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Hauptsitz der Firma in Brün
Sälzer schließt in zwei Wochen

Der Hauptsitz der Sälzer Electric in Brün wird zum 31. Oktober geschlossen. 29 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsplätze.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

mari Brün. Seit Donnerstag ist es amtlich. Der Hauptsitz der Firma Sälzer Electric in Brün wird geschlossen, und das bereits in wenigen Tagen, am 31. Oktober. Monatelang hatte die Industriegewerkschaft Metall mit der Arbeitgeberseite um den Fortbestand gekämpft, doch ohne Erfolg. „Wir konnten die Schließung nicht verhindern. Die Entscheidung fiel über eine richterliche Einigungsstelle“, so der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Olpe, André Arenz, im Gespräch mit der SZ.
Arenz war Mitte des Jahres davon überzeugt, dass die von der Geschäftsführung anvisierte Schließung des Standorts Brün keine wirtschaftliche, sondern eine politische und somit eine falsche Entscheidung sei. Deshalb setzte die Gewerkschaft alles daran, die Arbeitgeberseite vom Fortbestand zu überzeugen.

mari Brün. Seit Donnerstag ist es amtlich. Der Hauptsitz der Firma Sälzer Electric in Brün wird geschlossen, und das bereits in wenigen Tagen, am 31. Oktober. Monatelang hatte die Industriegewerkschaft Metall mit der Arbeitgeberseite um den Fortbestand gekämpft, doch ohne Erfolg. „Wir konnten die Schließung nicht verhindern. Die Entscheidung fiel über eine richterliche Einigungsstelle“, so der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Olpe, André Arenz, im Gespräch mit der SZ.
Arenz war Mitte des Jahres davon überzeugt, dass die von der Geschäftsführung anvisierte Schließung des Standorts Brün keine wirtschaftliche, sondern eine politische und somit eine falsche Entscheidung sei. Deshalb setzte die Gewerkschaft alles daran, die Arbeitgeberseite vom Fortbestand zu überzeugen. Diese blieb jedoch hart.

Gewerkschaft setzt für Sälzer-Mitarbeiter Sozialplan durch

Jedoch ist es der Gewerkschaft immerhin gelungen, einen Sozialplan mit Interessensausgleich durchzusetzen. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten eine Abfindung. Zudem werden sie abhängig von der Betriebszugehörigkeit, mindestens aber für sechs Monate in eine Transfergesellschaft aufgenommen, um Qualifikationen für eine neue Tätigkeit zu erwerben.
Die Gerüchte um die Aufgabe des Hauptsitzes der Sälzer-Gruppe in Brün brodelten bereits Anfang des Jahres. Wie die SZ damals berichtete, schloss sich die Firma Merz Schaltgeräte in Gaildorf, die im November 2018 80 Prozent der Sälzer-Gesellschafteranteile erworben hatte, der Anregung zur Schließung von Geschäftsführer Matthias Jacob an. Das Werk in Rochlitz, das die Firma Sälzer in den 1990er-Jahren von der Firma Elgero Schaltgeräte übernahm, soll dagegen erhalten bleiben. Mittlerweile stehen noch 29 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Hauptstandort Brün in Brot und Arbeit, am Produktionsstandort Rochlitz sind es rund 40. Einige aus dem Brüner Werk haben sich bereits nach einer anderen Stelle umgeschaut, für andere enden befristete Arbeitsverträge. Die verbliebenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten trotz des monatelangen Kampfes noch einen Hoffnungsschimmer, doch der ist seit Donnerstag erloschen.

Sälzer überwand immer wieder Rückschläge

Viele von ihnen sind schon jahrzehntelang beschäftigt und haben die Entwicklung des von Peter Sälzer im Jahr 1956 gegründeten Unternehmens, das moderne Schaltgeräte entwickelt, produziert und vermarktet, mitgeprägt. Die Firma hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem global agierenden produzierenden Serviceunternehmen mit Vertriebs- und Servicegesellschaften in den USA und Großbritannien entwickelt.
Rückschläge wurden immer wieder überwunden, so vor zwei Jahren das Planinsolvenzverfahren, das die Firma in Eigenverantwortung beendete. Jahrelang hat die Belegschaft auf Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie auf Lohnerhöhungen verzichtet. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern war es wichtiger, für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze zu kämpfen. Sicherheit versprachen sie sich durch die Mehrheitsanteile der Firma Merz, die zur weltweit agierenden PCE-Gruppe mit Sitz im österreichischen St. Martin gehört. Doch auch diese stimmte für die Schließung. Die beiden Töchter des Firmengründers Peter Sälzer, Melanie und Katja Sälzer, konnten mit ihren je 10 Prozent Firmenanteilen nichts gegen die Entscheidung ausrichten. Auch sie waren wie die IG Metall der Meinung, dass es am Hauptstandort der Sälzer Electric in Brün weitergehen kann. Doch nun ist die traurige Wahrheit auf dem Tisch.
Was mit dem Firmengebäude geschieht, darüber gibt es derzeit noch keine Aussage.

Autor:

Redaktion Olpe aus Stadt Olpe

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