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Entwicklungsplan basiert auf neuem Zahlenmaterial
Rosige Aussichten für Wendener Schulen

Um das Interesse an einem Wechsel zur Gesamtschule Wenden zu wecken, wurden Grundschüler bereits an einem sogenannten „Tauschtag“ zum Unterricht an der Gesamtschule eingeladen. Die Gutachterin erwartet auch an dieser Schule der Gemeinde Wenden zwischenzeitlich steigende Schülerzahlen.
  • Um das Interesse an einem Wechsel zur Gesamtschule Wenden zu wecken, wurden Grundschüler bereits an einem sogenannten „Tauschtag“ zum Unterricht an der Gesamtschule eingeladen. Die Gutachterin erwartet auch an dieser Schule der Gemeinde Wenden zwischenzeitlich steigende Schülerzahlen.
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hobö Wenden. „Wir haben Großes vor im Schulbereich“, eröffnete am Dienstagabend Catrin Stockhecke-Meister (SPD) als neue Vorsitzende die erste Sitzung des Ausschusses für Bildung und Soziales der Gemeinde Wenden nach der Kommunalwahl im Herbst vergangenen Jahres. Und sogleich stand nach der Verpflichtung zahlreicher Ausschussmitglieder ein zuletzt heftig umstrittenes Thema auf der Tagesordnung: die Fortschreibung der Schülerzahlprognose.

Ein Blick zurück: Der bis dato letzte Versuch einer Fortschreibung künftiger Schülerzahlen mündete in heftiger Kritik an dem beauftragten Büro, Dr. Garbe & Lexis. UWG-Fraktionschef Thorsten Scheen blies im Mai 2020 zur Attacke: „Es stellt sich die Frage, warum wir einen Schulentwicklungsplan aufstellen, wenn wir den Zahlen nicht vertrauen können.

hobö Wenden. „Wir haben Großes vor im Schulbereich“, eröffnete am Dienstagabend Catrin Stockhecke-Meister (SPD) als neue Vorsitzende die erste Sitzung des Ausschusses für Bildung und Soziales der Gemeinde Wenden nach der Kommunalwahl im Herbst vergangenen Jahres. Und sogleich stand nach der Verpflichtung zahlreicher Ausschussmitglieder ein zuletzt heftig umstrittenes Thema auf der Tagesordnung: die Fortschreibung der Schülerzahlprognose.

Ein Blick zurück: Der bis dato letzte Versuch einer Fortschreibung künftiger Schülerzahlen mündete in heftiger Kritik an dem beauftragten Büro, Dr. Garbe & Lexis. UWG-Fraktionschef Thorsten Scheen blies im Mai 2020 zur Attacke: „Es stellt sich die Frage, warum wir einen Schulentwicklungsplan aufstellen, wenn wir den Zahlen nicht vertrauen können. Die Wahrsagerin auf der Kirmes sagt uns vielleicht bessere Zahlen voraus.“ Innerhalb eines Jahres seien für gewisse Schuljahrgänge eine oder gar zwei ganze Klassen verschwunden. Eine Begründung dafür sei nirgends zu finden. Das seinerzeit für die Gemeinde Wenden arbeitende Büro orientierte sich an den Zahlen von IT.NRW, dem Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen, und addierte zur Ermittlung der künftigen Schülerzahlen kurzerhand 12 Prozent hinzu.

Neuer Schulentwicklungsplan

Der Ausschuss für Bildung und Soziales fasste im Mai vergangenen Jahres sodann den Beschluss, einen neuen Schulentwicklungsplan in Auftrag zu geben. Bürgermeister Bernd Clemens erteilte in der Folge dem „Büro für demografische Analysen und Schulentwicklungsplanung Dr. Reimann-Matako“ in Bonn den Auftrag.

Dr. Anja Reimann-Matako stellte am Dienstag nun die ersten Ergebnisse ihrer Analysen vor. Auffällig dabei war nicht nur ihre An- und Abreise mit dem ÖPNV von Bonn bis Wenden und zurück, sondern vielmehr ihre Herangehensweise. Sie nämlich nimmt nicht mehr die Zahlen von IT.NRW als Grundlage ihrer Berechnungen, sondern die Daten aus dem Melderegister der Gemeinde Wenden. Diese Zahlen seien genauer und hielten mehr relevante Daten vor. Und am Ende ihres Vortrags betonte der einst so kritische Thorsten Scheen, dass er diesen neuen Zahlen nun vertraue: „Jetzt sind wir auf einem guten Weg.“

Vortrag keine Handlungsempfehlungen

Apropos Weg: Ausschussvorsitzende Catrin Stockhecke-Meister betonte, dass die Vorstellung der Zahlen am Dienstag lediglich „erst der Aufschlag ist, die Schlacht wird heute noch nicht geschlagen“. Dr. Anja Reimann-Matako erklärte diesbezüglich, dass ihr Vortrag noch keine Handlungsempfehlungen enthalte, da die Raumanalyse noch fehle. Diese wird parallel erarbeitet und soll in den kommenden Wochen mit der Schülerzahlprognose kombiniert werden. Hieraus wollen Politik und Verwaltung bekanntlich auch Schlüsse ziehen, ob womöglich gar ein Neubau der Grundschule in Wenden vonnöten bzw. sinnvoll ist.

Da am Dienstag weder den Ausschussmitgliedern noch den Pressevertretern die Präsentation vorlag und die per Beamer auf eine Leinwand projizierten Zahlen in der weitläufigen Aula nicht auf allen Plätzen erkennbar waren, bleiben vorerst allgemeine Aussagen der Gutachterin haften. So sprach Dr. Anja Reimann-Matako von einem „insgesamt schönen Bild ihrer Schullandsschaft hier in der Gemeinde Wenden“. Eine solch stabile Entwicklung der Schülerzahlen sei außerhalb der Ballungsräume „eher ungewöhnlich“. Die meisten Landgemeinde hätten kontinuierliche Rückgänge an Schülern, hier indes sei in näherer Zukunft sogar ein Anstieg zu erwarten.

Bis 2035 leicht sinkende Zahlen

Beispielhaft seien im Schuljahr 2022/23 am Hauptstandort Wenden des Grundschulverbunds „Wendener Land“ „extrem viele Einschulungen“ zu erwarten. Im Jahr darauf folge ein „sehr hoher“ Wert. Danach flache die Kurve aber wieder ab. Bis 2035 seien in allen ehemaligen Grundschulbezirken leicht sinkende Zahlen zu erwarten, außer in Ottfingen. Hier rechnet die Gutachterin mit weiter steigenden Zahlen – eine Aussage, die hinsichtlich der Schließung des dortigen Grundschul-Teilstandorts vor fast fünf Jahren vermutlich wieder für mehr als nur Unzufriedenheit sorgen dürfte. Richtig aussagekräftig werden die neuen Zahlen in wenigen Wochen, wenn die Raumanalyse ebenfalls vorliegt.

Hinsichtlich der Gesamtschule Wenden betonte Dr. Anja Reimann-Matako, dass sich auch wegen steigender Zugänge von anderen Schulformen der Trend von einer Vier- auf eine Fünfzügigkeit abzeichne. Der Übergang zur Oberstufe von derzeit ca. 31 Prozent werde ebenfalls steigen, spätestens nach der Verabschiedung des allerersten Abiturjahrgangs im nächsten Jahr. Ein solches Ereignis wirke immer positiv.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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