SZ

„Hier fehlt jeglicher Respekt“
Spendenkasten aus Wallfahrtskapelle gestohlen

Küsterin Antje Hüpper zeigt, wo die Spendenbox mit dem „Nickemännchen“ gestanden hat. Die Kombination war in der Wallfahrtskapelle Dörnschlade auf der Trägerplatte der Weihnachtskrippe verschraubt.
  • Küsterin Antje Hüpper zeigt, wo die Spendenbox mit dem „Nickemännchen“ gestanden hat. Die Kombination war in der Wallfahrtskapelle Dörnschlade auf der Trägerplatte der Weihnachtskrippe verschraubt.
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hobö Dörnschlade. Materiellen Schaden zu erleiden, ist nie schön. In diesem Fall schmerzt aber vielmehr der Verlust an Vertrauen sowie der schwindende Glauben an Menschenverstand. Unbekannte haben den Spendenkasten samt „Nickemännchen“ aus der Krippe der Wallfahrtskapelle Dörnschlade gerissen und mitgenommen. Die Tat muss sich am Montag zwischen 8 und 11 Uhr ereignet haben.
,,Man kann nicht mehr vertrauern''
Denn am Sonntagabend hat Pater Norbert Cuypers, der Klausner an der idyllisch gelegenen Dörnschlade zwischen Altenhof und Hünsborn, die Spendenkassette geleert und sodann die Kapelle abgeschlossen. Am Montag schloss er das Gotteshaus dann gegen 8 Uhr auf, von einem Einbruch fehlte jede Spur. Als Ilona Bröcher, die Küsterin der St.

hobö Dörnschlade. Materiellen Schaden zu erleiden, ist nie schön. In diesem Fall schmerzt aber vielmehr der Verlust an Vertrauen sowie der schwindende Glauben an Menschenverstand. Unbekannte haben den Spendenkasten samt „Nickemännchen“ aus der Krippe der Wallfahrtskapelle Dörnschlade gerissen und mitgenommen. Die Tat muss sich am Montag zwischen 8 und 11 Uhr ereignet haben.

,,Man kann nicht mehr vertrauern''

Denn am Sonntagabend hat Pater Norbert Cuypers, der Klausner an der idyllisch gelegenen Dörnschlade zwischen Altenhof und Hünsborn, die Spendenkassette geleert und sodann die Kapelle abgeschlossen. Am Montag schloss er das Gotteshaus dann gegen 8 Uhr auf, von einem Einbruch fehlte jede Spur. Als Ilona Bröcher, die Küsterin der St.-Severinus-Kirchengemeinde Wenden die Dörnschlade gegen 11 Uhr besuchte, fehlte die Spendenbox mitsamt des „Nickemännchens“.

Sie setzte Antje Hüpper, die Küsterin der Dörnschlade, umgehend in Kenntnis, die daraufhin mit Pater Norbert Anzeige bei der Polizei erstattete.

Die Spendenbox war mit Schrauben an der Platte befestigt, auf der die imposante Krippe steht, die Stefan Quast aus Hünsborn mit einem Team von Ehrenamtlichen Jahr für Jahr aufbaut. Sie ist ein weiterer Grund, warum insbesondere zu Weihnachten täglich Hunderte Besucher zur Dörnschlade kommen. Die meisten Gläubigen kommen selbstredend hierher, um zu beten – meist einhergehend mit dem Entzünden einer Kerze.

Mit roher Gewalt von der Krippe gerissen

Das „Nickemännchen“ kennt man von vielen Krippen in den Kirchen. Wirft man ein Geldstück in einen Schlitz, nickt die Figur zum Dank mit dem Kopf. Das Alter der aus der Dörnschlade gestohlenen Figur schätzt Benedikt Hüpper, der Ehemann der Küsterin, auf mehr als 100 Jahre. Der Verlust schmerzt daher zusätzlich. Das gleiche „Nickemännchen“ steht übrigens in der St.-Marien-Kirche in Altenhof. Womöglich taucht das gestohlene Objekt wieder auf, falls es die Diebe nur auf das Geld abgesehen haben sollten. Die Täter haben die Box mit der darauf fest verankerten Figur mit roher Gewalt von der Krippen-Platte gerissen.

Die Täter haben hier also Kinder in Not bestohlen.
Antje Hüpper
Küsterin der Wallfahrtskapelle

Spendenbox wurde am Abend zuvor geleert

Küsterin Antje Hüpper vermutet im Gespräch mit der SZ, dass es mehrere Täter gewesen sein müssen, damit mindestens einer „Schmiere“ stehen konnte. Ein Einzeltäter wäre bei dem großen Besucherandrang in diesen Tagen Gefahr gelaufen, bei seiner Missetat entdeckt zu werden. „Hier fehlt jeglicher Respekt“, ärgert sich Pater Norbert. „Der Vorfall ist sehr schade, man kann nicht mehr vertrauen.“ Außerdem sei das Geld in dem Opferkästchen nicht für die Gemeinde vor Ort gedacht, sondern für Kinder in Not. Denn die gesammelten Spenden gehen an die diesjährige Sternsingeraktion „Gesund werden – gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit“. Insbesondere die Gesundheitssituation von Kindern in Ägypten, Ghana und Südsudan soll in den Fokus der Spendenaktion gerückt werden.

„Die Täter haben hier also Kinder in Not bestohlen“, formuliert Küsterin Antje Hüpper ihre Abscheu vor der Tat. Die Spendenbox hätte nämlich noch bis Anfang Februar in der Dörnschlade gestanden. Das bis dahin noch gesammelte Geld fehlt nun notleidenden Kindern. In der Kassette hat sich zum Zeitpunkt des Diebstahls nicht viel Geld befunden, da sie ja am Abend zuvor geleert worden war.
Die Polizei bittet nun um Hinweise unter Tel. (02761) 92 69-0.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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