Projekt »Reggae-Night« wohl endgültig gescheitert

Publikum blieb bei Konzert auf Brüner Sportplatz aus

sib Brün. Schade, schade, schade. Auch der zweite Großversuch, am Brüner Sportplatz eine Reggae-Night an den Start zu schicken, scheiterte am mangelnden Interesse in der Region. »Anscheinend gibt es im Süd-Sauerland nicht genügend Potenzial für so was«, hielt sachlich Veranstalter Michael Kotula fest. Nachdem bereits im Vorjahr den »Renegades in Exile«, eine Spitzenband des Genres, nur rund 200 Gäste zum »Summer Jam« beschieden waren, lag die Zahl diesmal noch deutlich darunter. Die Besucher machten sich auf dem großen Platz vor der Bühne jedenfalls ziemlich verloren aus, und so richtige Partystimmung wollte dann auch nicht aufkommen.

Getanzt wurde zwar, aber zu so einer Nacht gehört eben auch die entsprechende Besuchermenge, damit der Spaß richtig losgehen kann. Jene, die da waren, versuchten zwar, das Beste aus der Situation zu machen, und an der »The I and I Band« mit dem sympathischen Sänger Pacey konnte es auch nicht gelegen haben. Für Michael Kotula jedenfalls ist klar, dass ein weiterer Versuch in dieser Richtung vorerst gestrichen ist.

Aufgeben will er aber nicht. Er und seine Mitstreiter überlegen, ob man nicht ein festivalartiges Konzert mit mehreren Bands aufziehen könnte. Auf seine Leidenschaft, den Reggae, will er aber deshalb nicht verzichten, möchte schon zwei oder drei Bands aus dieser Richtung bei einem eventuellen Festival vertreten sehen. Doch wie sich das genau gestaltet, wann und wo und mit welchem Aufwand – das ist noch alles völlig offen. »Die Planungen stecken noch in den Kinderschuhen«, meinte Kotula, der sich nicht entmutigen lässt.

Ungeachtet der wenigen Menschlein vor der Bühne lieferten die Musiker professionell einen ordentlichen Gig ab. Die Reggaeparty lief nach dem Motto »Roots meets Dub« und setzte den verflixt kühlen Nachttemperaturen heiße Rhythmen entgegen. Zwar überwogen die Cover-Versionen an diesem Abend, aber auch die eigenen Sachen der Band wussten durchaus zu überzeugen. »Sorry fe dem« etwa thematisierte – sozialkritische Texte sind ein Wesensmerkmal der Reggae-Musik – die drückende Armut in vielen Teilen der Erde. »Streets of happiness« hingegen hatte den Groove, der kein Bein ruhig stehen ließ und konnte sich in seiner mitreißenden, relaxten Art in die Herzen der Zuhörer schmeicheln.

Ansonsten wurde ausgiebig den Szene-Heroen Bob Marley und Gregory Isaacs gehuldigt. Hits wie »Steer it up«, »Is this love« oder »Kingston Town« kamen dem Sänger Pacey authentisch und wohlartikuliert über die Lippen. Pacey stammt aus Clarendon im Süden Jamaikas und weiß daher, wovon er singt, wenn er den Mund aufmacht.

Mit Everton Blender und Curtis Smit gründete er einst seine Jugendband, die »Everton & The Blenders«, die sich später auflöste. Aber durch die jahrelange Freundschaft mit Blender übernahm Pacey bei dessen Debut-Titel »Bah Bah Black Sheep« die Hintergrundstimme. Doch das genügte dem talentierten Sänger nicht, und so spielte er 1995 auf dem »Sunsplash«-Festival und auf dem »Sumfest« in Mo Bay. 1998 trat er bei einigen Festivals in England auf und 1999 hatte er einige Gastspiele in den USA.

Jetzt tourt er gerade mit der »I and I Band«. Dazu gehören Trommler Nanjo, Gitarrist Ray und Keyboarder Uli, die den Gästen noch vom letzten Jahr von den »Renegades« in Erinnerung geblieben sein dürften. »Healin’ Frankie« am Bass ergänzt die Combo. Wenn man sich auch darüber streiten kann, ob der obligatorische »Legalize it«-Song notwendig gewesen wäre, so lieferte die Band doch ein pralles Konzert ab, dem man mehr Besucher gewünscht hätte.

sib

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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