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Die Wahl fällt zwischen Sanierung oder Neubau / Eindeutige Beschlussempfehlung der Verwaltung
Sondersitzung entscheidet über Hallenbad-Zukunft

Bei diesem Schwimmfest erfreute sich das Hallenbad in Wenden großer Resonanz. Der Erhalt und der Betrieb eines Schwimmbads in mindestens dieser Größe ist ohnehin das erklärte Ziel von Politik und Verwaltung in der Gemeinde Wenden. Die Frage, ob die bestehende Einrichtung saniert wird oder ob ein Neubau an der Gesamtschule erfolgt, wird am 22. Januar in der Sitzung des Gemeinderates beantwortet.  Foto: SZ-Archiv
  • Bei diesem Schwimmfest erfreute sich das Hallenbad in Wenden großer Resonanz. Der Erhalt und der Betrieb eines Schwimmbads in mindestens dieser Größe ist ohnehin das erklärte Ziel von Politik und Verwaltung in der Gemeinde Wenden. Die Frage, ob die bestehende Einrichtung saniert wird oder ob ein Neubau an der Gesamtschule erfolgt, wird am 22. Januar in der Sitzung des Gemeinderates beantwortet. Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Holger Böhler (Redakteur)

hobö Wenden. Eine diffizile und gleichsam weitreichende Entscheidung hat der Rat der Gemeinde Wenden am Mittwoch, 22. Januar, zu treffen. Es geht um die Frage, ob das 1967 in Betrieb genommene Schwimmbad auf dem Grundschulgelände am Westerberg in Wenden grundlegend saniert wird oder ob gar ein kompletter Neubau erfolgen soll – favorisiert wird diesbezüglich ein neuer Standort an der Gesamtschule in Wenden.

Eigentlich stand die Thematik schon im November auf der Tagesordnung der politischen Gremien im Wendener Land. Doch der Haupt- und Finanzausschusses vertagte seinerzeit eine Entscheidungsfindung, und zwei Tage später nahm Bürgermeister Bernd Clemens den Punkt „Weiteres Vorgehen Schwimmbad Wenden“ von der Tagesordnung des Rates.

hobö Wenden. Eine diffizile und gleichsam weitreichende Entscheidung hat der Rat der Gemeinde Wenden am Mittwoch, 22. Januar, zu treffen. Es geht um die Frage, ob das 1967 in Betrieb genommene Schwimmbad auf dem Grundschulgelände am Westerberg in Wenden grundlegend saniert wird oder ob gar ein kompletter Neubau erfolgen soll – favorisiert wird diesbezüglich ein neuer Standort an der Gesamtschule in Wenden.

Eigentlich stand die Thematik schon im November auf der Tagesordnung der politischen Gremien im Wendener Land. Doch der Haupt- und Finanzausschusses vertagte seinerzeit eine Entscheidungsfindung, und zwei Tage später nahm Bürgermeister Bernd Clemens den Punkt „Weiteres Vorgehen Schwimmbad Wenden“ von der Tagesordnung des Rates.

Eine Woche zuvor hatte die SZ berichtet, dass der Wendener Bürgermeister keinen Neu- oder Anbau anstrebt, sondern eine umfassende Sanierung des 52 Jahre alten Hallenbads auf dem Wendener Westerberg. Umgehend äußerten sich alle vier Ratsfraktionen in Pressegesprächen, per Stellungnahme oder auf Anfrage dahingehend, ad hoc noch keine Entscheidung treffen zu wollen.

In besagter Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses meldete sich Hubertus Zielenbach als Erster. Er stellte im Namen der CDU-Fraktion den Antrag, den Tagesordnungspunkt zu vertagen. „Der CDU-Fraktion fehlen noch Daten und Fakten, um eine Entscheidung zu treffen, die belegbar und machbar ist.“

Woraufhin Bürgermeister Bernd Clemens als Ausschussvorsitzender auf die Geschäftsordnung verwies, die im Falle eines solchen Antrags lediglich eine Meldung pro und eine contra sowie die Stellungnahme des Bürgermeisters zulasse. Womit er schnell geklärt hatte, dass über diesen Tagesordnungspunkt an diesem Tage nicht allzu viel gesagt wird.

Elmar Holterhof, Vorsitzender der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, meldete sich pro Antrag auf Vertagung. Er stimmte zu, dass Fakten fehlen würden. Es sei im Interesse von Rat und Verwaltung, sich mal einen Schwimmbad-Neubau – idealerweise das immer wieder genannte Hallenbad in Werdohl – anzugucken. Ferner bat Holterhof um Informationen, ob ein Neubau an der Gesamtschule oder der Grundschule in Wenden überhaupt möglich sei. Und es sei wichtig, vor einer Sanierung ganz genau zu wissen, was hinsichtlich der baulichen Substanz auf die Gemeinde zukomme.

Der Bürgermeister erinnerte an die vorangegangene Ratssitzung, in der die Fraktionen sehr umfangreiche Vorlagen mit ausführlicher Darstellung der Kosten für verschiedene Varianten erhalten hätten. „Ich meine, die Fakten liegen auf dem Tisch und habe deshalb eine Empfehlung abgegeben“, erklärte der Verwaltungschef. Wenn es noch offene Fragen gebe, spreche allerdings nichts gegen eine Vertagung.

Bei einer Enthaltung des Bürgermeisters stimmte der Ausschuss sodann einstimmig für die Vertagung.

Für die Sitzung des Gemeinderates in der nächsten Woche gibt es wieder eine eindeutige Beschlussempfehlung der Verwaltung. Diese lautet: „Das Schwimmbad der Grundschule Wenden wird umfangreich saniert. Im Fokus der Sanierung stehen insbesondere die Sanierung des Hubbodens, die Sanierung der Decke, des Daches, die Herstellung der Barrierefreiheit, die Erneuerung der Technik sowie die Sanierung der Umkleidebereiche. Alle weiteren Einbauten werden nach Bedarf erneuert. Die Sanierung der Decke wird im Frühjahr 2020 umgesetzt. Ein Gutachten über die Anlagetechnik und die Bausubstanz wird in Auftrag gegeben.“

In der Vorlage für die Ratssitzung ist interessant, dass die Verwaltung einräumt, die in der Zwischenzeit von den Fraktionen eingereichten, offenen Fragestellungen nicht detailliert beantworten zu können. Dies sei für die Gemeindeverwaltung „weder zeitlich noch fachlich/inhaltlich innerhalb von wenigen Wochen möglich“. Nicht weniger als 55 Fragen sind seitens der Fraktionen gestellt worden.

Zu Beginn der Sitzung wird Frank Schlutow, Geschäftsführer der Stadtwerke Werdohl, entsprechend des Ratsbeschlusses vom 18. Dezember den Neubau des Hallenbads in Werdohl beschreiben und für Fragen zur Verfügung stehen.

Die Verwaltung rechnet in der Vorlage, dass ein Neubau nach dem Vorbild Werdohl zwischen ca. 6,77  Mill. Euro und 8,83 Mill. Euro kosten werde – je nachdem, ob ein vollständiger Vorsteuerabzug möglich ist oder nicht. Die Kosten für eine Sanierung taxiert die Verwaltung auf rund 2,9 Mill. Euro.

In diesem Zusammenhang mahnt die Verwaltung zu gewisser Sparsamkeit. Denn in den nächsten vier Jahren stünden Investitionen für einige Großprojekte ins Haus, die sich in Summe auf etwa 37 bis 54,6 Mill. Euro belaufen würden. Ausgehend von einem Stand der liquiden Mittel zum Jahresanfang 2020 wird im Wendener Rathaus davon ausgegangen, dass zur Finanzierung der geplanten Maßnahmen „in nicht unerheblichen Umfang“ Fremdkapital aufgenommen werden müsse. Die liquiden Mittel würden laut Haushaltsplanung 2020 in den Haushaltsjahren 2020 (minus 11,4 Mill. Euro) und 2021 (minus 4,2 Mill. Euro) auf einen Stand von etwa 3 Mill. Euro abschmelzen.

Durch eine potenzielle Kreditaufnahme für die Investitionsmaßnahmen mit einem möglichen Volumen von 16 bis 36 Mill. Euro sei von einer zusätzlichen Belastung des Haushalts durch Zinsaufwendungen auszugehen. Hier sei durchaus möglich, dass Gebühren und Steuern zur Finanzierung der Mehraufwendungen angehoben werden müssten, so die Verwaltung.

Vor diesem Hintergrund steht dem Rat also eine schwierige Entscheidung bevor. Und auch auf die Argumentationen der Fraktionen und einzelnen Politiker darf man gespannt sein. Die Sitzung im Wendener Rathaus beginnt um 17 Uhr. Neben dem Hallenbad steht lediglich die Wahlgebietseinteilung für die Kommunalwahl am 13. September auf der Tagesordnung.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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