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SPD-Antrag auf Straßenlampen zunächst abgelehnt
Spaziergänger tappen im Dunkeln

Der Abschnitt des Rad- und Fußwegs ist nicht beleuchtet. Die SPD möchte hier Solarlampen aufstellen lassen. Zunächst fand dieser Antrag aber keine Mehrheit.
  • Der Abschnitt des Rad- und Fußwegs ist nicht beleuchtet. Die SPD möchte hier Solarlampen aufstellen lassen. Zunächst fand dieser Antrag aber keine Mehrheit.
  • Foto: Jörg Winkel
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

win Wenden/Gerlingen. Stark genutzt wird der Fuß- und Radweg, der entlang der Bigge durch Gerlingen führt. Er ist Teil des überörtlichen Radwegenetzes. Für Bewohnerinnen und Bewohner der Ortschaft selbst führt über die Kaiserstraße der kurze Dechant-Scharz-Weg über den Wendeplatz am Ende des Gewerbegebiets „Auf dem Ohl“ auf diesen Rad- und Fußweg. Die SPD im Rat der Gemeinde Wenden hatte nun beantragt, durch Straßenlampen für mehr Sicherheit auf einem Abschnitt zu sorgen, und zwar vom Dechant-Scharz-Weg über die Radwegebrücke bis zur Hillmicker Straße. „Bürgerinnen und Bürger haben uns darauf aufmerksam gemacht, dass eine sichere Orientierung und Nutzung des Weges in der Dunkelheit nicht gewährleistet ist“, so die SPD in der Begründung ihres Antrags.
Im Ort oder außerhalb?

win Wenden/Gerlingen. Stark genutzt wird der Fuß- und Radweg, der entlang der Bigge durch Gerlingen führt. Er ist Teil des überörtlichen Radwegenetzes. Für Bewohnerinnen und Bewohner der Ortschaft selbst führt über die Kaiserstraße der kurze Dechant-Scharz-Weg über den Wendeplatz am Ende des Gewerbegebiets „Auf dem Ohl“ auf diesen Rad- und Fußweg. Die SPD im Rat der Gemeinde Wenden hatte nun beantragt, durch Straßenlampen für mehr Sicherheit auf einem Abschnitt zu sorgen, und zwar vom Dechant-Scharz-Weg über die Radwegebrücke bis zur Hillmicker Straße. „Bürgerinnen und Bürger haben uns darauf aufmerksam gemacht, dass eine sichere Orientierung und Nutzung des Weges in der Dunkelheit nicht gewährleistet ist“, so die SPD in der Begründung ihres Antrags.

Im Ort oder außerhalb?

Die Gemeindeverwaltung hatte Ablehnung empfohlen: Man habe sich „immer auf die Rechtslage zurückgezogen, wonach die Gemeinde nicht verpflichtet ist, Radwege außerhalb der Ortslage zu beleuchten. Dabei sollte es auch künftig bleiben, um eine klare Abgrenzung zu haben.“

SPD-Ratsherr Sven Scharz, der unmittelbar an besagtem Teilstück wohnt, berichtete, er sei „von vielen Gerlinger Bürgern angesprochen worden“ mit der Bitte, hier aktiv zu werden. Die Gemeinde ziehe sich auf die juristische Klassifizierung der Wege zurück, dabei sei das von der SPD ins Auge gefasste Teilstück „praktisch mitten im alten Dorf“ und keineswegs „außerhalb der Ortslage“, auch wenn das de jure korrekt sei.

Das rief Widerspruch des Gerlinger CDU-Ratsherrn Franz Henke hervor. „Du sprichst immer von den Gerlinger Bürgern. Ich kenne keinen, der den Weg überhaupt haben will. Wer abends spazieren gehen will, der muss doch nicht den Weg auf Kosten der Gemeinde ausgeleuchtet bekommen.“

"Ich halte nichts davon, dass wir uns um Gelder bemühen für Maßnahmen, die wir nicht für nötig halten."
Bernd Clemens
Bürgermeister

Bürgermeister Bernd Clemens (CDU) beharrte auf der Einordnung als Außenbereich: „Wenn es tatsächlich Innenbereich wäre, wäre der Weg ja bebaubar. Und wir haben in der Vergangenheit gut daran getan, diese Außenbereichswege nicht zu beleuchten.“ Scharz rief Henke auf: „Geh mal hin und sieh dir an, wer den Weg alles benutzt.“ Auch Elmar Holterhof (Grüne) fand: „Da sind Häuser, das ist kein Außenbereich in dem Sinne. Das ist mitten in der Ortschaft. Wir können das unterstützen, auch wenn das Folgeanträge hätte.“

"Außenbereich bleibt Außenbereich"

Er schlug vor, als Finanzierungshilfe die von der SPD ins Gespräch gebrachten Solarlampen von Sponsoren kaufen zu lassen und dann mit entsprechenden Schildern auszustatten. Das rief bei Bürgermeister Clemens keine Begeisterung hervor: „Um Spendengelder kann sich jeder bewerben, aber ich halte nichts davon, dass wir uns um Gelder bemühen für Maßnahmen, die wir nicht für nötig halten.“

CDU-Fraktionschef Martin Solbach fand: „Sollten solche Anträge nicht besser mit den Haushaltsreden gestellt werden?“ Er bat aber, zu bedenken, dass die Natur auch Dunkelheit brauche, „und Außenbereich bleibt Außenbereich“. Die Idee mit Sponsoren sei gut, „da sollten wir mal drüber nachdenken, aber dann einheitlich für alle Dörfer“.

Thema vorerst vertagt

Heike Quast (UWG) zeigte sich überrascht: „Mich erstaunt, dass die Grünen das unterstützen. Es gibt die sogenannte Lichtverschmutzung, die das Insektensterben fördert. Wer abends spazieren geht, kann das in Gerlingen auf genügend beleuchteten Strecken.“ Ludger Reuber (SPD) rief in Erinnerung: „Im Radwegekonzept ging es auch um Sicherheit. Unter dem Aspekt sollten wir das Ganze nochmal betrachten.“ Das fand Zustimmung von Martin Solbach: „Wir sollten mal grundsätzlich darüber sprechen, aber in Ruhe, nicht heute.“

Mit 24 Stimmen von CDU und UWG gegen 13 von SPD und Grünen wurde der konkrete Antrag zunächst zurückgewiesen. Das Thema dürfte spätestens in der Haushaltsdebatte wieder aktuell werden.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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