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„Rummelbachplatz“ eröffnet und gesegnet
Sogar eine geistliche Versuchung

Insbesondere die Steinetagen am Rummelbach mit der dortigen Archimedischen Wasserspirale und einem Dammsystem sind optische und haptische Anziehungspunkte des neuen Dorfplatzes in Wenden.  Fotos: Holger Böhler
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  • Insbesondere die Steinetagen am Rummelbach mit der dortigen Archimedischen Wasserspirale und einem Dammsystem sind optische und haptische Anziehungspunkte des neuen Dorfplatzes in Wenden. Fotos: Holger Böhler
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hobö Wenden. Spürbare Freude an der Eröffnung des neuen „Rummelbachplatzes“ in Wenden hatten gestern Vormittag nicht nur die anwesenden Kinder, sondern insbesondere die beiden Pfarrer Michael Kleineidam und Martin Eckey. In ökumenischer Eintracht nahmen sie die Segnung des Areals vor und glänzten mit humorvoller Rhetorik.

„Hier kann man eine ruhige Kugel schieben und auch am Rad drehen“, metaphorisierte der evangelische Pfarrer Martin Eckey, und sein katholischer Kollege Michael Kleineidam bezeichnete den „herrlichen Platz“ gar als eine „Versuchung“, die ihn künftig hoffentlich nicht davon abhalte, rechtzeitig in der benachbarten St.-Severinus-Pfarrkirche zu erscheinen. Auf dem Weg von seinem Wohnhaus zur Sakristei liege zudem ja noch die „zweite Versuchung, die Eisdiele“.

hobö Wenden. Spürbare Freude an der Eröffnung des neuen „Rummelbachplatzes“ in Wenden hatten gestern Vormittag nicht nur die anwesenden Kinder, sondern insbesondere die beiden Pfarrer Michael Kleineidam und Martin Eckey. In ökumenischer Eintracht nahmen sie die Segnung des Areals vor und glänzten mit humorvoller Rhetorik.

„Hier kann man eine ruhige Kugel schieben und auch am Rad drehen“, metaphorisierte der evangelische Pfarrer Martin Eckey, und sein katholischer Kollege Michael Kleineidam bezeichnete den „herrlichen Platz“ gar als eine „Versuchung“, die ihn künftig hoffentlich nicht davon abhalte, rechtzeitig in der benachbarten St.-Severinus-Pfarrkirche zu erscheinen. Auf dem Weg von seinem Wohnhaus zur Sakristei liege zudem ja noch die „zweite Versuchung, die Eisdiele“. Obwohl sie sich gefühlt näher am Bobby-Car sähen, seien sie realistisch gesehen näher am Rollator, frotzelte Kleineidam mit Blickkontakt zu Eckey. Aber für beide Gerätschaften sei der barrierefreie Platz geeignet.

Nicht geeignet war der gestrige Tag für eine große Eröffnungsfeier. Die Restriktionen infolge der Corona-Pandemie hätten das nicht zugelassen, erläuterte Bürgermeister Bernd Clemens in seiner Begrüßung. Gleichwohl kamen etliche Besucher zur offiziellen Inbetriebnahme am gestrigen Vormittag.

„Der Ort Wenden und die ganze Gemeinde wird um eine Attraktion reicher“, frohlockte Clemens. Plätze seien was ganz Besonderes für Dörfer und Städte, auf ihnen hätte vor Jahrhunderten das öffentliche Leben seinen Ursprung erlebt. Hier ruhe man sich aus, hier spreche man miteinander, strich der Bürgermeister heraus.

Der „Rummelbachplatz“ habe natürlich auch eine Historie. Nachdem die Gemeinde vor vielen Jahren das leerstehende Wohnhaus der Familie Niklas („Dorten“) gekauft und abgerissen habe, sei das Areal an der Einmündung der Hünsborner Straße (L 905) in die Hauptstraße (L 714) in einen Dornröschenschlaf verfallen. Lediglich zur Kirmes habe Rummel geherrscht, da das Unternehmen Friedhelm Dornseifer den Platz nutzt, um hier seine Köstlichkeiten zu offerieren. Dies bleibt übrigens auch so, denn die Gerätschaften des „Rummelbachplatzes“ lassen sich mit wenigen Handgriffen abbauen bzw. umrüsten, damit das Lebensmittelunternehmen hier alljährlich zur „Wendschen Kärmetze“ aktiv werden kann.

Die Idee, an diesem zentralen Platz im Schatten der Kirche und unmittelbar neben dem stark frequentierten „Eiscafé Gardena“ einen attraktiven Platz für die Bürger der gesamten Gemeinde sowie Besucher zu schaffen, entstammte einer Initiative von UWG-Ratsherr Ulrich Heinrich. Der hatte vor rund vier Jahren die Wendener Ratsmitglieder aller Fraktionen eingeladen, Verbesserungsvorschläge für den Zentralort der Kommune zu erarbeiten. Einer davon war eben jener, das brachliegende Grundstück einer sinnvollen Freizeitnutzung zuzuführen – unter dem Leitmotiv „Geselligkeit statt Tristesse”.

Günstigerweise beschloss der Gemeinderat die Umgestaltung in einem Zeitraum, in dem das Land für derartige Projekte großzügige Förderungen bereitstellte. Markus Hohmann, Leiter des Fachbereichs Bauen und Stadtentwicklung im Wendener Rathaus, und Torgen Mörschel, Leiter des Fachdienstes Tiefbau, wussten um die Förderprogramme und stellten entsprechende Anträge – mit dem Ergebnis, dass das Land NRW die Erstellungskosten des Rummelbachplatzes zu 90 Prozent förderte. Immerhin flossen rund 100 000 Euro von Düsseldorf nach Wenden. Die Gemeinde wollte entsprechend der ersten Kostenschätzung knapp 13 000 Euro selbst schultern, nun sind daraus 40 000 Euro geworden.

Bürgermeister Clemens dankte gestern allen Beteiligten, schließlich sei nun „etwas ganz Besonderes entstanden – und das qualitativ sehr hochwertig“. Der Olper Landtagsabgeordnete Jochen Ritter (CDU) nahm den Dank für die Landesförderung gern entgegen. Er wolle sich aber „nicht alle Federn an den Kopf stecken“, denn viele Mittel seien auch vom Bund gekommen. Das Land habe aber die Anträge und den Bescheid bearbeitet. Die Gemeinde habe den Antrag zur richtigen Zeit gestellt, sie sei aber finanziell auch leistungsfähig genug, den Eigenanteil aufzubringen.

Die Besucher, egal ob jung oder alt, untermauerten nach der Segnung die These von Martin Eckey: „Der Platz tut gut – dem Ort und den Menschen.“

Der neue „Rummelbachplatz“ erhielt seinen Namen nicht vom erhofften Rummel auf dem Areal, sondern wegen des entlangfließenden Bachs, der Rummel genannt wird. Für die Planung zeichnete übrigens Garten- und Landschaftsarchitekt Joachim Sondermann aus Olpe verantwortlich, der sich gestern über viel Lob freuen durfte. .Der Vorschlag, eine Brücke über den Rummelbach vom neuen Dorfplatz zum „Eiscafé Gardena“ an der Hauptstraße anzulegen, hätte vor allem die Sicherheit für Kinder erhöhen können. Aber die Brücke wäre laut Sondermann zu aufwändig und damit zu teuer geworden. Der SZ liegen aber auch Informationen vor, dass Grundstücksangelegenheiten hinderlich waren.

Die 15 x 4 Meter große Boulebahn ist sogar für offizielle Wettbewerbe geeignet. Ein Sandkasten, ein Trampolin sowie Sitzplätze unter den beiden Sonnensegeln sind wichtige Elemente des Platzes.

Die Einbindung des Rummelbachs weckt gleichwohl das besondere Interesse. Der Bachlauf wurde in zwei Bereichen aufgeweitet, und das Ufer mit heimischen Findlingen etagiert. Dies ermöglicht, an und mit dem Gewässer zu spielen. Als „hochattraktives Element“ bezeichnet Sondermann die Archimedische Spirale, mit der man mittels Drehbewegungen Wasser aus einer eigens angelegten Betonwanne im Bach emporfördert. Von dort fließt das Wasser über Steine zurück in den Bach. Hier sind bewegliche Sperrsysteme installiert, die ebenfalls zum Spielen anregen.

Einzig der Rasen war gestern noch nicht wirklich zugegen, ihm fehlte in den zurückliegenden Wochen wohl der Regen für das notwendig Wachstum.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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