Sanfter Einstieg in die Schule

»Unterm Regenbogen« bereitet Vorschulkinder intensiv auf neuen Abschnitt vor

rudi Hünsborn. Bereits im Sommer stieg der Kindergarten »Unterm Regenbogen« intensiv in die Vorschularbeit ein – unter anderem mit einem Englisch-Projekt. Nunmehr orientiert man sich zusätzlich an den Belangen der Grundschulen und bereitet die derzeit 21 Vorschulkinder durch schulähnliche »Gepflogenheiten« gezielt auf die bald an sie gestellten Anforderungen vor – nach eigenen Angaben als bis dato einziger Kindergarten in der näheren Umgebung. Vor allem Konzentrations- und Auffassungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein, Gemeinschaftssinn sowie das selbstständige Arbeiten und Handeln werden sensibilisiert.

»Das macht Spaß«, so das einstimmige Urteil der 21 Jungen und Mädchen, die derzeit anhand von fünf Themenbereichen auf ihren Eintritt in die Schule vorbereitet werden. Kindgerecht werden die Kinder für Bewegung, Motorik, Wahrnehmung und Rhythmus sensibilisiert, ans Experimentieren, Gestalten, Planen und Bauen herangeführt und mit Kommunikation, Ausdruck, Medien und Symbolen konfrontiert. Darüber hinaus werden Aspekte der Philosophie, Kultur und Religion ebenso mit in die Arbeit einbezogen wie naturwissenschaftliche Ansätze. Grundlage der Arbeit stellt die Bildungsmappe »Wunderfitz« samt einer Handpuppe dar, die speziell für Kinder dieser Altersgruppe entwickelt wurde.

Erzieherin Gaby Hausmann, die sich im Kindergarten »Unterm Regenbogen« maßgeblich für die Vorschularbeit verantwortlich zeigt, bereitet ihre Zöglinge anhand der Arbeitsmaterialien gezielt auf künftige Anforderungen in der Schule vor. Dabei regiert das Prinzip »learning by doing«: Einfache Aufforderungen in Handlungen umsetzen und dokumentieren. Nach Gesprächen mit den Grundschulen stellte sich heraus, dass man bei den jüngsten Schülern oft ein Manko darin sieht, sich nicht ausreichend auf Anweisungen der Lehrer konzentrieren zu können. Daher orientiert man sich bei den »Unterrichtsstunden« im Kindergarten exakt am schulischen Ablauf; richtet nicht nur den Zeitplan samt Pausen und Frühstückseinheiten darauf aus, sondern auch die Rahmenbedingungen. Wie in der Schule hält man die Kinder an, »Lehrern« als auch Kameraden genau zuzuhören und nicht dazwischenzureden. Darüber hinaus sammelt das Kind erste Erfahrungen darin, selbst vor größerem Publikum zu sprechen und Meinungen zu formulieren.

Das Augenmerk richtet sich also nicht nur auf das Erwerben und Anwenden von Wissen, sondern auch auf das Aneignen sozialer Kompetenzen. Nicht zuletzt dient diese Form der Vorschularbeit Eltern als auch Erzieherinnen dazu, einen besseren Einblick in den Entwicklungsstand des Kindes zu gewinnen. Konkret können so dessen »Schulfähigkeit« eingeschätzt, eventuelle Entwicklungsstörungen und Wahrnehmungseinschränkungen erkannt und in Gesprächen mit den Eltern »ausgewertet« werden. Väter und Mütter werden nämlich eng in das Projekt einbezogen und können sich nicht nur anhand von Informationsblättern über die aktuelle »Lage« informieren, sondern auch zum »Elternsprechtag« kommen.

Generell wird in der Einrichtung Wert darauf gelegt, die ganze Familie in das Kindergarten- Geschehen einzubeziehen; dies wird nicht zuletzt als Ansatz gesehen, einen besseren Zugang zum Kind zu finden und ihm ein Gefühl des Aufgehoben-Seins zu vermitteln. Darunter versteht sich auch, dass Geschwisterkinder jederzeit willkommen sind. In den vergangenen Wochen fanden zahlreiche Veranstaltungen statt, die diesem Grundsatz gerecht wurden. So wurden Eltern und Großeltern eingeladen und verschiedene Projekte von Eltern für Eltern bzw. für Kinder durchgeführt. Unter anderem standen ein Pannenkurs, T-Shirt- Malerei, Bastel- und Dekorationsaktionen sowie ein gemeinsames Martinsfest auf dem Programm. Weiterhin soll auch die »Öffentlichkeitsarbeit« vertieft werden, dabei will der Kindergarten vor allem alte Menschen bedenken. Nachdem seit langem schon Ständchen zu goldenen Hochzeiten gesungen und betagte Menschen im Dorf besucht werden, streben die Erzieherinnen nun an, so genannte »Altennachmittage« zu initiieren. Zunächst steht ab dem 4. Dezember jedoch abermals eine Bibelwoche an, die am 8. Dezember mit dem Konzert des Liedermachers Uwe Lal ihren Abschluss findet. Weitere Informationen können jederzeit im Kindergarten bzw. bei dessen Leiterin Petra Rasche erfragt werden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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