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Projekt Dorfladen erfährt einstimmige Unterstützung

Das Projektteam „Dorfladen“ (v. l.): Olaf Arns, Stefan Klör, Jochen Bruch und Stefan Clemens.
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  • Das Projektteam „Dorfladen“ (v. l.): Olaf Arns, Stefan Klör, Jochen Bruch und Stefan Clemens.
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baka ■ Die Projektgruppe „Dorfladen“ der Zukunfts-Werkstatt Ottfingen (ZWO), hatte am Sonntagvormittag zu einer Dorfversammlung in das Schützenhaus eingeladen – und es herrschte ein unglaublicher Andrang. „Wir hatten gehofft, dass es voll wird und mit gut 100 Personen gerechnet, aber dass es jetzt 200 geworden sind, damit haben wir nicht gerechnet“, freute sich Olaf Arns, Vorsitzender von ZWO und Mitglied der vierköpfigen Projektgruppe, über die große Beteiligung.

Grund für die Dorfversammlung, war die Vorstellung eines Konzeptes zur Fortführung des bestehenden Lebensmittelgeschäfts als Dorfladen und die daraus resultierende Gründung einer Genossenschaft (die SZ berichtete).

Das Lebensmittelgeschäft in Ottfingen wird von Ilona und Michael Arns geführt, die am Jahresende schließen werden.

baka  Die Projektgruppe „Dorfladen“ der Zukunfts-Werkstatt Ottfingen (ZWO), hatte am Sonntagvormittag zu einer Dorfversammlung in das Schützenhaus eingeladen – und es herrschte ein unglaublicher Andrang. „Wir hatten gehofft, dass es voll wird und mit gut 100 Personen gerechnet, aber dass es jetzt 200 geworden sind, damit haben wir nicht gerechnet“, freute sich Olaf Arns, Vorsitzender von ZWO und Mitglied der vierköpfigen Projektgruppe, über die große Beteiligung.

Grund für die Dorfversammlung, war die Vorstellung eines Konzeptes zur Fortführung des bestehenden Lebensmittelgeschäfts als Dorfladen und die daraus resultierende Gründung einer Genossenschaft (die SZ berichtete).

Das Lebensmittelgeschäft in Ottfingen wird von Ilona und Michael Arns geführt, die am Jahresende schließen werden. Für viele Ottfinger bedeutet dies, dass sie nicht nur weitere Wege in andere Ortschaften in Kauf nehmen müssen und ein Auto brauchen, sondern es fehlt auch ein sozialer Treffpunkt. Viele Kinder gehen einfach mal gerne dort eine Kleinigkeit einkaufen, und für zahlreiche Ältere ist das Geschäft eine Örtlichkeit, um sich zu unterhalten. Olaf Arns verwies darauf, dass in den zurückliegenden Jahrzehnten schon vieles in Ottfingen geschlossen oder aufgegeben worden sei. „Am Jahresende wird vermutlich die Gaststätte ,Jakob’ geschlossen, falls sich kein neuer Pächter findet, der Geldautomat bleibt auch nur noch bis Ende 2020, und wenn der Laden schließt, ist es auch fraglich, ob sich die Bäckerei halten kann“, erläuterte Arns.

Ziel der Projektgruppe war es, ein Konzept zu erstellen, wie man das Geschäft als Dorfladen erhalten und dafür eine Genossenschaft gründen kann. Mittlerweile haben Stefan Klör, Jochen Bruch, Olaf Arns und Stefan Clemens rund 500 Stunden ehrenamtlich in die Idee investiert. Sie stellten ihr schlüssiges Konzept am Sonntagmorgen vor. Im Vorhinein wurden an 800 Haushalte Fragebögen verteilt, um zu ermitteln, ob überhaupt Interesse dafür besteht, einen Dorfladen zu unterhalten, und welche Erwartung an das Geschäft gestellt werden. Rund 40 Prozent der Bögen wurden beantwortet, und daraus ging deutlich hervor, dass die Mehrheit für den Erhalt und die Gründung einer Genossenschaft ist.

Das vorgestellte Konzept sieht vor, dass das bestehende Geschäft umgebaut wird, das aktuelle Warenangebot würde erweitert unter anderem mit Bioprodukten, einer kleinen Drogerieabteilung, einem gemütlichem Bistrobereich, einem Paketshop und auch der Möglichkeit der Bargeldausgabe. Zudem wäre der Dorfladen durchgehend von 8 bis 18 Uhr geöffnet, und es würden neben einer Vollzeitkraft, zwei Halbtagskräfte und acht Aushilfen beschäftigt.

Größtes Interesse lag natürlich auf der Wirtschaftlichkeit. Olaf Arns: „Wir müssen einen Laden auf die Beine stellen, der sich selber trägt. Das ganze Dorf muss die Entscheidung treffen, nicht die Projektgruppe. Das Ladenkonzept funktioniert nur als Genossenschaftsmodell, denn dann können wir Fördergelder beantragen und auch eine mögliche LEADER-Förderung, das wäre dann die Basis zur Gründung des Dorfladens.“. Genossenschaftsanteile können zu einem Wert von 250 Euro erworben werden, für die Besitzer bedeutet das auch, dass sie durch Rabatte beim Einkaufen sparen.

Bedingt durch die realen Zahlen, die Michael Arns zur Verfügung gestellt hat, konnte die Projektgruppe eine genaue Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vornehmen. Stefan Clemens erläuterte Eckdaten des Finanzkonzeptes sowie die Gewinn- und Verlustrechnung. Dabei wurde deutlich, dass es nicht nur darum geht, so viele Genossenschaftsanteile wie möglich zu vergeben, sondern es muss eine Nachhaltigkeit geben, in der Form, dass die Ottfinger Bürger auch wirklich den Laden nutzen und dort einkaufen. Denn wenn das Kaufverhalten nachlässt, werden Verluste gefahren.

Nach der Vorstellung des aufwändigen Konzeptes lag das Hauptaugenmerk für die Projektgruppe auf der Frage: „Machen wir weiter, oder besteht im Ort kein Interesse am Dorfladen?“ Bevor darüber abgestimmt wurde, forderte Olaf Arns die Anwesenden auf, ihre Fragen und Anregungen einzubringen. Nach einem regen Austausch zeigte die Abstimmung ein mehr als deutliches Ergebnis: Einstimmig und ohne Enthaltungen stellten sich die Versammlungsteilnehmer hinter die Projektgruppe und das Vorhaben Dorfladen.

Bis zum 1. Dezember haben die Ottfinger nun Zeit, Genossenschaftsanteile zu erwerben. „Wir müssen mindestens 380 Anteile haben, damit wir dann eine Genossenschaft gründen können. Wenn es weniger sind, werden wir wohl keinen Dorfladen in Ottfingen halten können“, legte Arns allen Anwesenden ans Herz.

Das Projektteam „Dorfladen“ (v. l.): Olaf Arns, Stefan Klör, Jochen Bruch und Stefan Clemens.
Der Andrang am Sonntagvormittag war riesig: Das Schützenhaus in Ottfingen platzte bei der Vorstellung des Dorfladen-Konzepts nahezu aus allen Nähten.  Fotos: baka
Autor:

Barbara Kampa aus Siegen

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