der Anhöhe. Nur einmal im Jahr dreht sich der Schlüssel im alten Schloss, immer Anfang Dezember. Dann kehrt für absehbare Zeit Leben ein. Erntehelfer beziehen in einfachem und rustikalem Ambiente Quartier, verbringen ihre Abende nach getaner Arbeit eng beisammen, teilen sich Bad und Küche. Unter ihnen Reinhardt Wiesner, der seine Familie beim Pflücken und Selektieren tatkräftig unterstützt – „für mich ist das ein Hobby“.

Es ist die unberührte Natur inmitten der Olivenbäume unweit des kleinen portugiesischen Dorfes Vilar Torpim, die der Dörnscheider zu schätzen weiß. Nicht mehr als etwa 200 Menschen leben hier. Im einzigen Café am Fuße des Douro im Norden Portugals kostet der Espresso 50, das Bier 70 Cent – eine andere Welt!

yve Dörnscheid. Verlassen steht das Bauernhaus auf der Anhöhe. Nur einmal im Jahr dreht sich der Schlüssel im alten Schloss, immer Anfang Dezember. Dann kehrt für absehbare Zeit Leben ein. Erntehelfer beziehen in einfachem und rustikalem Ambiente Quartier, verbringen ihre Abende nach getaner Arbeit eng beisammen, teilen sich Bad und Küche. Unter ihnen Reinhardt Wiesner, der seine Familie beim Pflücken und Selektieren tatkräftig unterstützt – „für mich ist das ein Hobby“.

Es ist die unberührte Natur inmitten der Olivenbäume unweit des kleinen portugiesischen Dorfes Vilar Torpim, die der Dörnscheider zu schätzen weiß. Nicht mehr als etwa 200 Menschen leben hier. Im einzigen Café am Fuße des Douro im Norden Portugals kostet der Espresso 50, das Bier 70 Cent – eine andere Welt!

Über den Schwiegersohn ins Geschäft

Genau das macht diesen Ort so besonders für Reinhardt Wiesner – umgeben von markanten Gehölzen, unter deren Schatten der Dörnscheider seinem Hobby frönt. Doch wie kommt ein ehemaliger Unternehmer zur Olivenernte? Seine jüngere Tochter Linda sei mit einem Portugiesen verheiratet, erzählt der 70-Jährige im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Mit Nuno Romano aus Lissabon.

„2014 hat er einen kleinen Hain von seinem Großvater übernommen.“ Ein Jahr später habe sich ein älteres Ehepaar aus Vilar Torpim entschieden, ein acht Hektar großes Anbaugebiet mit 550 Bäumen zu veräußern. „Aber nur an Einheimische“, erinnert sich Wiesner. Sein Schwiegersohn habe gleich vorgeschlagen: „Das machen wir zusammen“. Seither ist der 70-Jährige Mitbesitzer eines Anbaugebiets, auf dem Bäume stehen, die weit über 100 Jahre alt sind.

Rücksichtsvoller Anbau

Auf einer Höhe von 700 Metern über dem Meeresspiegel gedeihen die Sorten Carrasquinha, Curri Cabra und Verdeal. „Ganz ohne zusätzliche Bewässerung, Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel“, betont Wiesner, der auf den Einsatz moderner Technik bewusst verzichtet. Bei dieser Art von Lese umgreife eine Maschine den Stamm des Baumes und rüttele ihn mit hoher Frequenz. „Das schadet alten Bäumen und ihren Wurzeln sehr.“ „Wir pflücken und selektieren vorsichtig von Hand.“ Die Ernte werde dann zu einer zertifizierten Presse gefahren.

„Die kleine Fabrik steht allen Bauern des Dorfes zur Verfügung.“ Die Oliven werden unmittelbar nach dem Pflücken kalt gepresst zu Öl verarbeitet und dieses in Edelstahlbehälter abgefüllt. „Darin lagert die Flüssigkeit noch drei Monate, die Bitterstoffe sollen sich setzen.“ Beim Genuss müsse das Öl leicht im Hals kratzen. Das spreche für einen hohen Anteil an Polyphenolen, also Vitamin E.

600 Liter kommen nach Deutschland

1200 Liter Öl produzieren Linda Wiesner Romano, ihr Ehemann Nuno und Reinhardt Wiesner jährlich. „Davon kann man natürlich nicht leben“, weiß der Dörnscheider. Hauptsächlich sind Freunde und Familie die Abnehmer der goldfarbenen Essenz unter dem Produktnamen „Quinta do Folgado“. Er umschreibt das Landgut mit den Olivenhaien in Vilar Torpim, zu dem auch ein Weinberg gehört.

600 Liter der Ertrags kommen via Spedition mittlerweile nach Dörnscheid. Portugiesisches Olivenöl ist hierzulande rar, die Schar der Liebhaber des Produkts mit Bio-Siegel daher stetig gewachsen. Und so schlüpft auch die ältere Tochter von Reinhardt Wiesner zeitweise in eine andere Rolle. Eigentlich Bankkauffrau, bietet Steffi Valk auf zwei heimischen Märkten das seit 70 Jahren von Familienhand geerntete Öl an. Das sind der Jakobimarkt in Römershagen und der Kunibertusmarkt in Hünsborn, beide bestückt mit Eigenkreationen – von Marmelade und Likör bis hin zu Krippen.

Verkauf auch im Ottfinger Dorfladen

„Jetzt klingelt es öfters bei uns“, sagt der 70-Jährige. Coronabedingt seien die Märkte ja ausgefallen, so Steffi Valk, „aber verzichten möchten manche eben nicht auf das Erzeugnis aus dem Gebiet Portugals mit dem qualitativ hochwertigsten Öl“. Daher werde es jetzt auch im Dorfladen in Ottfingen angeboten, in dem der Fokus auf Bioprodukte und Regionalität liege.

Allein die Optik lässt schon ins Regal greifen. Für den Küchenschrank ist die Flasche mit Oberbandmündung und feinem floralem Emblem einfach zu schade. Das Logo stammt von Linda Wiesner Romano selbst. „Sie hat Modedesign studiert“, klärt der Dörnscheider über das Talent seiner Tochter auf. Der Dorfladen soll neben den beiden Märkten die einzige Option zum Kauf des Öls sein. „Es soll ein Hobby bleiben“, hält Reinhardt Wiesner fest.

Er kann es kaum erwarten, bald wieder Teil der zehnköpfigen Ernteregie zu sein. Die Olivenernte versetze in eine andere Zeit, durchaus Knochenarbeit, aber das Lamm zum Abschluss, gegart im Ofen der kleinen Bäckerei in Vilar Torpim, entlohne allemal – dazu Weißbrot, getaucht in grünes Gold aus „Quinta do Folgado“.

Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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