Roderich Schrage †

Er war 22 Jahre lang Bürgermeister der Gemeinde Wenden

win Hünsborn. Nach langer, schwerer Krankheit verstarb am Sonntag der ehemalige langjährige Bürgermeister der Gemeinde Wenden, Roderich Schrage. Er wurde 74 Jahre alt.

Roderich Schrage wuchs als ältestes von sechs Kindern einer Hünsborner Zimmermannsfamilie auf. Nach der Volksschule erlernte er den Beruf des Bäckers. Nach zweijähriger Arbeit in der Backstube wechselte er als Glüher zu den damaligen Hüttenwerken Siegerland. Neun Jahre lang blieb er dort und setzte seinen tariflichen Urlaub für Schulungen der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) ein. Später erhielt er Sonderurlaub, um sich beim Katholischen Sozialinstitut in Bad Honnef weiterzubilden.

1960 dann folgte der einschneidende Wechsel in Roderich Schrages Arbeitsleben: Er wurde Bezirkssekretär der KAB Olpe. Als ein Jahr später die Zusammenlegung mit dem Bezirk Siegen erfolgte, blieb er erster Mann im neuen Bezirk und organisierte die Verwaltung der 58 angeschlossenen KAB-Vereine in den beiden Kreisen, war für die Bildungsarbeit zuständig und hatte die Prozessbevollmächtigung für Arbeits- und Sozialgerichte inne.

Viel Zeit investierte Schrage in die Kommunalpolitik. 1964 wurde er in die Vertretungen der Gemeinde und des Amtes Wenden gewählt. Bis zum Ende der alten nordrhein-westfälischen Ämterordnung im Zuge der kommunalen Neugliederung blieb er Mitglied der beiden Gremien, ab 1966 als stellv. Bürgermeister, ab 1967 dann als Bürgermeister der Gemeinde Wenden. 1969 wurde Roderich Schrage erster Bürgermeister der aus den Altgemeinden Wenden und Römershagen neu entstandenen Gemeinde Wenden. Dieses Amt behielt er 20 Jahre lang inne. Zu seinem Ausscheiden 1989 erhielt er den Ehrenring der Gemeinde.

Die Liste von Roderich Schrages ehrenamtlichen Einsätzen ist lang. So war er Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) im Kreis Olpe, Mitglied des Dekanatspastoralrats und Vorsitzender des Sportvereins »Rot-Weiß« Hünsborn. 1986 gehörte Roderich Schrage mit zu den Initiatoren des Ketteler-Cardijn-Werks, das sich bis heute um die Reintegration von langzeitarbeitslosen Menschen kümmert. Er war lange Vorsitzender des Werks.

Der frühere Gemeindedirektor Winfried Metzenmacher, der mit Schrage von 1972 bis 1989 gemeinsam die Doppelspitze der Gemeinde bildete, erklärte gegenüber der SZ: »Roderich Schrage war ausgesprochen ehrlich. Ich habe an ihm geschätzt, dass es ihm immer um die Sache ging. Er konnte und wollte seine Meinung mit anderen austragen, auch mit mir. Wir waren weiß Gott nicht immer einer Meinung. Aber wenn wir uns auseinandergesetzt haben, dann immer im Stüblein, nie auf dem Marktplatz. Ich konnte mir die Zusammenarbeit nicht besser vorstellen und wünschen.«

Schrages großes Hobby war die Imkerei. In seiner Bienenhütte auf der »Großen Wiese«–unweit des Hünsborner Segelflugplatzes waren aber nicht nur 24 Bienenvölker stationiert: Hier fiel auch manche kommunalpolitische Entscheidung.

Zu Grabe getragen wird Roderich Schrage am Mittwoch in seinem Geburtsort Hünsborn. Die Eucharistiefeier beginnt um 15 Uhr in der St.-Kunibertus-Pfarrkirche.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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