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Saat für die heutige Blüte gelegt

In Erinnerung an die konstituierende Sitzung vor exakt 50 Jahren durften sich die fünf noch lebenden Ratsmitglieder von damals im Goldenen Buch der Gemeinde Wenden verewigen.
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  • In Erinnerung an die konstituierende Sitzung vor exakt 50 Jahren durften sich die fünf noch lebenden Ratsmitglieder von damals im Goldenen Buch der Gemeinde Wenden verewigen.
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hobö ■ Eine besondere Personengruppe fand sich am Dienstag im Wendener Rathaus zu einer nicht minder bemerkenswerten Würdigung ein. Denn auf den Tag genau 50 Jahre nach der ersten Sitzung des Rates der Gemeinde Wenden erinnerte die Kommune mit einem kleinen Festakt an diese geschichtsträchtige Versammlung und hatte hierzu Bürger eingeladen, die die Saat für die heute blühende Gemeinde gelegt und die Pflanze „Wendener Land“ in der Folge gehegt und zu stattlicher Größe weiter herangezüchtet haben.

Bekanntlich ist die Gemeinde Wenden infolge der Kommunalen Neugliederung mit Wirkung zum 1.

hobö  Eine besondere Personengruppe fand sich am Dienstag im Wendener Rathaus zu einer nicht minder bemerkenswerten Würdigung ein. Denn auf den Tag genau 50 Jahre nach der ersten Sitzung des Rates der Gemeinde Wenden erinnerte die Kommune mit einem kleinen Festakt an diese geschichtsträchtige Versammlung und hatte hierzu Bürger eingeladen, die die Saat für die heute blühende Gemeinde gelegt und die Pflanze „Wendener Land“ in der Folge gehegt und zu stattlicher Größe weiter herangezüchtet haben.

Bekanntlich ist die Gemeinde Wenden infolge der Kommunalen Neugliederung mit Wirkung zum 1. Juli 1969 aus den beiden Gemeinden Römershagen und Wenden gebildet worden, weswegen seinerzeit der Rat der Gemeinde Wenden in dieser Form erstmals gewählt werden musste und sodann zur konstituierenden Sitzung am 26. November 1969 im heute nicht mehr existierenden Gasthof Rütting in Möllmicke zusammentrat. Heinrich Wurm eröffnete als ältester Ratsherr um 16.30 Uhr diese erste Sitzung.

25 Ratsmitglieder waren seinerzeit anwesend, zwei fehlten entschuldigt. Die heute noch lebenden Ratsmitglieder dieser ersten Stunde sind Maria Müller (früher Gerlingen, jetzt Büchen), Helmut Eckstein (Vahlberg), Rudi Halbe (Hünsborn), Robert Melcher (Gerlingen) und Otto Meurer (Möllmicke). Sie folgten allesamt der Einladung zum dem Festakt am Dienstag und standen nicht allein wegen ihres Eintrags ins Goldene Buch der Gemeinde Wenden im Fokus.

Herzlich begrüßte Bürgermeister Bernd Clemens ebenfalls die Träger des Ehrenringes der Gemeinde Wenden, Kunibert Kinkel (Ottfingen) und Gerd Müller (Hillmicke), sowie die Ehrenratsherren Manfred Meurer (Dörnscheid), Alfred Kaufmann und Waldemar Lorenz (beide aus Wenden) sowie Lutz Schabelon (Hünsborn). Kunibert Kinkel ist zugleich der letzte ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde Wenden, und Gerd Müller war viele Jahre stellv. Bürgermeister. Eine gleichermaßen herzliche Begrüßung richtete Clemens ferner an seinen Vorgänger im Amt, Peter Brüser. Der war mehr als 20 Jahre hauptamtlicher Bürgermeister und zuvor der letzte amtierende Gemeindedirektor im Wendener Rathaus.

Die Idee zu dem Festakt und der Einladung zu selbigem sei zusammen mit den Vorsitzenden der Fraktionen im heutigen Gemeinderat und dem Verwaltungsvorstand aufgekeimt, erklärte Clemens und hieß diesen Personenkreis sowie natürlich auch die geladenen Ehepartner aller genannten Persönlichkeiten willkommen.

Im Jahr 1969 seit nicht nur auf dem Mond, sondern auch mit der Gründung der Gemeinde Wenden der Fuß auf ein ganz neues Terrain gesetzt worden. Im Gegensatz zu den Mondmissionen sei aber hier im „Wendschen“ mit vielen kleinen Schritten statt mit großen Sprüngen gearbeitet worden – und dennoch sei Großes passiert.

Bereits in seiner Rede zum Festakt „50 Jahre Gemeinde Wenden“ am Vorabend der diesjährigen Kirmeseröffnung habe er seinen großen Respekt vor der Leistung zum Ausdruck gebracht, den Mitglieder von Rat und Verwaltung in den fünf Jahrzehnten erbracht hätten, erinnerte Clemens. Aus der landwirtschaftlich geprägten Gemeinde mit damals 13 600 Einwohnern sei ein moderner Industrie- und Gewerbestandort mit heute fast 20 000 Einwohnern geworden. Die Anzahl der Arbeitsplätze habe sich von 3000 auf knapp 7000 mehr als verdoppelt.

Der Bürgermeister lobte: „Den Grundstein dafür hat der erste Rat der Gemeinde Wenden mit Beginn der 1970er-Jahre gelegt, als der Flächennutzungsplan für die Gemeinde Wenden beschlossen wurde, der noch heute wirksam ist und der die Weichen für die industrielle Entwicklung vor allem in Hünsborn und Gerlingen gelegt hat.“

Clemens hatte zum Festakt auch die Niederschrift zur ersten Ratssitzung im Original mitgebracht. Der seinerzeitige Verwaltungsmitarbeiter Walter Reichling, der das Protokoll unterschrieben hatte, war übrigens auch geladen, musste sich aber entschuldigen lassen. In dieser Niederschrift ist dem heutigen Verwaltungschef aufgefallen, dass die gestern anwesenden fünf – der insgesamt 27 – Ratsmitglieder der ersten Stunde alle unter 40 Jahre alt waren. Heute habe der Rat 35 Mitglieder, aber es gibt nur ein einziges Mitglied, das jünger als 40 Jahre alt ist.

Apropos jung: „Die jungen Leute können heute auf dem aufbauen, was die ältere Generation geschaffen hat“, dankte Bernd Clemens den einstigen Kommunalpolitikern für deren Leistung sowie deren Familien für die entsprechende Rücksichtnahme. „Sie haben allesamt Großes geleistet und den Boden für die gute Entwicklung in den letzten 50 Jahren bereitet.“

Die Gemeinde Wenden sei in dieser Zeit immer lebens- und liebenswert geblieben, untermauerte Clemens. Das zeigten vor allen Dingen die fast 10 000 Mitglieder in Sportvereinen und die mehr als 8000 Mitglieder in den kulturellen Organisationen – darunter vor allen Dingen viele Kinder und Jugendliche. Angesichts der Größe von 20 000 Einwohnern könnten andere Kommunen von solchen Zahlen nur träumen.

Kein Wunder also, dass Bürgermeister Bernd Clemens die fünf noch lebenden Mitglieder der konstituierenden Gemeinderatssitzung von vor 50 Jahren bat, sich in Würdigung ihrer Verdienste ins Goldene Buch der Gemeinde Wenden einzutragen. Diesem Wunsch folgte man gerne.

Die erste Sitzung des Wendener Gemeinderates dauerte damals übrigens fast vier Stunden. So lang geriet der offizielle Teil des Festaktes nicht, obschon die geladenen Gäste im Anschluss – umgarnt von Getränken und einem Büfett – noch geraume Zeit Erinnerungen austauschten, Anekdoten erzählten und natürlich auch Vergleiche der politischen Arbeit früher und heute zogen.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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