"Wendsche Kitzrettung" ab Sonnenaufgang im Einsatz
Schon 17 Tiere vor dem Mähtod gerettet

Bei dem Anblick eines geretteten Rehkitzes schmelzen selbst hartgesottene Zeitgenossen förmlich dahin.
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  • Bei dem Anblick eines geretteten Rehkitzes schmelzen selbst hartgesottene Zeitgenossen förmlich dahin.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

hobö Wenden. Beim Anblick eines Rehkitzes schmelzen selbst hartgesottene Zeitgenossen förmlich dahin. Und wenn man dieses niedlich Geschöpf dann noch vor dem Tod retten kann, schnellen Glücksgefühle massenhaft durch den Körper. Diese Momente erleben dieser Tage all jene, die sich der Kitzrettung verschrieben haben. Hier gibt es seit Jahren engagierte Gruppierungen, nun ist eine ungewöhnliche hinzugekommen. Die „Wendsche Kitzrettung“ als Unterabteilung des Vereins „Mountainbike (MTB) Wendener Land“ hat mit Hilfe von Sponsoren eigens eine fast 9000 Euro teure Drohne mit Wärmebildkamera angeschafft. Diese kam am Samstag erstmalig und seither täglich zum Einsatz. An drei Tagen wurden mithilfe der modernen Technik und sehr engagieren Helfern allein von dieser Gruppe 17 Rehkitze vor dem Mähtod gerettet.

Kitze ohne Fluchtinstinkt

Derzeit sind bekanntlich die Landwirte dabei, die erste Mahd des Jahres einzufahren. Das Problem ist, dass Kitze nach der Geburt von ihren Müttern auf den Weiden abgelegt werden. Ihnen fehlt aber noch der Fluchtinstinkt, und so sterben geschätzt 100.000 der Tiere in den Mähwerken. Auch der „MTB Wendener Land“ will das nicht hinnehmen und hat deshalb die Unterabteilung „Wendsche Kitzrettung“ auf die Beine gestellt.

Ab Sonnenaufgang im Einsatz

Unmittelbar nach dem ersten Einsatz am Samstag machten natürlich die ersten Fotos von geretteten Kitzen in sozialen Netzwerken die Runde. Die Resonanz: riesig. „Ich hätte nie geglaubt, dass das so einschlägt“, gesteht MTB-Vorsitzender Thomas Clemens gegenüber der SZ. Er stand am Montag ebenfalls im Team, das um 4.30 Uhr erneut auf die Suche nach Kitzen ging. Inzwischen war die „Wendsche Kitzrettung“ auf Wiesen bei Möllmicke, Altenhof, Schönau, Huppen, Schwarzbruch und Hillmicke aktiv. Vermutlich wird jetzt an weiteren 14 Tagen gesucht. „Das ist sehr beeindruckend und die Resonanz wahnsinnig positiv“, berichtet Clemens. Es meldeten sich immer mehr Menschen in der Gruppe, um zu helfen. „Das beschränkt sich nicht nur auf Radfahrer.“

Drohne zeigt Standort an

„Das geht jetzt richtig steil“, freut sich Dipl.-Forstingenieur Michael Sommer aus Vahlberg. Er und Jäger Ralf Schneider aus Möllmicke bedienen die Drohne, die frühmorgens über den Wiesen aufsteigt. Die Wärmebildkamera zeigt, wo ein Kitz im Gras liegt. Dort bleibt die Drohne in der Luft positioniert, sodass die Helfer vom Wiesenrand zielgerichtet das Kitz aufspüren können. Es wird aus den Mahdflächen heraustragen und am Rand unter einem Korb gut geschützt abgelegt. Nach maximal drei Stunden wird der Korb entfernt, und in der Regel steht die Ricke schon parat, um das Kitz abzuholen und zu säugen.

Praktischer Naturschutz

Die Begeisterung bei den Helfern und auch in der Bevölkerung sei riesig, freut sich Michael Sommer. „Das ist praktischer Naturschutz, und allen Beteiligten können wir bei diesem Einsatz noch ganz nebenbei Bedeutsames über Natur und Jagd erzählen.“
Interessierte, Helfer, Unterstützer und Sponsoren, aber auch betroffene Landwirte und Jäger können sich an die „Wendsche Kitzrettung“ wenden unter Tel. 01 71 / 3 59 30 13, per E-Mail an info@forstkontor-sommer.de oder über die Webseite mtbwendenerland.de.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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