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Schwimmbad: Sanierung statt An- oder gar Neubau

hobö Wenden. Wenn es nach des Willen von Bürgermeister Bernd Clemens (CDU) geht, sind die Würfel für die Zukunft des Schwimmbads in Wenden gefallen. Außer Frage steht für den Chef im Rathaus, dass das Schwimmbad weiterhin von der Gemeinde als kommunale Daseinsvorsorge betrieben werden müsse. Einhergehend spricht sich Clemens für eine Sanierung der 52 Jahre alten Einrichtung auf dem Westerberg aus. Einem Anbau mit zusätzlichem Schwimmbecken oder gar einem Neubau an anderer Stelle erteilt der Verwaltungsleiter eine klare Absage.

Diese Haltung des Bürgermeisters wird in der Vorlage für die nächste Sitzung des Wendener Gemeinderats deutlich, der am Mittwoch, 27. November, um 17 Uhr im Rathaus zusammenkommt.

hobö Wenden. Wenn es nach des Willen von Bürgermeister Bernd Clemens (CDU) geht, sind die Würfel für die Zukunft des Schwimmbads in Wenden gefallen. Außer Frage steht für den Chef im Rathaus, dass das Schwimmbad weiterhin von der Gemeinde als kommunale Daseinsvorsorge betrieben werden müsse. Einhergehend spricht sich Clemens für eine Sanierung der 52 Jahre alten Einrichtung auf dem Westerberg aus. Einem Anbau mit zusätzlichem Schwimmbecken oder gar einem Neubau an anderer Stelle erteilt der Verwaltungsleiter eine klare Absage.

Diese Haltung des Bürgermeisters wird in der Vorlage für die nächste Sitzung des Wendener Gemeinderats deutlich, der am Mittwoch, 27. November, um 17 Uhr im Rathaus zusammenkommt. Zwei Tage zuvor berät bereits der Haupt- und Finanzausschuss an selber Stelle und zur gleichen Uhrzeit über das weitere Vorgehen in Sachen Schwimmbad Wenden.

Wie berichtet, waren dem Gemeinderat in seiner Sitzung am 9. Oktober die Ergebnisse einer umfangreichen Untersuchung vorgelegt worden. Im Auftrag der Kommune hatten Berater der Partnerschaft Deutschland (PD) und das Ingenieurbüro Pfaller einen „Realisierungsvariantenvergleich“ und eine „Wirtschaftlichkeitsuntersuchung“ vorgenommen.

Nach der Vorstellung der verschiedenen Zukunftsvarianten in der Oktober-Ratssitzung haben die vier Fraktionen inzwischen intern über ihre Haltung zur Zukunft des Wendener Schwimmbads beraten. Diesbezüglich darf man gespannt sein, ob die Politiker die gleiche Meinung entwickelt haben wie Bürgermeister Clemens – oder aber eine konträre.

Aufgrund der dargestellten Kosten und Nutzen für die einzelnen Varianten kommt Bürgermeister Clemens in seiner Abwägung zu dem Ergebnis, „zukünftig in die Sanierung des Bades zu investieren und keine zusätzliche Wasserfläche durch einen Anbau zur Verfügung zu stellen“.

Dies gelte ebenfalls für die untersuchte Neubauvariante. Auch wenn diese Variante aus Sicht der Gutachter die einzige ist, die vollumfänglich einen energetisch modernen Standard liefern könne, relativiere die höhere Wassermenge die Einsparpotenziale. Im Endeffekt werde sogar mehr Energie als bei der kleinteiligen Sanierung verbraucht. Weiterhin hätte eine mit dem Neubau verbundene Verlagerung des Bades zumindest für die Kinder der Grundschule in Wenden negative Auswirkungen.

Daher schlägt Bürgermeister Clemens dem Rat folgenden Beschluss vor: „Das Schwimmbad in der Gemeinde Wenden wird umfangreich saniert. Im Fokus der Sanierung stehen insbesondere die Sanierung des Hubbodens, die Sanierung der Decke, des Daches, die Herstellung der Barrierefreiheit, die Erneuerung der Technik sowie die Sanierung der Umkleidebereiche. Alle weiteren Einbauten werden nach Bedarf erneuert.“

Aktuell besuchen im Jahr durchschnittlich ca. 25 000 Badegäste das Hallenbad auf dem Westerberg. Davon sind etwa 9000 Besuche von Schulen, 6000 Besuche von Vereinen und 10 000 Besuche von öffentlichen Badegästen. Die Berater von PD und Pfaller gehen bei einer Sanierung des Bades mit gleichbleibender Beckengröße von keinerlei Zuwächsen aus. Ein zusätzliches Lehrschwimmbecken (12,5 x 8 m) würde lediglich ein Plus von rund 2000 Besuchern herbeiführen. Ein zusätzliches Schwimmerbecken (25 x 10 m) wird den Beratern zufolge ein Zuwachs auf 30 000 Besucher im Jahr bringen.

Zur Konkretisierung der Einschätzungen wurde die Deutsche Sportstättenbetriebs- und Planungsgesellschaft (DSBG) für eine Studie zu Potenzial, Konkurrenz und Belegungsplanung des Schwimmbades in Wenden beauftragt. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass durch den Anbau eines 25-m-Beckens ca. 34 300 öffentliche Besuche (21 800 lokal, 12 500 regional, ohne Schule und Vereine) generiert werden könnten. Die Nutzung durch Schule und Vereine würde sich nicht wesentlich erhöhen und weiterhin ca. 15 000 Nutzungen ausmachen. Im Vergleich zum Status quo (25 000 Nutzungen) könnte demnach ein Anbau die Zahl der Nutzungen auf rund 49 300 erhöhen.

Dass man mit einem zusätzlichen Schwimmerbecken 12 500 Gäste aus dem regionalen Umfeld ins Wendener Schwimmbad locken könnte, sieht man selbst im Wendener Rathaus aufgrund der regionalen Konkurrenz an Schwimmbädern „zumindest kritisch“.

Die DSBG geht zwar von einer Erhöhung der Nutzungen aus, schätzt diese aber selbst zu gering ein, um einen Anbau an das vorhandene Bad zu rechtfertigen. Bei einem Anbau einer 25-m-Bahn an das vorhandene Bad würde laut Einschätzung der DSBG mehr Wasserfläche zur Verfügung gestellt als an Bedarf in der Region überhaupt vorhanden sei. Die Gutachter von PD und Pfaller gehen ohnehin von „keiner signifikanten Steigerung der Nutzerzahlen“ aus.

Insofern spricht sich Bürgermeister Bernd Clemens gegen einen Neubau an anderer Stelle und gegen einen Anbau mit zusätzlichem Becken an das bestehende Bad aus.

Im Zuge des „Realisierungsvariantenvergleichs“ wurden durch PD-Beratung zwei Sanierungsvarianten untersucht. Hierbei handelt es sich um eine „kleinteilige Sanierung“ (Variante A) sowie die eine „Generalsanierung“ (Variante B).

Bei der Betrachtung der Varianten A und B schlägt der Bürgermeister vor, einen Kompromiss der beiden Varianten anzustreben. „Insbesondere vor dem Hintergrund, die regelmäßig anfallenden Personalkosten zu minimieren, sollen elementare Bestandteile des Schwimmbades ganzheitlich saniert und andere Bestandteile weiterhin kleinteilig erneuert werden“, schreibt der Verwaltungschef in der Sitzungsvorlage.

Einer ganzheitlichen Sanierung sollen die Decke, das Dach, der Hubboden, die Umkleideräume sowie die Technik unterzogen werden. Weiterhin gelte es, die Barrierefreiheit herzustellen.

Sollte der Rat dem Vorschlag des Wendener Bürgermeisters folgen, soll ein Sanierungsplan bis zum Frühjahr 2020 erarbeitet werden. In diesem Zusammenhang würden dann auch Aussagen zu den anfallenden Kosten getroffen.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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