SPD und Grüne wollen Fördertopf bereitstellen
Sonderfonds abgelehnt

SPD und Grüne im Wendener Rat hätten gerne ein wenig Geld an die von der Corona-Pandemie gebeutelten Vereine
verteilt. CDU, UWG und auch die Verwaltung sprachen sich dagegen aus.
  • SPD und Grüne im Wendener Rat hätten gerne ein wenig Geld an die von der Corona-Pandemie gebeutelten Vereine
    verteilt. CDU, UWG und auch die Verwaltung sprachen sich dagegen aus.

  • Foto: Pixabay/Symbolfoto
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win Wenden. 30.000 Euro, so die Vorstellung von SPD und Grünen im Wendener Gemeinderat, solle der Kämmerer in einen Fonds einzahlen, der den sport- und kulturtreibenden Vereinen offensteht. Sinn dieser Maßnahme solle es sein, Vereinen zu helfen, die durch Corona-bedingte Ausfälle in Not geraten sind. Eine Befragung der Vereine, so Grünen-Fraktionschef Elmar Holterhof in der vergangenen Ratssitzung, habe eindeutig ergeben, dass der Bedarf groß sei. Ludger Reuber, Vorsitzender der SPD-Fraktion, führte aus, das Kultur- und Sportleben sei praktisch vollständig zum Erliegen gekommen; die Kirmes als wichtige Einnahmequelle vieler Vereine entfalle zum zweiten Mal. Die Mitgliedsbeiträge deckten manchmal die laufenden Kosten nicht. Auch sei zu erwarten, dass „nach Corona“ strengere Hygieneauflagen die Kosten weiter steigen ließen.

Gemeinde verfügt über hervorragende Vereinsförderung

Die Gemeindeverwaltung hatte in ihrer Beschlussvorlage die Ablehnung des Antrags empfohlen und stieß damit auf Zustimmung bei CDU und UWG. Martin Solbach, Vorsitzender der Christdemokraten im Rat, fand es „interessant, erst einen Antrag zu stellen und erst danach die Vereine zu befragen“. Die Gemeinde verfüge über eine „hervorragende Vereinsförderung, und bis heute ist kein Vereinsvorstand an CDU oder Verwaltung herangetreten. Sollte das jemand tun, werden wir eine Lösung finden“. Für den Antrag gebe es aber keinen Anlass. Er sah ihn darin begründet, dass 2021 ein Wahlkampfjahr sei. „Wir bleiben bei unserer Linie einer verantwortungsvollen Haushaltspolitik.“

Vereine fühlen sich ernstgenommen

Und Thorsten Scheen (UWG) ergänzte, das Land habe einen entsprechenden Fonds aufgelegt, aus dem fast nichts abgerufen werde. Das zeige, dass derzeit keine solchen Hilfen nötig seien. „Es mag Einzelfälle geben, aber die ganze Rede der Antragsteller besteht aus ,befürchten’ und ,bedenken’. Wo sind die Fakten?“ Er pflichtete Solbach bei: „Wenn durch die Pandemie aktuelle Notlagen entstehen, reden wir drüber. Aber es wird keine Hilfe nach dem Gießkannenprinzip geben.“

Reuber zeigte sich verwundert: Im gemeindlichen Mitteilungsblatt „Blickpunkt“ werde auf vier Seiten die Situation von Vereinen beschrieben, „und da ist die Rede von Einbußen. Wir haben gefragt, alle Vereine haben sich bei uns bedankt, fühlen sich ernstgenommen und sprechen von Einnahmerückgängen in der Höhe von Tausenden. Die CDU sollte über ihren Schatten springen und zustimmen.“

Bürgermeister Bernd Clemens (CDU) plädierte für die Ablehnung des Antrags: „Richtig ist, dass Vereine finanzielle Sorgen haben könnten. Aber die Förderung der Gemeinde fließt ja genau zu den von Ihnen genannten Kosten, ob für Heizung oder Investitionen. Und unsere Zuschüsse sind beispiellos in der ganzen Region.“

Ohne die Vereine sähe es in der Gemeinde schlecht aus

Heinz Zimmermann (UWG) hatte zum Taschenrechner gegriffen: „In Hünsborn gibt es über 30 Vereine. Ich selbst bin Mitglied in 15 oder 20. Wenn ich überschlage, komme ich sicher auf 300 Vereine in der Gemeinde. Wenn ich dann diese 30.000 Euro aufteile, komme ich auf 100 Euro pro Verein, wenn es nach diesem Gießkannenprinzip gehen sollte. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Existenz eines Vereins an einem ,Hunni’ hängen sollte.“

Holterhof korrigierte: „Es sind 113 Vereine, sagt die Verwaltung.“ Es gebe sicherlich Vereine, die kein Minus gemacht hätten und daher auch keine Hilfe aus dem Fonds zu erwarten hätten. „Das kann keinen Verein retten, aber es ist ein Dankeschön, und wir sollten uns weitere Gedanken machen, wie wir die Vereine unterstützen könnten. Ohne die Vereine sähe es in der Gemeinde sehr schlecht aus.“

CDU und UWG lehnen den Antrag ab

Sozialdemokrat Robert Dornseifer ergänzte: „Es soll doch keine Ausschüttung sein, sondern ein Fonds von 30.000 Euro, und der soll die Vereine unterstützen, die es wirklich brauchen.“ Bei der Abstimmung ging es aus wie aus der Debatte zu erwarten: CDU und UWG überstimmten SPD und Grüne und folgten damit der Empfehlung der Verwaltung, den Antrag abzulehnen.

In der Nachbarstadt Olpe hatte die CDU im vergangenen Sitzungsblock einen Antrag durchgesetzt, demzufolge angesichts der Corona-Ausfälle allen kulturtreibenden Vereinen pro Mitglied und allen Sportvereinen pro Jugendlichem ein Sonderzuschuss von 5 Euro gewährt wird.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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